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Nikon streicht die DL-Kameras

reported by doelf, Dienstag der 14.02.2017, 17:25:18 Uhr

Der japanische Kamerahersteller Nikon Corporation hat seine seit längerer Zeit überfällige Kamera-Familie DL ersatzlos gestrichen. Die DL-Serie mit den drei Modellen DL18-50 f/1.8-2.8, DL24-85 f/1.8-2.8 und DL24-500 f/2.8-5.6 sollte Premium-Qualität in kompakten Abmessungen bieten. Als Sensor war ein Typ-1-Chip mit Abmessungen von 13,2 x 8,8 mm vorgesehen.

Eigentlich wollte Nikon die DL-Serie schon im Juni 2016 auf den Markt bringen, doch dann gab es Probleme mit dem bildverarbeitenden Prozessor. Die Japaner hatte die Markteinführung zunächst nur verschoben, dabei allerdings auch keinen neuen Termin genannt. Nun erklärt das Unternehmen, die technischen Probleme hätten die Entwicklungskosten stark ansteigen lassen, während der Absatz im anvisierten Marktsegment weiter geschrumpft sei. Ein finanzieller Erfolg der DL-Serie wäre daher höchst ungewiss und so habe man lieber die Reißleine gezogen. Wie in solchen Fällen üblich, entschuldigt sich Nikon bei den enttäuschten Kunden und Händlern.

Zeitgleich musste Nikon auch seinen Aktionären schlechte Nachrichten überbringen: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017 (von April bis Dezember 2016) ist Nikons Umsatz um 8,21 Prozent auf 565,893 Milliarden Yen (ca. 4,683 Milliarden Euro) geschrumpft. Hatten die Japaner im Vorjahreszeitraum noch einen Nettogewinn von 18,777 Milliarden Yen (ca. 155 Millionen Euro) eingefahren, steht nun ein Nettoverlust von 764 Millionen Yen (ca. 6,322 Millionen Euro) in den Büchern. Schuld hieran sind in erster Linie Restrukturierungskosten in Höhe von 29,790 Milliarden Yen (ca. 247 Millionen Euro).

Besonders bitter: Nikon wird am 25. Juli 2017 sein 100-jähriges Firmenjubiläum feiern. Im Jahr 1917 hatten sich die drei Firmen Fujii Lens Seizo Sho, Iwaki Glass Manufacturing und Tokyo Keiki Seisaku Sho zur Nippon Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha, der heutigen Nikon Corporation, zusammengeschlossen. 100 Jahre später machen Smartphones und Action-Kameras den etablierten Kameraherstellern zu schaffen, zudem belegt Nikon im Kerngeschäft mit DSLR-Kameras seit Jahren nur den zweiten Rang hinter seinem ewigen Lokalrivalen Canon.

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