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Teurer Stromschlucker: AMDs Radeon RX Vega geht in den Verkauf

reported by doelf, Dienstag der 15.08.2017, 10:56:25 Uhr

AMD hat seine ersten beiden Vega-Modelle in den Handel entlassen: Die "Radeon RX Vega 64 Liquid Cooled Edition" mit Flüssigkeitskühlung findet sich zu Preisen ab 780 Euro, ist aber nirgendwo lieferbar. Die luftgekühlte "Radeon RX Vega 64" bekommt man ab 650 Euro und hier sind tatsächlich noch ein paar Exemplare im Handel erhältlich. Die europäischen Verkaufspreise liegen allerdings weit über den von AMD verkündeten 599 bzw. 499 US-Dollar.

HBM 2: Mehr Speicher, weniger Durchsatz
Die Vega-10-Chips sind technisch weit fortgeschritten, umfassen atemberaubende 12,5 Milliarden Transistoren und bieten 8 GiB des schnellen Stapelspeichers HBM 2. Dank der 2.048 Bit breiten Anbindung kommt dieser Speicher trotz einer geringen Taktrate von nur 950 MHz Speichertakt (Datenrate: 1,9 Gbps) auf einen Speicherdurchsatz von 483,8 GB/s. Die erste HBM-Generation auf der Radeon R9 Fury hatte nur mit 500 MHz takten können, doch hier war die Anbindung mit 4.096 Bit doppelt so breit gewesen, so dass die Fury auf 512 GB/s kam. In der Summe bietet HBM 1 das bessere Paket, ist aber auf 4 GiB limitiert und das ist für moderne Hochleistungsgrafikkarten einfach zu wenig. Doch um wirklich zu liefern, hätte HBM 2 den Speicherdurchsatz steigern müssen. Stattdessen ist lediglich der Stromverbrauch explodiert.

Radeon RX Vega 64

Vega 10: Beeindruckend durstig
Mit 295 Watt ist bereits die luftgekühlte Radeon RX Vega 64 ein echter Stromsäufer. Eine ähnlich schnelle GeForce GTX 1080 begnügt sich beispielsweise mit 180 Watt und selbst die deutlich flottere GeForce GTX 1080 Ti erweist sich mit 250 Watt als genügsamer. Die luftgekühlte Variante taktet ihre 4.096 Shader-Kerne dabei mit 1.247 bis 1.546 MHz, die Flüssigkeitskühlung ermöglicht 1.406 bis 1.677 MHz. Allerdings steigt der Stromverbrauch hierbei auf 345 Watt an und liegt somit weit jenseits von Gut und Böse. In Spielen erreicht die luftgekühlte Radeon RX Vega 64 in etwa auf dem Nivau einer GeForce GTX 1080, kostet derzeit aber fast so viel wie eine GeForce GTX 1080 Ti. Das rechnet sich nicht. Und beim Trendsport Ether-Schürfen? Auch dort liegt man auf einem vergleichbaren Niveau, verbraucht aber wesentlich mehr Strom.

Keine Kaufempfehlung
Der Vega 10 ist zweifellos ein beeindruckender Grafikprozessor und AMD ist es gelungen, den Rückstand auf NVIDIA zu verkleinern. Doch weder bei Spielen noch beim Krypto-Mining kann der Vega 10 neue Maßstäbe setzen. Lediglich beim Stromverbrauch liegt er ganz weit vorne - allerdings im negativen Sinne. Es spricht wenig für den Kauf einer Vega-Karte und die völlig überzogenen Preise im europäischen Handel machen die Sache nicht besser: Trotz eines schwachen US-Dollars werden astronomische Preise für die ersten Vega-Karten verlangt, welche sogar NVIDIAs überzogene Preispolitik in den Schatten stellen. Doch wenn sich Vega nicht über den Preis verkaufen kann, über was dann? Über unfertige Treiber? Aktuell macht es jedenfalls keinen Sinn, eine Vega-basierte Grafikkarte zu kaufen.

Und die Radeon RX Vega 56?
Der auf 3.584 Shader-Kerne abgespeckte Vega 10 wird am 28. August 2017 auf der "Radeon RX Vega 56" in den Handel kommen. Hier nennt AMD einen Preis von 399 US-Dollar und einen Stromverbrauch von 210 Watt. Da bei dieser Grafikkarte auch der GPU-Takt auf 1.156 bis 1.471 MHz reduziert und der Speichertakt auf 800 MHz (Datenrate: 1,6 Gbps; Speicherdurchsatz: 410 GB/s) gedrosselt ist, tritt sie gegen die GeForce GTX 1070 an. Doch auch hier wird Vega nur über den Preis punkten können, denn AMDs Neuentwicklung frisst 60 Watt mehr als NVIDIAs Bestseller. Dabei wird NVIDIAs Pascal mit Strukturgrößen von 16 nm gefertigt und AMDs Vega läuft schon im 14-nm-Prozess vom Band. Es scheint, als habe AMD mit HBM2 auf das falsche Pferd gesetzt.

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