Europäische Satellitennavigation Galileo ist seit Tagen ausgefallen
MSI RTX 2070 SUPER GAMING X TRIO

Europäische Satellitennavigation Galileo ist seit Tagen ausgefallen

Meldung von doelf, Montag der 15.07.2019, 14:00:51 Uhr

Obwohl noch nicht vollständig, kann die europäische Satellitennavigation Galileo seit dem 15. Dezember 2016 von jedermann genutzt werden. Seit vergangenem Donnerstag funktioniert bei Galileo aber herzlich wenig und seit Freitag ist das Satellitennavigations- und Zeitgebungssystem fast vollständig ausgefallen.

Ein paar Eckdaten zu Galileo
Galileo besteht aus 30 Satelliten, von denen sich bisher allerdings nur 26 in einem Erdorbit befinden. Für die vollständige Abdeckung werden 27 Satelliten benötigt, die übrigen drei dienen als Reserve. Die ersten Satelliten wurden am 21. Oktober 2011 in ihre Umlaufbahn geschlossen, die letzten sollen im Jahr 2021 gestartet werden. Mit Galileo will die Europäische Union unabhängiger von NAVSTAR-GPS (USA) werden, mit GLONASS und Beidou verfolgen Russland und China ähnliche Strategien. Obwohl derzeit noch Satelliten im globalen Netz fehlen, ist Galileo schon funktionsfähig. Die Unterstützung durch die Industrie fällt allerdings noch sehr bescheiden aus.

Der Ausfall
Am 11. Juli 2019 meldete die verantwortliche GNSS-Agentur (Global Navigation Satellite Systems Agency) in Prag eine Systemstörung, die um 1:00 Uhr UTC (3:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit) des selben Tages begonnen hatte und alle Galileo-Satelliten betraf: Die Signale seien entweder nicht empfangbar oder würden die Minimalanforderungen an die Systemspezifikationen nicht erfüllen. Am 13. Juli wurde dann ein Systemausfall erklärt, der sich am 12. Juli 2019 um 1:50 Uhr UTC (3:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit) ereignet hatte. Es erfolgte der ausdrückliche Hinweis, dass die Galileo-Daten vorerst nicht mehr genutzt werden sollen, da diese seit dem genannten Zeitpunkt veraltet sind.

Laut GNSS-Agentur liegt das Problem bei den Bodenstationen. Man habe es identifiziert und arbeite an einer schnellen Lösung. Schnell ist dabei relativ, denn mittlerweile ist das System seit viereinhalb Tagen fast vollständig ausgefallen. Nur ein Dienst ist derzeit noch ein Betrieb, der "Galileo Search and Rescue" (SAR). Dieser wird insbesondere für die See- und Bergrettung benötigt. Eigentlich verfügt Galileo über zwei gleichberechtigte Kontrollzentren, eines im deutschen Oberpfaffenhofen und ein zweites im italienischen Fucino, um solch massiven Systemprobleme auszuschließen. Bei der aktuellen Störung handelt es sich um den bisher größten Ausfall von Galileo. Anfang 2017 hatte das System bereits mit defekten Atomuhren in mehreren Satelliten zu kämpfen gehabt.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]