Werbung
Star Trek: Picard exklusiv bei Amazon Prime


Samsungs Blu-ray-Geräte: Erneute Einsendung erforderlich, Ursache gefunden

Meldung von doelf, Montag der 20.07.2020, 15:52:25 Uhr

Vor einem Monat war es weltweit zu Ausfällen von Blu-Ray-Abspielgeräten und Heimkinoanlagen des Herstellers Samsung gekommen. Inzwischen ließ das Unternehmen einen Teil der betroffenen Geräte über seine Service-Partner reparieren, doch nach der Instandsetzung fehlte die App Amazon Prime Video. Wer diese benötigt, muss seine Geräte nun nochmals einsenden. Die Ursache der Ausfälle ist offenbar geklärt, allerdings nicht durch Samsung.

Und noch eine Ehrenrunde durch die Vertragswerkstatt
Wie ein Moderator im deutschen Kundendienstforum wissen ließ, soll man für die nochmalige Einsendung die bekannten Formulare verwenden. Dies gilt zumindest für betroffene Kunden aus Deutschland, deren Geräte vom Service-Dienstleister TVS repariert werden. Ob Samsung seine Partner in Österreich und der Schweiz ebenfalls schon informiert hat, ist unklar. Im Rahmen der ersten Reparaturwelle hatte es einige kommunikative Defizite gegeben. Hier die entsprechenden Online-Formulare:

Samsung schweigt weiter zur Ursache der Ausfälle
Weitere kommunikative Defizite betreffen das eigentliche Problem: Um den 19. und 20. Juni 2020 herum hatten sich weltweit Blu-Ray-Abspielgeräte und Heimkinoanlagen des Herstellers Samsung in einer Boot-Schleife verfangen. Die Geräte meldeten nach dem Anschalten, dass kein Blu-ray-Medium eingelegt sei und starteten erneut. Ob sich ein Datenträger in der Lade befand, spielte dabei keinerlei Rolle. Die Firma Samsung, die das Blu-ray-Geschäft Anfang 2019 verlassen hatte, reagierte anfangs recht zögerlich und hat es bis heute versäumt, ihre Kunden über die Ursache des Problems zu unterrichten. Auch Samsungs Kommunikation mit den Medien gestaltete sich unerfreulich.

The Register: Eine XML-Datei war der Auslöser
In der Folge reichten die Spekulationen von einem fehlgeschlagenen Firmware-Update über ausgelaufene Zertifikate, Hardwaredefekte aufgrund fehlerhafter Zähler bis hin zu Hackerangriffen durch Nordkorea. Wie The Register nun vermeldet, hatten die Geräte eine nicht kompatible XML-Konfigurationsdatei heruntergeladen, welche das Betriebssystem gleich beim Start abstürzen ließ. Interessanterweise war die XML keinesfalls defekt, doch Samsungs Parser ist nicht in der Lage, leere List-Elemente zu verarbeiten. Dummerweise fängt Samsungs Firmware solche Fehler bei der Verarbeitung von XML-Strukturen nicht ab und lädt solche Dateien immer wieder ohne zu prüfen, ob das Laden zuvor bereit gescheitert war oder bereits eine neue Dateiversion zur Verfügung steht.

Pikant: XML-Datei steuert Datensammlung
Laut The Register steuert die fragliche XML-Datei, welche Daten über das Nutzerverhalten gesammelt und an Samsung weitergeleitet werden. Das Blu-ray-Gerät kann beispielsweise erfassen, welche Filme der Nutzer ansieht, welche Apps und Streaming-Dienste man startet und wie oft diese verwendet werden. Solche Daten können sowohl bei der Fehlersuche helfen, etwa wenn eine App abstürzt oder eine Blu-ray bei der Wiedergabe hängt, aber auch für Marketingzwecke verwendet werden. Mit der XML-Datei vom 18. Juni 2020 wollte Samsung offenbar erreichen, dass die Telemetriedaten erst dann an Samsungs Server übermittelt werden, nachdem der Benutzer seine Zustimmung erteilt hatte, was bis dahin offenbar nicht der Fall war.

Wir fassen zusammen:

  • FAIL: Samsung hat Daten über das Nutzungsverhalten auch ohne Zustimmung der Kunden gesammelt.
  • FAIL: Samsung hat eine inkompatible XML-Datei ohne ausreichende Tests an die Geräte verteilt.
  • FAIL: Samsungs Firmware verarbeitet gültige XML-Strukturen fehlerhaft, was zum Absturz führt.
  • FAIL: Samsungs Firmware fehlen Mechanismen, um Eingabefehler bei XML-Daten abzufangen.
  • FAIL: Samsungs Firmware enthält einen Logikfehler, der einen Abbruch der Boot-Schleife verhindert.
  • FAIL: Samsungs Reparatur löscht Amazon Prime Video, ein Download der App ist nicht möglich.
  • FAIL: Für einige Modelle fehlen Ersatzteile, man will die Kunden mit dem Zeitwert entschädigen.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]