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Rekordstrafe: EU lässt Google 2,42 Milliarden Euro bluten

reported by doelf, Dienstag der 27.06.2017, 14:56:32 Uhr

Internetfirmen wie Google sind weltweit tätig, dominieren ihre Marktsegmente nach Belieben und bauen ihre Vormachtstellung immer weiter aus. Die EU-Kommission sieht hierin einen massiven Missbrauch und trifft den Internetriesen nun an der einzigen Stelle, die so richtig schmerzt: Dem Geldbeutel. Google soll eine Rekordstrafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro zahlen.

Und dabei geht es nicht einmal um Googles gesamtes Portfolio, zu dem auch das weltweit führende Mobilbetriebssystem Android und der weltweit führende Webbrowser Chrome gehören, sondern lediglich um die Verknüpfung von Googles Suchmaschine mit dem hauseigenen Preisvergleichsdienst. Nach Ansicht der EU-Kommission hat Google seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschine missbraucht, um dem eigenen Preisvergleichsdienst einen unrechtmäßigen Vorteil zu verschaffen. Im Vergleich zu den Mitbewerbern sei Googles Preisvergleich keinesfalls ein besseres Produkt, doch das US-Unternehmen hat ihn in den Suchergebnissen stets ganz oben platziert, während die Konkurrenzprodukte unberechtigterweise herabgestuft wurden.

Google ist seit dem Jahr 2004 im Bereich der Preisvergleiche vertreten, doch der erste Versuch namens Froogle fruchtete nicht. 2008 wurde Froogle in "Google Product Search" umbenannt, auf Deutschland und das Vereinigte Königreich ausgeweitet sowie enger mit der eigenen Internetsuche verknüpft. Diese dominiert den europäischen Markt seit Jahren und generiert über Werbeanzeigen weltweit knapp 90 Prozent aller Einkünfte des Unternehmens. Durch die Platzierung des eigenen Preisvergleichs auf den besten Werbeplätzen konnte Google die Klickraten wesentlich erhöhen und seinen Marktanteil in diesem Segment entscheidend steigern. 2010 wurde die "Google Product Search" in Frankreich eingeführt und ein Jahr später folgten Italien, die Niederlanden und Spanien. Das Jahr 2013 brachte eine weitere Umbenennung in "Google Shopping" sowie die Ausweitung des Dienstes auf Belgien, Dänemark, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden und die Tschechischen Republik. An der systematischen Benachteiligung der Mitbewerber hatte sich allerdings nichts geändert.

Sollte Google die Bevorzugung seines eigenen Preisvergleichs nicht binnen 90 Tagen einstellen, erwarten die Muttergesellschaft Alphabet saftige Zwangsgelder in Höhe von fünf Prozent des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes! Diese Zwangsgelder haben nichts mit der 2.424.495.000 Euro schweren Geldbuße zu tun, sie werden zusätzlich fällig. Zudem wurde Google verpflichtet, die EU-Kommission laufend über die getroffenen Maßnahmen zu unterrichten. Darüber hinaus können Googles Mitbewerber in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zivilrechtliche Schadenersatzklagen gegen den Internetriesen einreichen, welche aufgrund der festgestellten Kartellrechtsverstöße erfolgreich sein dürften. Weiteres Ungemach droht Google in zwei weiteren Verfahren, welche das Betriebssystem Android und die Werbeplattform AdSense beleuchten.

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