Full Steam Ahead

Intel stellt seine erste 10-nm-CPU ein

Meldung von doelf, Montag der 04.11.2019, 18:06:06 Uhr

Drei Jahre hatte Intel vergeblich an der Marktreife seiner 10-nm-Produktion gearbeitet, um mit dem Core i3-8121U dann doch noch einen ziellosen Schnellschuss abzugeben. Eigentlich sollte der Core i3-8121U der erste Vertreter der "Cannon Lake"-Familie sein, letztendlich blieb die erfolglose CPU aber die einzige ihrer Art. Und das hatte einen guten Grund.

Eher Prototyp als marktreif
Der 10-nm-Prozess, welcher für den Core i3-8121U genutzt wurde, war schlicht und einfach nicht ausgereift! So konnte Intel lediglich eine Dual-Core-CPU verwirklichen, die auf einen TDP-Rahmen von 15 Watt beschränkt war. Normalerweise verhelfen kleinere Strukturen zu höheren Taktraten, während der Energiebedarf bei gleicher Taktung sinkt. Das war beim Cannon Lake aber nicht der Fall, denn der Basistakt entspricht dem des 14-nm-Vorgängers Core-i3 8130U aus der Baureihe "Kaby Lake-R" und den Turbotakt musste Intel sogar um 200 MHz auf 3,2 GHz reduzieren. Schlimmer noch: Beim 10-nm-Prozessor funktionierte die Grafikeinheit nicht, so dass dieser zwingend mit einem diskreten Grafikchip kombiniert werden musste. Doch wer steckt schon eine GPU nebst eigenem Grafikspeicher in ein System mit einer leistungsschwachen 2-Kern-CPU?

Für PC-Hersteller unattraktiv
Letztendlich so gut wie niemand, so dass Intel den Core i3-8121U selbst verbauen musste - in den NUC-Systemen NUC8I3CYSM und NUC8I3CYSN. Dies ist auch einer der Gründe dafür, dass dieser Prozessor zwar im zweiten Quartal 2018 vorgestellt wurde, es aber erst gegen Ende 2018 in den Handel schaffte. Und genau diese beiden NUCs schickt Intel nun aufs Abstellgleis, da es mit dem Core i3-1005G1 endlich einen voll funktionsfähigen 10-nm-Nachfolger gibt. Bei dieser "Ice Lake"-CPU sind im Turbomodus 3,4 GHz möglich und es ist eine IGP des Typs Intel UHD Graphics mit an Bord. Verstörend ist derweil der garantierte Basistakt, welcher von 2,2 auf 1,2 GHz reduziert wurde, obwohl es beim TDP-Rahmen von 15 Watt geblieben ist.

Schafft "Ice Lake" den 10-nm-Durchbruch?
Intel hatte "Ice Lake" offiziell im dritten Quartal 2019 eingeführt, doch nicht jede Core-CPU der zehnten Generation entspringt dieser Familie. Stattdessen tummeln sich hier auch "Comet Lake" (Core i7-10510U und i7-10710U) sowie "Amber Lake Y" (Core i7-10510Y), die allesamt noch im 14-nm-Prozess gefertigt werden. Und während es für die 14-nm-CPUs einen stabilen Grafiktreiber gibt, müssen sich "Ice Lake"-Nutzer mit einem Beta-Treiber von Anfang September begnügen. Aber zumindest konnte Intel schon einige PC-Hersteller von "Ice Lake" überzeugen: Der Core i3-1005G1 kommt in Lenovos Ideapad S340-14IIL und C340-15IIL sowie in einigen HP-Notebooks (15-cs3001ng, 14s-dq1000ng, 14s-dq1120ng, 14s-dq1421ng) zum Einsatz und wird ab Dezember auch im Microsoft Surface Pro 7 stecken.

Zuvor Kaby Lake-G ohne Nachfolger eingestellt
Während die Nachfolge des Core i3-8121U gesichert ist, wird der ebenfalls glücklose "Kaby Lake-G" ohne Nachfolger eingemottet. Anfang Oktober hatte Intel diese seltsame Chimäre aus hauseigenen Core-Rechenkernen und Grafikeinheiten von AMD in den EOL-Status versetzt. "Kaby Lake-G" umfasst fünf CPU-Modelle (100 Watt TDP: Core i7-8809G, Core i7-8709G; 65 Watt TDP: Core i7-8706G, Core i7-8705G, Core i5-8305G), die es allerdings nur in fünf Notebook-Serien (Acer Aspire 7 A715 und ConceptD 5, Dell Precision 5530 und XPS 15, HP Spectre x360 15) und zwei NUC-PCs (NUC8i7HVK und NUC8i7HNK) geschafft hatten. Wir erwarten, dass Intel im Laufe des Jahres 2020 einen eigenen Grafikchip präsentieren wird, der die entstandene Lücke kompensieren wird.

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