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studiVZ und meinVZ sind insolvent

reported by doelf, Freitag der 08.09.2017, 17:00:31 Uhr

Die Berliner Firma poolworks (Germany) Ltd., welche die beiden sozialen Netzwerke studiVZ und meinVZ betreibt, ist seit gestern zahlungsunfähig. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg hat den Rechtsanwalt Jesko Stark zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das Aktenzeichen lautet 36p IN 4706/17.

studiVZ wurde im Jahr 2005 vom Holtzbrinck-Verlag gegründet, zwei Jahre später folgte schülerVZ für jüngere Nutzer und 2008 ging dann noch meinVZ für alle anderen Interessenten an den Start. Zunächst versuchten die Betreiber, international Fuß zu fassen, doch ab 2009 konzentrierten sich die drei Plattformen nur noch auf den deutschen Sprachraum. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die drei Verzeichnisse, daher das Kürzel "VZ", von Facebook überrollt und ihre Besucherzahlen fielen ins Bodenlose. Im Juni 2012 kam es zu einem Unternehmensumbau, dem 25 der 70 Arbeitsplätze geopfert wurden. Ab diesem Zeitpunkt firmierten die Verzeichnisse unter dem neuen Namen Poolworks. Im September des selben Jahres verkaufte der Holtzbrinck-Verlag seine Tochter dann an das Investmentunternehmen Vert Capital.

Als erstes Verzeichnis schloss schülerVZ am 30. April 2013 seine Tore und damals wetteten nicht wenige auf das baldige Ende der beiden Schwesterplattformen. Dass sich diese bis jetzt im Netz halten konnten, grenzt schon fast an ein Wunder, denn nicht nur das Design wirkt altbacken, sondern auch der zugrundeliegende Quellcode. In HTML5 und responsive Webdesign wurde nicht investiert, stattdessen gibt es XHTML 1.0 wie zur Jahrtausendwende. Dass Smartphone-Besitzer, die heute den Großteil der Internetnutzung ausmachen, diese Angebote meiden, ist somit keine Überraschung. Auch wenn sich der Insolvenzverwalter in ersten Anfragen positiv zum Fortbestand der VZ-Netzwerke äußerte, sehen wir kaum noch eine Überlebenschance. Selbst wenn die beiden Angebote überarbeitet und komplett neu aufgestellt würden, dürfte es extrem schwer fallen, abgewanderte Nutzer von Facebook zurückzugewinnen.

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