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Windows 10 Oktober 2018 Update: Veröffentlicht, zurückgezogen - und jetzt?

reported by doelf, Montag der 08.10.2018, 13:59:57 Uhr

Vergangenen Dienstag, also am 2. Oktober 2018, hatte Microsoft sein Windows 10 Oktober 2018 Update veröffentlicht. Man konnte die neue Version wahlweise als Abbild herunterladen oder durch einen manuellen Aufruf von Windows Update installieren lassen. Am Freitag stellte Windows Update die Verteilung allerdings ein und seit Samstag warnt Microsoft vor der Installation. Inzwischen wurden alle Downloads des Windows 10 Oktober 2018 Update entfernt.

Kein gutes Jahr für Windows-Updates
Mit seinen Windows-10-Updates hat Microsoft in diesem Jahr keinen guten Lauf: Das für den 11. April 2018 angekündigte Windows 10 Creators Update wurde kurz vor seiner Veröffentlichung aufgrund eines kritischen Fehlers zurückgezogen und dann erst Ende April als Windows 10 April 2018 Update freigegeben. Inzwischen ist das Windows 10 April 2018 Update auch wieder die aktuelle Version, denn das neue Windows 10 Oktober 2018 Update wurde ebenfalls zurückgezogen. Auch diesmal hatte Microsoft die eigentlich für September angepeilte Veröffentlichung verpasst und dennoch hatte man einen Dateiverlust beim Update übersehen.

"If you have manually downloaded the Windows 10 October 2018 Update installation media, please don't install it and wait until new media is available."

Der Fehler wurde schon im Juni gemeldet
Mit obigem Hinweis rät Microsoft jenen Nutzern, die das Windows 10 Oktober 2018 Update bereits als Abbild heruntergeladen haben, von einer Installation ab. Es habe "isolierte Meldungen von Nutzern über einige fehlende Dateien gegeben". Man untersuche das Problem und werde in Kürze über weitere Schritte informieren. Dummerweise hatten Insider wie DaiConrad und Josh Kittle bereits im Juni vor diesem Fehler gewarnt und es geht bei den Betroffenen auch nicht um "einige Dateien", sondern um den gesamten Inhalt des Systemordners "Dokumente" (Documents). Und genau dort legen Windows-Programme nun einmal standardmäßig alle Dokumente ab.

Windows.old ist auch keine Hilfe
Glücklicherweise sichert Microsoft die bisherige Installation im Verzeichnis Windows.old, so dass die Rückkehr zur vorherigen Version kein großes Problem darstellt. Dieser rettende Schritt führt allerdings nur weiter in den Abgrund, denn auch in Windows.old fehlen alle Dokumente und nach der Rückkehr ist nicht einmal ein Dokumente-Ordner vorhanden! Microsoft bittet seine Kunden daher, den Rechner nach einem Datenverlust lieber gar nicht mehr zu benutzen, da dies die Chancen auf eine Wiederherstellung der verlorenen Dokumente erhöht. Da der Fehler frühzeitig von mehreren Insidern gemeldet wurde und eine große Tragweite hat, wäre dieses Desaster vermeidbar gewesen. Es wirft abermals kein gutes Licht auf das Qualitätsmanagement in Redmond.

Bei uns läuft die neue Version ohne Dateiverlust
Warum der Dokumente-Ordner bei einigen Installationen verloren geht, bei anderen jedoch nicht, ist derzeit noch völlig unklar. Wir haben zwischenzeitlich vier Rechner - zwei Desktops und zwei Notebooks - auf Windows 10 Oktober 2018 Update aktualisiert und konnten keinerlei Probleme feststellen. Tatsächlich löste die neue Version bei einem Desktop mit AMD Phenom II das klemmende kumulative September-Update und ein betagter Laptop des Typs HP 625 benötigt zum fehlerfreien Betrieb der AMD Mobility Radeon HD 4250 nun keinen alten Catalyst mehr. Alle von uns aktualisierten Systeme arbeiten mit lokalen Benutzerkonten, während die Mehrzahl der betroffenen Nutzer ein Microsoft-Konto zur Anmeldung verwenden. Sollte dies der ausschlaggebende Faktor sein, würden wir allerdings eine weit größere Zahl von Betroffenen erwarten.

Kaum Neuerungen
Tatsächlich muss sich niemand für das Windows 10 Oktober 2018 Update ein Bein ausreißen, denn die Neuerungen sind überschaubar: Die halbjährlichen System-Updates installieren sich um bis zu 31 Prozent schneller und die monatlichen Updates sind um bis zu 40 Prozent kleiner. Auf Notebooks werden Updates nun bevorzugt nachts durchgeführt, wenn diese am Ladekabel hängen und nicht benutzt werden. Dabei bleibt das Gerät stumm, damit die Systemklänge niemanden stören. Die Datenschutzeinstellungen werden neuerdings für jeden Benutzer, der neu angelegt wird, abgefragt und die Einstellungen für "Freihand und Eingabe" wurden von denen der "Spracherkennung" abgespalten. Während die geräteübergreifende Zwischenablage Daten über die Cloud austauscht, lassen die Sets weiter auf sich warten. Die Sets packen unterschiedliche Programme in ein gemeinsames Fenster, der Wechsel geschieht dann wie beim Webbrowser über Tabs. Obwohl Microsoft seine Sets seit November 2017 in Insider-Versionen von Windows 10 erprobt, fehlen sie im Oktober-Update.

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