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UPDATE: Samsungs Blu-ray-Player hängen noch immer in der Dauerschleife

Meldung von doelf, Donnerstag der 25.06.2020, 15:38:43 Uhr

Vor knapp einer Woche nahm ein weltweites Phänomen seinen Anfang: Blu-ray-Player und Heimkinosysteme mit integriertem Blu-ray-Spieler des Herstellers Samsung verfingen sich in einer Bootschleife und konnten von da an nicht mehr, als mit ihrem Laufwerk klappern, neu starten und wieder mit dem Laufwerk klappern. In seinen Kundenforen markiert Samsung das Problem als gelöst, konnte (oder wollte) es bisher aber nicht einmal erklären. Und so klappern die Briefbeschwerer immer noch - möglicherweise aus Datenschutzgründen.

Das Problem
Die Geräte versuchen immer wieder auf ein optisches Medium zuzugreifen, wobei es keine Rolle spielt, ob eines eingelegt ist oder nicht. Trennt man den Abspieler vom Stromnetz, beginnt das Drama beim nächsten Einschalten erneut. Durch wiederholtes Drücken auf die Auswurftaste der Fernbedienung lässt sich die Lade für ein bis zwei Sekunden ausfahren, so dass man mit etwas Glück einen gefangenen Datenträger befreien kann. Eine Möglichkeit, der Bootschleife zu entkommen, gibt es bisher noch nicht.

Samsungs Reaktion
Nach ersten Meldungen in Samsungs US-Foren verwies der Support des Herstellers schnell auf eine Lösung, die aber gar keine ist. Es gibt lediglich die Stellungnahme einer Community-Betreuerin, die mitteilt, dass dieses Problem an die Technik weitergeleitet wurde:

We are aware of customers who have reported an issue with boot loops on some Blu-Ray players and we are looking into this further. We will post an update here on this thread when we have more information.

Seither herrscht Funkstille, was auch nicht allzu sehr verwundert: Samsung hatte den Blu-ray-Markt im Frühjahr 2019 verlassen und die verantwortlichen Abteilungen aufgelöst. Die letzten Modelle der Sparte stammen aus dem Jahr 2017 und für die Mehrzahl der Geräte ist die Garantiezeit abgelaufen. Noch am Wochenende erklärte der deutsche Kundendienst, dass keinerlei Problem mit Blu-ray-Geräten bekannt sei und man sich für eine kostenpflichtige Reparatur an einen Samsung Servicecenter wenden solle.

Inzwischen hat man in Deutschland die US-amerikanische Stellungnahme übernommen und sie im deutschsprachigen Thread ebenfalls als Lösung definiert:

"Hallo zusammen, wir bedauern, dass ihr eure Blu-ray-Player aktuell nicht nutzen könnt. Die Kollegen arbeiten aktuell an einem Prozess, um die Funktionsfähigkeit möglichst schnell wieder zu ermöglichen. Sobald wir konkrete Informationen dazu haben, geben wir euch Bescheid."

Der deutsche Support soll einigen Kunden zudem mitgeteilt haben, dass ein Versuch, die Datenschutzbestimmungen auf den Geräten zu aktualisieren, zum Ausfall geführt habe. Ein einfaches Firmware-Update sei nicht möglich, die betroffenen Geräte müssen zur Reparatur eingeschickt werden. Wir konnten diese Aussage leider nicht verifizieren, doch der britische Kundendienst ist bereits einen Schritt weiter und lässt die defekten Geräte einschicken.

"Samsung is aware of an issue affecting a small number of devices causing them to be continuously rebooting. If we recognise your model as one that is potentially affected then we are happy to offer a Free of Charge repair to rectify this issue only, once confirmed by our nominated Authorised Service Centre."

Spekulationen über mögliche Ursachen
Zunächst wurde der Verdacht geäußert, dass Samsung ein fehlerhaftes Firmware-Update verteilt habe. Dagegen spricht, dass viele der betroffenen Geräte seit Jahren keine Updates gesehen haben und einige nicht einmal mit dem Internet verbunden waren. In einzelnen Fällen war es Benutzern möglich, vor dem Neustart noch ganz kurz die Firmwareversion aufzurufen und diese mit laufender Kamera abzufilmen. Firmwareversion und Datum zeigten sich dabei unverändert und stammen aus dem Jahr 2017.

Die Variante mit einem fehlgeschlagenen Update der Datenschutzbestimmungen stimmt uns nachdenklich: Solche Dokumente auch ohne Firmware-Update austauschen zu können, wäre zweifellos sinnvoll, denn jedes Firmware-Update birgt auch das Risiko eines Ausfalls. Sollte es allerdings möglich sein, beim Austausch der Datenschutzbestimmungen die Firmware unreparierbar zu beschädigen, deutet dies auf eine erschreckend fehleranfällige Software hin, die zudem massive Sicherheitslücken enthalten dürfte.

Seitens ZDNet wurde zuvor spekuliert, dass die Ursache ein abgelaufenes SSL-Zertifikat sein könnte. Eine weitere Erklärung wäre der Überlauf eines Wertes, der die Firmware des Players oder eines wichtigen Bauteils abstürzen lässt. Dies passiert häufig bei Zählern, welche die Betriebsstunden eines Gerätes protokollieren, doch da der Fehler in diesem Fall weltweit und fast zeitgleich auftrat, erscheint uns ein Wert, der aus dem Datum berechnet wird, plausibler.

Egal wo der Fehler liegt, es ist sehr unwahrscheinlich, dass Samsung dieses Malheur per USB-Stick mit einem Firmware-Update beheben kann. USB-Sticks mit einer älteren Firmware-Version werden jedenfalls ignoriert. Es wäre aber höchste Zeit für eine offizielle Erklärung und den Start eines Umtauschprogramms!

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