Tegut gehackt: Nun auch Kundendaten im Darknet

Meldung von doelf, Freitag der 28.05.2021, 13:00:37 Uhr

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Der Lebensmittelhändler Tegut aus Fulda ist Ende April 2021 Opfer eines Hackerangriffs geworden. Zunächst waren durch den Angriff die Warenwirtschaftsprogramme ausgefallen, was zu Engpässen bei der Warenverfügbarkeit geführt hatte. Inzwischen veröffentlichen die Kriminellen immer mehr Unternehmens- und Kundendaten im Internet, um das Unternehmen damit zu erpressen.

Tegut betreibt über 270 Filialen in Hessen, Thüringen, Bayern sowie Göttingen, Mainz und Stuttgart und zählt rund 7.200 Beschäftigte. Aufgrund des Hacks waren die Warenwirtschaftsprogramme des Lebensmittelhändlers zeitweise ausgefallen, was zu leeren Regalen geführt hatte. Viele Gutscheine konnten nicht eingelöst werden und die elektronischen Preisschilder in den Läden ließen sich nicht für Aktionsangebote anpassen. Auch Teile der Webseite mussten deaktiviert werden und Kundenanfragen per E-Mail liefen erst einmal ins Leere. Hauptziel der Kriminellen war es offenbar, das Unternehmen zu erpressen.

Kundendaten im Darknet
Da sich Tegut laut Geschäftsführer Thomas Gutberlet nicht auf Verhandlungen mit den Kriminellen einlassen wollte, hatten diese am 19. Mai damit begonnen, Unternehmensdaten im Darknet zu veröffentlichen. Gestern wurde zudem bekannt, dass nun auch Marktforschungsdaten im Darknet zu finden sind. Diese Daten wurden im Rahmen von Marktforschungsstudien bei Kunden erhoben und umfassen auch Kontaktinformationen wie die postalische Anschrift, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Tegut hat angekündigt, alle betroffenen Kunden zu informieren. Der Vorfall wurde gemäß Artikel 33 der Datenschutzgrundverordnung an die entsprechenden Behörden gemeldet.

Passwörter zurückgesetzt
Die Kundenkonten auf der Webseite wurden inzwischen reaktiviert. Aus Sicherheitsgründen hat das Unternehmen alle Passwörter zurückgesetzt, weshalb die Kunden zunächst neue Passwörter hinterlegen müssen. Ob überhaupt Zugangsdaten gestohlen wurden, ist weiterhin unklar. Tegut selbst spricht von einer Vorsichtsmaßnahme.

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