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Foto-Zusammenschluss: SmugMug hat Flickr gekauft

reported by doelf, Montag der 23.04.2018, 16:51:43 Uhr

Die Fotoplattform Flickr hat ein neues zu Hause beim kalifornischen Bild-Hosting-Dienst SmugMug gefunden. Damit ist die Zukunft des einstiegen Pioniers unter den Foto-Communities erst einmal gesichert, denn SmugMug will Flickr neu beleben. Und thematisch passen die beiden Unternehmen perfekt zusammen.

Flickr wurde einst von der kanadischen Firma Ludicorp gegründet und diente zunächst als Bild-Upload für das Online-Spiel "Game Neverending". Da die Nutzer die Foto-Funktion liebten, das Spiel aber nicht, fand "Game Neverending" im Jahr 2004 ein abruptes Ende und nur Flickr blieb übrig. Die aufstrebende Plattform erweckte 2005 das Interesse von Yahoo, denn der Internetpionier suchte händeringend nach irgendwelchen sozialen Netzwerken, um Staub ab- und sich ein jüngeres Publikum zuzulegen. Im März 2005 kaufte Yahoo Ludicorp nebst Flickr für einen Betrag zwischen 22 Millionen und 25 Millionen US-Dollar, doch Yahoos Versuch, sich zwischen Google, Facebook und Microsoft zu etablieren, scheiterte.

So wurde Yahoo selbst zu einem Übernahmekandidaten und wurde Mitte 2017 von der US-Telekommunikationsfirma Verizon gekauft. Bei Verizon scheint man eine ausgesprochene Schwäche für Internetdinosaurier zu haben, denn im Jahr 2015 hatte sich das Unternehmen bereits AOL einverleibt. Beide Zukäufe wurden 2017 in eine neue Tochter namens Oath Inc. ausgelagert. Was Flickr betrifft, so schien es keine konkreten Pläne zu geben. Nach einer letzten Überarbeitung im Jahr 2015 wurde die Fotoplattform ziemlich vernachlässigt und ihre Zukunft erschien immer ungewisser. Doch nun hat sich mit SmugMug doch noch ein Käufer gefunden, der zwar aus dem Silicon Valley stammt, dort als Familienunternehmen aber eher aus der Reihe fällt.

SmugMug startete im Jahr 2002 mit ein paar guten Ideen und so gut wie keinem Kapital. Dennoch konnte sich das Unternehmen bis heute halten und seine Dienste rund um die digitale Fotografie etablieren. Bei SmugMug haben Fotografen mehr Kontrolle über ihre Bilder als auf vielen anderen Plattformen. Passwörter gibt es nicht nur für das Konto, sondern auch für die einzelnen Galerien. Man kann auch versteckte Galerien anlegen oder einzelne Galerien und Fotos mit Freunden oder seiner Familie teilen. Bezahlende Kunden können ihre Fotos automatisch mit einem Wasserzeichen versehen sowie die Bilder als Download oder Ausdruck über SmugMug verkaufen. Wie genau Flickr in das vorhandene Angebot integriert werden soll, ist noch offen. Doch zumindest zeichnen sich viele Synergien ab.