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Nicht genug Einwohner für Facebooks angebliche Reichweite

reported by doelf, Donnerstag der 14.09.2017, 13:48:28 Uhr

Mein guter Freund Riegelbruch Beutelware und ich hatten es schon immer geahnt: Facebook platzt aus allen Nähten, weil es dort zu viele Fake-Accounts gibt. Die schreiben zwar fleißig Fake-News, sind ansonsten aber nicht existent. Nur Facebooks Werbekunden, denen Reichweiten vorgegaukelt werden, welche mit der Realität herzlich wenig zu tun haben, sollen mit harter Münze für die nicht existierenden Nutzer zahlen.

Dabei sind all diese Fake-Accounts, aus rein marktwirtschaftlicher Sicht, total asozial. Hinter einigen stehen reale Personen, die frechweg ihren Namen verschleiern und die Werbeindustrie mit falschen Vorlieben in die Irre führen. Andere wurden von Marketing-Experten erfunden, damit nichtige Produkte, Z-Promis und populistische Hassprediger bei Facebook nicht so alleine sind. Diese Nichtexistenzen sind zuweilen Bots, die ihre Nichtexistenz durch das Einstellen und Weitergeben von Belanglosigkeiten verschleiern und somit realer erscheinen können als echte Menschen. Doch sie kaufen nichts und verteilen zugleich dicke Geldbündel von der darbenden Werbeindustrie an Facebook um.

Die Frage, welche lange Zeit im Dunkel blieb, war, wie weit die Werbeindustrie von Facebook über den Tisch gezogen wird. Glücklicherweise hat das soziale Netzwerk diese nun selbst beantwortet, indem es seinen Werbekunden nach Zielgruppen und Ländern geordnete Reichweiten präsentiert. Diese lassen sich mit geringem Aufwand den statistischen Daten der jeweiligen Länder gegenüberstellen und so fliegt die ganze Blase auf, sobald die genannte Reichweite die Gesamtzahl einer Bevölkerungsgruppe übertrifft. Und das tun Facebooks Reichweitenangaben auf breiter Front und alles andere als knapp. Es scheint, als habe Zuckerbergs Imperium aus eigener Hybris seine Hose zu weit heruntergelassen.

Wie das australische Branchenmagazin Adnews berichtet, nennt Facebook für Deutschland eine Reichweite von 12 Millionen Nutzern im Alter zwischen 20 und 29 Jahren. Das sind 130 Prozent der hierzulande lebenden 9,2 Millionen Personen dieses Alters. In Australien liegt Facebooks angebliche Reichweite mit 4,69 Millionen Nutzern sogar um 33,6 Prozent über der tatsächlichen Einwohnerzahl aus dieser Altersgruppe (3,51 Millionen). Doch sind dies nur einzelne Fehler oder liegt hier eine systematische Selbstüberschätzung vor? Betrachten wir ein paar weitere Länder: USA (+42,2%), Kanada (+41,6%), Vereinigtes Königreich (+39,3%), Frankreich (+35,6%), Italien (+31,6%) und Brasilien (+26,1%).

Facebooks Zuschläge zwischen 26,1 bis 42,2 Prozent sind nicht nur happig, sondern scheinen ganz systematisch angewendet zu werden. Und für die Werbekunden des Unternehmens sind solche Zahlen hochgradig irreführend. Die Abweichungen betreffen in erste Linie die für Werbetreibende besonders interessante Zielgruppe bis 29 Jahre und fallen ausgerechnet in Nordamerika, Facebooks wichtigstem Markt, am stärksten aus. Facebook selbst sieht sich missverstanden: So sollen die Zahlen nur grobe Anhaltspunkte liefern und würden auch Reisende sowie nicht gemeldete Menschen erfassen. Fragt sich nur, warum das Unternehmen von Reichweiten spricht und konkrete Zahlen nennt, wenn es nicht hinter diesen Angaben steht.

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