USA: Supreme Court gestattet Sammelklage gegen Apple
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USA: Supreme Court gestattet Sammelklage gegen Apple

Meldung von doelf, Mittwoch der 15.05.2019, 10:12:58 Uhr

Wer ein iPhone besitzt, kauft die passende Software über Apples "App Store". Eine Alternative erlaubt das Unternehmen aus Cupertino nicht und auch seine Beteiligung an den App-Umsätzen ist nicht verhandelbar. Kunden, die aufgrund dieser Monopolstellung gegen überhöhte Preise klagen wollten, wurde die Möglichkeit einer Sammelklage bisher verwehrt, da sich Apple nicht als Verkäufer sehen will.

Apple verdient kräftig mit
Seit dem Jahr 2007 gibt es iPhones und seit dem Jahr 2008 betreibt Apple einen eigenen "App Store" für seine Telefone. Wer eine App für das iPhone entwickelt, kann diese nur über Apples offiziellen "App Store" verkaufen und muss dem iPhone-Hersteller eine Umsatzbeteiligung von 30 Prozent zahlen. Kunden, die eine App kaufen wollen, können dies nur über den offiziellen "App Store" tun. Es gibt keine Konkurrenz und somit auch nur einen festen Preis. Apple weist bei Kritik an seinem streng abgeschlossenen Ökosystem gerne auf Sicherheitserfordernisse hin, doch tatsächlich verdient der Konzern kräftig mit. Für die Monate Januar bis März 2019 meldete Apple kürzlich einen neuen Umsatzrekord im Dienstsektor, der den "App Store" beinhaltet. 11,450 Milliarden US-Dollar hatte Apple hier verdient, stolze 16,24 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Doch diese Gelddruckmaschine funktioniert nur solange es keine Alternativen gibt.

Händler oder Vermittler?
Eigentlich liegt es auf der Hand, dass Kunden eine Sammelklage gegen Apples Monopolstellung einreichen können, doch der Konzern sieht sich nicht als Händler, sondern nur als Vermittler. Laut Apple kaufen die Kunden Apps und Dienste beim jeweiligen Anbieter, der auch deren Preise festsetzt. Man selber erhebe nur eine Vermittlungsgebühr. Wer gegen überhöhte Preise vorgehen möchte, darf nach Apples Logik nur gegen die einzelnen App-Anbieter vorgehen, nicht aber gegen den Betreiber des Handelsplatzes. Dass dessen Anteil mit 30 Prozent alles andere als bescheiden ausfällt, scheint für Apple keine Rolle zu spielen. Seit nunmehr acht Jahren haben sich die Kläger durch die Instanzen gekämpft, um das Recht auf eine Sammelklage einzufordern, und das oberste Gericht der Vereinigten Staaten, der Supreme Court, hat diesen Weg nun frei gemacht - allerdings mit einer denkbar knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen.

Warum Apple ein Händler ist
Für die Entscheidung war ausschlaggebend, dass die Richter Apples "App Store" - wörtlich übersetzt bedeutet dies App-Laden - auch als solchen betrachten: Ein Geschäft, in dem Apple Waren an seine Kunden verkauft. Ob der Geschäftsbetrieb Apple nun eine pauschale Gewinnspanne von 30 Prozent aufschlägt oder jedes Produkt einzeln kalkuliert, spielt dabei keine Rolle. Aus den Preisvorgaben der App-Hersteller lässt sich demnach nicht ableiten, dass diese eine direkte Geschäftsbeziehung zu den Endkunden unterhalten. Wer im Baumarkt eine Kettensäge erwirbt, kauft diese schließlich auch nicht direkt beim Hersteller, obwohl dessen Preisgestaltung einen großen Einfluss auf den Endkundenpreis hat. Würde man Apples Argumentation folgen, könnten sich letztendlich alle Händler auf den Standpunkt zurückziehen, dass man nur als Vermittler für den eigentlichen Hersteller auftrete und sich so aus jeglicher Verantwortung stehlen.

Aktie unter Druck
Dass der Supreme Court den Weg für Sammelklagen gegen Apple freigemacht hat, ließ die Aktie des Unternehmens am Montag von 197,18 auf 185,72 US-Dollar einbrechen (-5,81%). Allerdings war Montag auch ein sehr schwacher Handelstag, aus dem der NASDAQ Composite (IXIC) mit einem Minus von 3,41 Prozent ging. Aktuell wird Apples Papier mit 189,00 US-Dollar gehandelt und liegt damit um 4,15 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag.

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