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Arbeitsspeicher: Der Preisverfall zieht wieder an

Meldung von doelf, Donnerstag der 04.08.2022, 14:31:40 Uhr

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Russlands Überfall auf die Ukraine hat die Konsumlaune weltweit getrübt und in Anbetracht steigender Energiekosten ist die Anschaffung neuer PCs weit nach hinten gerückt. Da es bei DRAM-Chips trotz Chipkrise durchgängig ein Überangebot gab, fallen die Kurse am Spot-Markt in Taiwan seit April und ein Ende des Preisverfalls ist derzeit auch nicht in Sicht.

DRAM-Kurse

Der Speichertyp DDR4-2666 16Gb 2Gx8 wurde heute für durchschnittlich 6,154 US-Dollar gehandelt und ist im Monatsverlauf um 5,89 Prozent billiger geworden. Bereits von April bis Juli hatten wir Abschläge von 8,81, 5,74, 1,60 und 0,89 Prozent gesehen, nachdem wir für Dezember 2021 bis März 2022 Aufschläge von 0,38, 2,26, 1,99 und 2,38 Prozent notieren mussten. Tatsächlich markiert der aktuelle Preis wieder einen neuen Tiefstand, er liegt um 27,22 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Zwei gleich schnelle 8Gb-Chips sind mit 5,82 US-Dollar noch günstiger. Als eTT-Variante (funktionsgetestet, aber ohne konkrete Taktangabe) sind 16Gb-Chips (2Gx8) schon für 3,883 US-Dollar (-9,91%) zu haben.

Die Variante DDR4-2666 8Gb 1Gx8 notierte heute mit 2,910 US-Dollar und damit um beachtliche 10,49 Prozent niedriger als Mitte Juli. Ab Dezember 2021 war dieser Kurs monatlich angestiegen (+1,68%; +11,64%; +1,32%; +3,48%), bevor im April die momentane Abwärtsbewegung einsetzte (-5,45%; -6,90%; -0,15%; -5,00%). Die aktuellen Preise liegen um 34,47 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, hier ist der Kurs im Monatsvergleich um 7,14 Prozent auf 2,121 US-Dollar gefallen. Wie bei den DDR4-Chips hatte auch hier im April ein Preisverfall eingesetzt (-4,83%; -9,66%; -2,93%; -2,85%), der bis heute anhält. In den Monaten davor hatte es einen schwachen Aufwärtstrend (-0,58%; +5,92%; +2,05%; +0,9%) gegeben. Ziehen wir den Vorjahreskurs zum Vergleich heran, sehen wir einen Abschlag um 30,84 Prozent.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Gestern war ein Euro zum Handelsschluss 1,0169 US-Dollar wert und notierte damit um 0,08 Prozent schwächer als Mitte Juli. Zieht man den Vorjahreskurs zu Rate, hat der Euro heftige 14,29 Prozent eingebüßt, denn der Krieg in der Ukraine und die Zinserhöhungen in den USA setzen die europäischen Währungen weiterhin unter Druck. Auch auf die weitere Preisentwicklung wird dieser sinnlose Feldzug Wladimir Putins einen wesentlichen Einfluss haben. Wirtschaftssanktionen und explodierende Rohstoffpreise heizen die Inflation an, zugleich verschlechtert sich das Konsumklima durch steigende Zinsen, weshalb die Hersteller nicht beliebig an der Preisschraube drehen können. Am Ende ist Brot wichtiger als ein neuer PC oder ein Smartphone und da ein Brot keine DRAM-Chips benötigt, wird deren Überangebot weiter anwachsen, was fallende Preise bedeutet.

Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass hier von einzelnen Chips und keinesfalls von bestückten Modulen die Rede ist. Da diese Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Preisänderungen auch hierzulande bemerkbar machen.

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