Zum Thema 6 Kerne

Toshiba verkauft seine Speichersparte an Bain Capital

reported by doelf, Donnerstag der 21.09.2017, 17:24:39 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen und Western Digital hat das Nachsehen: Der japanische Krisenkonzern Toshiba verkauft seine zum 1. April 2017 ausgelagerte Speichersparte an K.K. Pangea. Diese Firma wurde einzig für diese Übernahme gegründet und gehört einem Konsortium rund um den US-amerikanischen Finanzinvestor Bain Capital. Andere Beteiligungen von Bain Capital stecken in Domino's Pizza und Jack Wolfskin.

Um die Übergabe sowie laufende Kredite finanziell abzusichern, wird sich Toshiba selbst mit 350,5 Milliarden Yen (2,62 Milliarden Euro) an Pangea beteiligen. Aktuell gehört die Toshiba Memory Corporation (TMC) ihrem Mutterkonzern noch zu 100 Prozent. Der Transfer aller Anteile soll zwei Billionen Yen (14,96 Milliarden Euro) in Toshibas Kasse spülen und das angeschlagene Unternehmen wieder handlungsfähig machen. TMC umfasst sowohl den Bereich Arbeitsspeicher als auch Toshibas Flash-und SSD-Entwicklung, nicht aber die Bildsensoren. Obwohl es derzeit noch Rechtsstreitigkeiten mit Western Digital gibt, wollen die Japaner diese Transaktion bis März 2018 zum Abschluss bringen.

Die erste Hürde muss der Verkauf am 24. Oktober 2017 auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung nehmen. Im Anschluss werden die üblichen Stellen kartellrechtliche Fragen klären. Und dann ist da noch Toshibas Partner Western Digital (WD), der das ganze Unterfangen torpedieren könnte. TMC und WD betreiben zusammen drei Joint-Ventures im Bereich Flash-Speicher, in die auch WD Entwicklungsarbeit investiert hat. Toshibas Anteile an diesen Firmen sollen mit TMC an Pangea verkauft werden, doch Western Digital reklamiert für sich ein Mitspracherecht und hatte Toshiba Mitte Juni auf Unterlassung verklagt. Toshiba erwiderte die Klage Ende Juni mit dem Vorwurf des wettbewerbswidrigen Verhaltens.

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