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AMDs Ryzen Threadripper 2990WX ist da: 32 Kerne, 64 Threads

reported by doelf, Dienstag der 14.08.2018, 14:34:09 Uhr

Wenn es um Rechenleistung für Desktop-Systeme und Workstations geht, ist AMD seit gestern die Nummer 1. Mit 32 Kernen und 64 Threads setzt der neue Ryzen Threadripper 2990WX Maßstäbe und deklassiert Intels Core i9-7980XE, der auf seinen 18 Kernen lediglich 36 Threads ausführen kann. Für Spiele ist dieses Kaliber allerdings zu fett. Aber der Ryzen Threadripper 2950X mit 16 Kernen und 32 Threads folgt ja bald.

Ryzen Threadripper 2990WX: Das Doppelte, bitte!
Bei AMD wird seit letztem Jahr geklotzt und nicht gekleckert. Im Vergleich zum bisherigen Flaggschiff Ryzen Threadripper 1950X wurde die Zahl der Kerne und Threads verdoppelt, zugleich wurde der maximale Turbotakt um 200 MHz auf 4,2 GHz angehoben. Den Basistakt hat AMD allerdings um 400 MHz auf 3,0 GHz reduziert. Organisiert ist der Prozessor in vier Einheiten (DIEs) mit jeweils acht Kernen, wobei leider nicht jede Einheit einen eigenen Speicherkanal bekommt. Es gibt zwar vier Speicherkanäle, doch diese sind jeweils als Doppelpack mit zwei der 8-Kern-Einheiten verbunden, während die beiden übrigen DIEs den Umweg über ihre Nachbarn nehmen müssen. Wer acht RAM-Kanäle will, muss zur Server-Baureihe Epyc greifen.

Dennoch zielt die zweite Generation des Ryzen Threadripper nicht nur auf Enthusiasten, sondern primär auf Profis, was AMD mit dem Zusatz "WX" verdeutlichen will. Die beiden großen Varianten mit 32 und 24 Rechenkernen sind für den Einsatz in Workstations gedacht, während die X-Modelle mit 16 bzw. 12 Kernen für leistungsfähige Desktops und Gaming-Maschinen konzipiert sind. Doch erst einmal zurück zum Speicher: AMD erlaubt jetzt offiziell den Einsatz von DDR4-2933, allerdings darf die Hauptplatine dann nur einen Speichersteckplatz pro Kanal bieten. Sind acht DIMM-Sockel vorhanden, reduziert sich die Geschwindigkeit selbst bei vier Modulen auf DDR4-2667. Wer acht Riegel verbaut, muss sich mit DDR4-2133 (Single Rank) oder DDR4-1866 (Dual Rank) begnügen.

Der Ryzen Threadripper 2990WX besitzt drei Cache-Ebenen, die 3, 16 sowie 64 MiB an Daten fassen - und auch das ist doppelt so viel wie beim Ryzen Threadripper 1950X. Die neuen Kerne der Generation Zen+ punkten mit kürzeren Latenzen bei Cache- und Speicherzugriffen und der Wechsel von 14 nm (14LPP FinFET) auf 12 nm (12LP FinFET) hat den Threadripper effizienter gemacht. Dennoch ist die Verlustleistung kräftig gestiegen - 250 statt 180 Watt muss die Kühlung nun bewältigen und das Mainboard verkraften. Zumindest hat sich die Verlustleistung nicht verdoppelt, der Preis aber schon: Während der Ryzen Threadripper 1950X für unter 770 Euro abverkauft wird, führen erste Händler den Ryzen Threadripper 2990WX für 1.829 Euro. Allerdings ist die Leistung pro Euro entscheidend.

Plattform und Mainboards bleiben unverändert
Keine Änderung gibt es hinsichtlich der Plattform: AMD bleibt dem Sockel TR4 und dem Chipsatz X399 treu und verspricht, dass sich der Ryzen Threadripper 2990WX und seine Geschwister auch auf den bisherigen TR4-Motherboards nutzen lassen. Lediglich ein UEFI-Update wird benötigt. Und der Hersteller der Hauptplatine muss die 250 Watt sowie den höheren Speichertakt absegnen, was hier und da noch für Probleme sorgen könnte. Der Nachteil dieser Strategie ist die Limitierung auf vier Speicherkanäle, aus der sich oberhalb von 16 Kernen eine suboptimale Anbindung ergibt. Und gerade deshalb sind auch die kleineren Varianten des neuen Ryzen Threadripper einen Blick wert:

  • AMD Ryzen Threadripper 2990WX (32 Kerne/64 Threads; 3,0-4,2 GHz; 3/16/64 MiB L1/L2/L3-Cache; 250 W TDP): Straßenpreis ab 1.829 Euro (Markteinführung: 13.08.2018)
  • AMD Ryzen Threadripper 2970WX (24 Kerne/48 Threads; 3,0-4,2 GHz; 2,25/12/64 MiB L1/L2/L3-Cache; 250 W TDP): noch kein Preis bekannt (Markteinführung: Oktober 2018)
  • AMD Ryzen Threadripper 2950X (16 Kerne/32 Threads; 3,5-4,4 GHz; 1,5/8/32 MiB L1/L2/L3-Cache; 180 W TDP): noch kein Preis bekannt (Markteinführung: 31.08.2018)
  • AMD Ryzen Threadripper 2920X (12 Kerne/24 Threads; 3,5-4,3 GHz; 1,125/6/32 MiB L1/L2/L3-Cache; 180 W TDP): noch kein Preis bekannt (Markteinführung: Oktober 2018)

Ryzen Threadripper 2950X mit 16 Kernen
Der eigentliche Erbe des Ryzen Threadripper 1950X wird daher der Ryzen Threadripper 2950X sein, der ebenfalls 16 Kerne und 32 Threads bietet. Seine TDP bleibt mit 180 Watt auf dem Niveau des Vorgängers, doch die Taktraten von CPU (Basistakt: +100 MHz; Turbotakt: +400 MHz) und Arbeitsspeicher (DDR4-2933 statt DDR4-2667) hat AMD etwas angezogen. Gepaart mit den schnelleren Kernen der Generation Zen+ stellt auch der Ryzen Threadripper 2950X einen klaren Schritt nach vorne dar, wobei sich ein Upgrade aber kaum lohnen dürfte. Einzig bei Einsatzgebieten, die deutlich von schnellerem Arbeitsspeicher und geringeren Latenzen beim Zugriff auf Cache und RAM profitieren, wird sich der Ryzen Threadripper 2950X deutlich von der ersten Generation absetzen können. Straßenpreise konnten wir für den Ryzen Threadripper 2950X noch nicht finden, doch diese CPU wird AMD auch erst am 31. August 2018 in den Handel bringen.

Auf die Modelle Ryzen Threadripper 2970WX (24 Kerne/48 Threads) und Ryzen Threadripper 2920X (12 Kerne/24 Threads) müssen wir sogar noch bis Oktober warten. Sie stellen eine abgespeckte Variante des jeweiligen Vollausbaus dar, könnten preislich aber durchaus attraktiv sind. Schließlich sind nicht alle Anwendungen in der Lage, 16 oder 32 Kerne effizient zu nutzen. Insbesondere Spiele profitieren bisher kaum von mehr als acht Rechenkernen, so dass bereits der Ryzen Threadripper 2920X noch ausreichend Reserven für die Zukunft bietet.

Erste Eindrücke und Testberichte:

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