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Kolumne: Niemand hat vor, Windows 7 abzuschalten

Meldung von doelf, Montag der 13.01.2020, 21:01:33 Uhr

Zu früh gekommen: "Am heutigen Dienstag endet der Support von Microsoft für das Betriebssystem Windows 7" meldet Spiegel Online am heutigen Montag und trägt mit zur Verwirrung bei, welche seit Wochen durch die Medien geistert. Selbst in Werbeprospekten wird davor gewarnt, dass mit Windows 7 Schluss sei und Microsoft das Programm jetzt beende. Doch halt: Es gibt keinen Grund, den heimischen PC mit Benzin zu übergießen und anzuzünden!

Support nur noch gegen Geld und nur noch für Geschäftskunden
Fakt ist, dass Microsoft seinen zehnjährigen Support-Zeitraum für Windows 7 am morgigen Dienstag mit einer letzten Runde Updates beenden wird. Selbst kritische Fehler werden dann nicht mehr behoben, es sei denn man ist ein Unternehmen und schließt einen kostenpflichtigen Support-Vertrag bei Microsoft ab. Nur dann gibt es für maximal drei weitere Jahre Notfallflicken, wobei dieser teure Spaß privaten Nutzern erst gar nicht angeboten wird. Microsoft hatte diese Option eigentlich nur für große Unternehmen und Behörden geplant, musste sie dann aber kurzfristig auch für kleinere Geschäfte öffnen, weil Windows 7 nach wie vor auf einem Drittel aller PCs läuft und viele Geschäftskunden mit dem Wechsel auf Windows 10 und Office 365 hadern - auch weil spezielle Anwendungen und Geräte nicht kompatibel sind.

Die unmittelbaren Folgen des Support-Endes
Was morgen anders sein wird, lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: "Gar nichts". Es ist der zweite Dienstag im Monat, also wird Windows 7 im Laufe des Abends Updates finden und diese installieren. Tatsächlich wird sich die Veränderung erst am 11. Februar 2020 zeigen, denn dann wird es erstmals keine neuen Updates für Windows 7 geben. Sollte am Mittwoch eine neue Malware auf den Plan treten, die Windows-7-PCs in Geiselhaft nimmt, wird Microsoft theoretisch keinen Finger mehr rühren. Die Erfahrung mit Windows XP hat allerdings gezeigt, dass kostenpflichtige Sicherheits-Updates in Ausnahmesituationen auch mal an alle verbliebenen Nutzer verteilt werden. Schließlich will Microsoft zum Upgrade auf Windows 10 drängen, aber keine frustrierten Nutzer an macOS oder Linux verlieren.

Es wird mit zweierlei Maß gemessen
In den vergangenen Wochen hatten On- und Offline-Händler vor dem Support-Ende gewarnt, um geneigte Kunden zum Kauf neuer Computer zu animieren. Dies halten wir aus drei Gründen für verlogen: Erstens vergessen die Händler darauf hinzuweisen, dass Windows 10 auf fast jedem PC, der bisher Windows 7 ausführt, mit einer vergleichbaren Geschwindigkeit läuft. Zweitens kann jeder Windows 10 bei Microsoft kostenlos herunterladen und mit dem vorhandenen Produktschlüsseln von Windows 7, 8 oder 8.1 aktivieren. Und drittens verkaufen diese Händler ohne mit der Wimper zu zucken Smartphones mit veralteten Android-Versionen bzw. irgendwelche smarte Geräte, die nie irgendwelche Updates sehen werden.

Also muss man gar nicht wechseln?
Eine alte Weisheit lautet: Man muss nur sterben. Alles andere ist optional, so auch der Wechsel zu Windows 10 oder - wenn wir schon einmal dabei sind - zu Linux oder BSD. Da die meisten Nutzer den Abschied von der vertrauten Windows-Umgebung und Microsoft Office scheuen und sich Windows 10 derzeit noch kostenlos installieren lässt, bietet sich dieser Pfad an. Und ja, man sollte jetzt zeitnah auf Windows 10 umsteigen. Einen Grund für Panik oder Kurzschlusskäufe sehen wir hingegen nicht. Wer seinen Rechner geschäftlich nutzt, steht natürlich stärker unter Zugzwang als ein privater Anwender, der zur Not mal ein paar Tage auf den PC verzichten kann. Übrigens: Wer noch eine herkömmliche Festplatte verwendet, kann seinen alten Windows-7-PC mit einem SSD spürbar beschleunigen!

Kein Grund zum Jammern!
Was wir indes nicht mehr hören können, ist diese elende Jammerei. Microsoft hatte die Spielregeln für Windows 7 vor zehn Jahren verkündet und diese auch eingehalten. Windows 7 ist ein kommerzielles Produkt, somit ist die Frage der Wirtschaftlichkeit für eine Firma wie Microsoft von höchster Bedeutung. Und da die Quellen geschlossen sind, kann auch niemand die weitere Pflege der Software übernehmen. Wer das nicht will, kann jederzeit zu Linux und LibreOffice wechseln. Und ja, wir freuen uns über jeden, der diesen Schritt wagt. Wer sich hingegen in eine Abhängigkeit von Microsoft begibt, tut dies bewusst und muss mit den Nachteilen einer solchen Geschäftsbeziehung leben. Das tun wir auch, zumindest auf einigen Rechnern. Der älteste davon ist zehn Jahre alt und alle haben das Upgrade auf Windows 10 kostenlos erhalten!

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