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Firefox 67.0.1: Kleiner Versionssprung, große Wirkung

Meldung von doelf, Dienstag der 04.06.2019, 17:28:52 Uhr

Der heute Nachmittag freigegebene Firefox 67.0.1 bringt große Verbesserungen für den Schutz der Privatsphäre: Der Tracking-Schutz "Enhanced Tracking Protection" (ETP) ist jetzt standardmäßig aktiviert und blockiert automatisch alle Cookies von Drittanbietern, welche sich auf der schwarzen Liste von Disconnect.me finden. Schon seit dem Firefox 42 wird das Tracking im privaten Modus blockiert.

Die "Enhanced Tracking Protection"
Die Konfiguration von ETP lässt sich in den "Einstellungen" unter "Datenschutz & Sicherheit" verwalten, hier konnte man die Cookies von Drittanbietern schon zuvor über die Auswahl "Benutzerdefiniert" aussperren. Alternativ erreicht man diese Einstellungen auch über das i-Symbol in der Adressleiste. Dies ist eine praktische Abkürzung zum Erstellen von Ausnahmen für Webseiten, welche für sich ein Recht auf Drittanbieter-Cookies einfordern. Hierbei handelt es sich in der Regel um werbefinanzierte Angebote, denen aufgrund restriktiver Cookie-Einstellungen Einnahmen verloren gehen.

Firefox-Konto bringt Mehrwert
Mozilla informiert die Firefox-Nutzer nun intensiver über die Vorteile eines Firefox-Kontos. Neben dem geräteübergreifenden Abgleich von Browser-Daten gehören hierzu der Passwortmanager "Firefox Lockwise", Datenschutzwarnungen über den "Firefox Monitor" und der verschlüsselte Dateiaustausch über "Firefox Send". Lockbox heißt nun Firefox Lockwise und unterstützt neben Android und iOS über eine neue Erweiterung nun auch Computer. Der Firefox Monitor warnt angemeldete Nutzer vor Datenlecks, von denen die eigene E-Mail-Adresse betroffen ist.

Firefox Send ermöglicht den Austausch von Dateien mit einer Größe von bis zu 1 GiB. Wer ein Firefox-Konto benutzt, darf bis zu 2,5 GiB austauschen. Die Übertragung erfolgt mit einer sicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und der Freigabe-Link erlischt automatisch. Das Add-on Facebook Container lässt sich ebenfalls ohne Firefox-Konto nutzen. Diese Erweiterung sperrt Facebook in einen abgeschotteten Container ein, was die Nutzer-Verfolgung über Drittanbieter-Webseiten erschwert. Dies bedeutet allerdings auch, dass man sich nicht mehr mit seinem Facebook-Konto auf Drittanbieter-Seiten anmelden kann.

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Neuerungen des Firefox 67.0, die recht umfangreich sind:

WebRender feiert seine Premiere
Ende 2017 wechselte der stabile Firefox auf die Multi-Prozess-Engine Quantum, verschlankte seine Optik und warf alte Schnittstellen für Erweiterungen über Bord. Der Compositor (Setzer), welche Webseiten für die Anzeige aufbereitet, läuft seither in einem eigenen Prozess. Diese Multi-Prozess-Architektur wurde in den vergangenen Monaten immer weiter ausgebaut und optimiert, was dem Firefox auch gut bekommen ist. Wir haben bei der täglichen Arbeit immer 50 bis 100 Tabs offen, dennoch läuft der Webbrowser zuverlässig und flott. Doch die Entwicklung steht niemals still und so wurde auch der nächste Entwicklungsschritt schon damals vorbereitet und kann seit Mitte 2017 in den Nightly-Versionen des Browsers getestet werden: WebRender. Nun präsentiert sich WebRender erstmals einem bereiten Publikum.

Bei WebRender handelt es sich um einen komplett neu entwickelten Compositor, der in Mozillas Programmiersprache Rust entstanden ist und dessen Code sich viel stärker auf den Grafikprozessor konzentriert. Man kann diese Lösung am ehesten mit einer 3D-Engine für Spiele vergleichen, von der sich Mozilla nochmals mehr Leistung und Stabilität verspricht. WebRender war auf der experimentellen Servo-Engine entstanden und wird seit 2017 in die Gecko-Engine des Firefox übertragen. In den Beta-Versionen ist WebRender seit Firefox 64 für Desktop-GPUs von NVIDIA unter Windows 10 standardmäßig aktiviert und mit dem Firefox 67.0 wurde diese Freigabe erstmals für eine stabile Version übernommen. Abseits von NVIDIA kann man WebRender auf eigenes Risiko über about:config anschalten, der Schlüssel heißt gfx.webrender.enabled. Erste Tests mit Desktop-GPUs von AMD sind bei uns positiv verlaufen.

