Entfessele dein Jagdfieber

Huawei: Donald Trump lockert Handelsbeschränkungen

Meldung von doelf, Montag der 01.07.2019, 17:06:06 Uhr

Erst die Peitsche, dann Zugeständnisse: Wie zuvor schon bei ZTE war auch Trumps Feldzug gegen Huawei nur von kurzer Dauer. Nach Gesprächen mit dem chinesischen Präsidenten Xi verkündete Trump über Twitter, er werde die totale Blockade von Huawei lockern und auf den Bereich der nationalen Sicherheit beschränken.

Im Gegenzug hat sich China laut Trump verpflichtet, "große Mengen landwirtschaftlicher Produkte von unseren großartigen Bauern zu kaufen". Trump will vorerst keine zusätzlichen Zölle auf chinesische Produkte erheben, die bereits verhängten aber auch nicht abbauen. Zumindest solange nicht, bis er den nächsten großartigen Deal verkünden kann:

"I had a great meeting with President Xi of China yesterday, far better than expected. I agreed not to increase the already existing Tariffs that we charge China while we continue to negotiate. China has agreed that, during the negotiation, they will begin purchasing large amounts of agricultural product from our great Farmers. At the request of our High Tech companies, and President Xi, I agreed to allow Chinese company Huawei to buy product from them which will not impact our National Security. Importantly, we have opened up negotiations again with China as our relationship with them continues to be a very good one. The quality of the transaction is far more important to me than speed. I am in no hurry, but things look very good! There will be no reduction in the Tariffs currently being charged to China."

Trumps Tweets sind inkonsequent wie eh und je, schließlich hatte er die Exekutivverordnung zur Bewältigung des "nationalen Notstands" im Bereich der "Informations- und Kommunikationstechnologien oder -dienste" nicht wegen zu hoher Bestände an US-amerikanischen Sojabohnen oder Futtermais erlassen, sondern um die Kommunikationsnetze vor Spionage durch Drittstaaten zu schützen. Schon vor Trumps Verordnung hatten die US-Geheimdienste eindringlich vor Huawei und dessen Verbindungen zur chinesischen Regierung gewarnt. Diese bestehen weiterhin und Huaweis Produkte wurden weder technisch verändert noch zusätzlichen Prüfungen unterzogen. Doch während Smartphones und Tablets von Huawei im Juni die US-Kommunikation massiv bedrohten, stellen sie im Juli offenbar gar keine Bedrohung für die nationale Sicherheit mehr dar. Den Agrarprodukten sei dank!

Eigentlich war ja von Anfang an jedem bewusst gewesen, dass die Ausgrenzung von Huawei der chinesischen Führung eine schmerzhafte Lektion erteilen sollte. Trump wollte Zugeständnisse erzwingen, was auf Kosten der US-amerikanischen Bauern und der US-amerikanischen Technologiebranche ging. Die Bauern hatten schon vor dem Zollstreit einen großen Teil ihre Produktion an China verkauft und Huawei zählte zu den wichtigsten Kunden vieler amerikanischer Chiphersteller. Mit seinem Zugeständnis an China bringt Trump die US-Wirtschaft also nur in eine Position, die sie schon vor der Auseinandersetzung innehatte. Oder anders formuliert: Trump hatte sein Blatt überreizt und musste die Karten hinwerfen. Bleibt noch die Frage, ob er mit den verbliebenen Zöllen mehr erreichen wird.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]