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Google Stadia: Spielen per 4K-Stream

Meldung von doelf, Mittwoch der 20.03.2019, 16:19:43 Uhr

Google versucht, mit Hilfe seiner Vormachtstellung bei Rechenzentren und Netzwerkstrukturen ein neues Geschäftsfeld zu erobern: Das Gaming. Eine eigene Konsole musste der Internetkonzern hierfür nicht vorstellen, denn beim Endgerät haben die Nutzer freie Wahl. Die neue Plattform Stadia setzt nämlich auf Streaming und eine enge Integration mit YouTube.

Grundfunktion und Starttermin
Auf der "Game Developers Conference" (GDC) in San Francisco wurde Stadia gestern präsentiert, der Start ist für dieses Jahr geplant. Zumindest in "ausgewählten Ländern", zu denen die USA, Kanada, Großbritannien und "viele weitere europäische Länder" gehören. Stadia streamt in 4K-Auflösung mit 60 fps auf Computer, Tablets, Smartphones und TV-Geräte inklusive HDR-Unterstützung (High Dynamic Range/Hochkontrast) sowie Raumklang. In dieser Qualität kann das Spielgeschehen auch aufgezeichnet und geteilt werden, was uns zum nächsten Merkmal der Plattform bringt:

Die Vernetzung mit YouTube
Laut Google rufen tagtäglich "mehr als 200 Millionen Menschen" Gaming-Inhalte auf YouTube ab und diese will das Unternehmen für Stadia gewinnen. Über die neue Schaltfläche "Jetzt spielen" wechselt der Zuschauer seine Rolle und wird zum Spieler. Man kann also in die von YouTubern veröffentlichen Szenen einsteigen und diese selber erleben - sofern das Spiel dies unterstützt. Google zeigte das Prinzip am Beispiel von "Assassin's Creed Odyssey" und macht deutlich, dass man Stadia und YouTube genauso eng verzahnen möchte wie Spieler, YouTuber und Entwickler - schließlich winkt hier eine starke Wertschöpfungskette.

Stadia Controller

Stadia Controller
Auch wenn Google keine eigene Konsole vorgestellt hat, gibt es dennoch etwas Hardware: Den Stadia Controller. Dieser verbindet sich über WLAN direkt mit den Google-Servern, was die Latenzen gering halten soll. Es gibt eine spezielle Aufnahmetaste zum Starten der Videoaufzeichnung sowie eine Taste für den Google-Assistenten. Weiß man im Spiel nicht mehr weiter, kann man diesen aktivieren und über das Mikrofon um Hilfe bitten.

Die Vorteile
Die Vorteile liegen auf der Hand: Google kümmert sich um die Hardware und auch um die Software. Man benötigt weder eine Spielkonsole noch einen PC mit leistungsstarker Grafikkarte und schnellem Prozessor, sondern nur einen schnellen Internetzugang. Man muss keine Spiele herunterladen und installieren und auch um die lästigen Updates kümmert sich Google. Damit laufen alle Stadia-Spiele sofort auf den unterschiedlichsten Geräten.

Die Nachteile
Ist die Internetverbindung zu langsam, muss die Qualität des Streams reduziert werden. Oftmals leiden Streaming-Dienste für Spiele unter langen Latenzen, was Google mit seiner mächtigen Infrastruktur verhindern will. Eine andere Kernkompetenz der Firma ist das Sammeln von Daten, was Stadia in ein anderes Licht rückt: Google wird wissen, was ihr spielt, wie ihr spielt und auch wie ihr auf das jeweilige Spiel gestoßen seid. Eng an die Frage des Datenschutzes gekoppelt ist jene nach dem Finanzierungsmodell, welche Google leider noch nicht erläutert hat. Genauso ungeklärt ist das zu erwartende Spieleangebot.

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