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Oculus Rift: Verkauf geht weiter, Strafe halbiert

Meldung von doelf, Freitag der 29.06.2018, 14:26:09 Uhr

Ein Gericht in Dallas hat einen Antrag des Spieleverlegers ZeniMax, mit dem der Verkauf der VR-Brille Oculus Rift in den USA untersagt werden sollte, abgelehnt. Zudem halbierte Richter Ed Kinkeade die zuvor von Geschworenen verhängte Strafzahlung auf nunmehr 250 Millionen US-Dollar. Plus Zinsen in Höhe von 54 Millionen US-Dollar.

Wir blicken zurück: Im Jahr 2012 bastelte Palmer Luckey, Mitbegründer der Firma Oculus VR, einen ersten Prototypen der VR-Brille Rift. John Carmack, Mitbegründer der Spieleschmiede id Software, war von diesem Prototypen beeindruckt und modifizierte die Hardware sowie das von id Software entwickelte Spiel "Doom 3" für eine Demonstration auf der Spielemesse E3. Nach dieser Präsentation startete Oculus VR eine Kickstarter-Kampagne und konnte 2,4 Millionen US-Dollar für die weitere Entwicklung der Brille einsammeln. Nach einer weiteren Investitionsrunde mit Risikokapitalgebern im Jahr 2013 verließ Carmack id Software und wurde neuer Technikchef (Chief Technology Officer) von Oculus VR. Ein Jahr später kaufte Facebook das Unternehmen für 2 Milliarden US-Dollar.

Dies brachte ZeniMax auf den Plan, die im Juni 2009 id Software übernommen hatten. Nach Angaben des Spieleverlegers hatte Carmack als Angestellter von ZeniMax und unter Nutzung von firmeneigenen Ressourcen an der Oculus Rift gearbeitet. Insbesondere die Testumgebung, die Carmack für die VR-Demonstrationen genutzt hatte, basiere auf geistigem Eigentum von ZeniMax. Luckey sei sich dessen bewusst gewesen und habe noch vor der Gründung seiner eigenen Firma entsprechende Verträge unterschrieben. Nachdem der Versuch einer gütlichen Einigung mit Oculus VR und später mit Facebook gescheitert war, zog ZeniMax vor Gericht. Im Februar 2017 verhängten die Geschworenen, dass Facebook und zwei der Oculus-Mitbegründer insgesamt eine halbe Milliarden US-Dollar an ZeniMax zu zahlen hätten.

Richter Ed Kinkeade bestätigte hiervon allerdings nur 200 Millionen US-Dollar für den Vertragsbruch sowie 50 Millionen US-Dollar für Urheberrechtsverstöße. Die 250 Millionen US-Dollar, welche die Oculus-Mitbegründer Palmer Luckey und Brendan Iribe als Schadensersatz leisten sollten, wurden indes komplett gestrichen. Dafür gibt es einen Aufschlag in Höhe von 54 Millionen US-Dollar für Zinsen, die zwischenzeitlich angefallen sind. 304 Millionen US-Dollar sind immer noch sehr viel für sieben Zeilen Code, die Oculus nach eigenen Angaben von ZeniMax kopiert hatte. Doch auch ZeniMax ist mit der reduzierten Strafe unzufrieden und behält sich weitere Schritte vor. Und so wird uns dieses Thema vermutlich noch weiter beschäftigen...

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