Weitere Leistungsverbesserungen
Während eine Webseite geladen wird, setzt der Firefox 67 Prioritäten. Die Methode setTimeout wird erst mit Verzögerung umgesetzt, so dass die Ausführung der wichtigsten Scripte von Instagram, Amazon und Google um 40 bis 80 Prozent beschleunigt wird. Nach alternativen Stype-Sheets wird erst nach dem Laden der Seite gesucht und das Modul für die automatische Vervollständigung wird nur noch geladen, wenn es auf der Seite ein passendes Formular gibt. Einige Komponenten werden erst nach dem Start des Browsers initialisiert und Inhalte werden während des Aufrufs einer Webseite früher gezeichnet, dafür aber seltener aktualisiert. Die Wiedergabe von Videoinhalten auf Basis des AV1-Codes profitiert vom neuen und schnelleren dav1d-Decoder. Installationen von Windows 10, die auf einer ARM64-Architektur laufen, können nun Mozillas leistungsstärksten JavaScript-Compiler nutzen.

Sicherheit und Privatsphäre
Über die Einstellung "Seitenelemente blockieren" lässt sich die Ausführung von Code, der auf Kosten des Benutzers Krypto-Währungen schürft oder zur eindeutigen Identifizierung des Benutzers dient (Fingerprinting), unterbinden. Erweiterungen wird der Zugriff auf private Fenster nun standardmäßig verwehrt, was die Sicherheit und den Datenschutz verbessert. Man kann diese Freigabe aber manuell erteilen, was auch für bereits installierte Erweiterungen gilt. Um das Surfen im Privatmodus komfortabler zu gestalten, ist es nun auch dort möglich, Passwörter für die spätere Verwendung abzuspeichern. Die gespeicherten Zugangsdaten sind nun leichter erreichbar: Sie finden sich im Hauptmenü unter "Zugangsdaten und Passwörter". Für die Zwei-Faktor-Authentifizierung wurde die Programmierschnittstelle FIDO-U2F freigeschaltet und die Registrierung von Google-Konten ermöglicht. Die Liste der geschlossenen Sicherheitslücken umfasst diesmal 21 Einträge, wobei nur die üblichen Speicherfehler als kritisch aufgeführt werden. Diese teilen sich wieder in zwei Einträge auf: Speicherfehler, die nur im Firefox 67 repariert wurden, sowie jene, die auch Korrekturen für die ESR-Version 60.7 erforderten. Dazu kommen 11 hochgefährliche Schwachstellen sowie sechs moderate Bedrohungen und zwei vergleichsweise harmlose Fehler.

Weitere Neuerungen
Tabs lassen sich neuerdings über das Kontextmenü (rechte Maustaste) anheften. Besonders nützliche Optionen soll der Firefox situationsbezogen im Menü hervorheben, was wir bisher aber noch nicht beobachten konnten. Es gibt ein neues Werkzeugleisten-Menü für das Firefox-Konto, welches den geräteübergreifenden Datenaustausch transparenter machen soll. Hier wird auf Wunsch auch ein Avatar-Bild des Benutzers angezeigt. Insbesondere Entwickler wird es freuen, dass man man nun verschiedene Installationen des Firefox nebeneinander laufen lassen kann. Eher auf normale Nutzer zielt ein Schutz vor der Installation veralteter Versionen, da dies zu Datenverlusten und Stabilitätsproblemen führen kann. Das Hochladen und Teilen von Bildschirmfotos wurde abgeschaltet. Bereits erstellte Screenshots müssen zeitnah vom Server exportiert werden, da Mozilla diesen abschalten wird. Auch die Unterstützung von Links des Types "webcal:" mit 30boxes.com wurde entfernt. Die Interpretation der Viewport-Definition in Stylesheets wurde an andere Browser angepasst, um Kompatibilitätsprobleme zu beheben. Zudem hat der Firefox den dynamischen Import von JavaScript-Modulen erlernt. Über die Schriftart Twemoji Mozilla wurden Emojis der Version 11.0 eingepflegt und für Japan wurden Anpassungen an das neue Reiwa-Zeitalter vorgenommen. Reiwa begann am 1. Mai 2019 mit der Thronbesteigung des neuen Kaisers Naruhito.

Download: Firefox 67.0.1

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