MSI Steam Deal

Briten verhaften Julian Assange für die USA

Meldung von doelf, Donnerstag der 11.04.2019, 14:36:07 Uhr

Londons Metropolitan Police Service vermeldet die Verhaftung des Wikileaks-Gründers Julian Assange. Assange wurde aber nicht als Kautionsflüchtling dingfest gemacht, sondern auf Ersuchen der US-Behörden. Diese haben bereits seine Auslieferung beantragt. Assange soll so bald wie möglich dem Amtsgericht in Westminster vorgeführt werden.

Ein Rückblick
Die Geschichte begann auf einer Vortragsreise im Jahr 2010, auf welcher Assange bei der Ausführung des Geschlechtsaktes gegen schwedisches Recht verstoßen haben soll. Der zu Beginn einvernehmliche Sex endete mit dem Verdacht der Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Nötigung sowie einem europäischen Haftbefehl. Als dieser ausgestellt wurde, befand sich der Australier allerdings nicht mehr in Schweden, sondern in Großbritannien. Dort stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Polizei und wurde später auf Kaution freigelassen. In den Jahren 2011 und 2012 kämpfte Assange vor den britischen Gerichten gegen das schwedische Auslieferungsersuchen, doch am 14. Juni 2012 scheiterte er in letzter Instanz vor dem Supreme Courts. Am 19. Juni 2012 flüchtete sich der Australier in die Botschaft Ecuadors und stellte dort einen Antrag auf Asyl. Seither gilt Assange als Kautionsflüchtling, der beim Verlassen der Botschaft verhaftet werden soll. Daran ändert auch die Tatsache, dass Schweden die Ermittlungen im Mai 2017 eingestellt hatte, herzlich wenig, wie Richterin Emma Arbuthnot vom Amtsgericht in Westminster im Februar 2018 befand: Der Kautionsflüchtling Assange müsse vor ein Gericht treten und sich den Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen stellen.

Die aktuellen Entwicklungen
Assange hatte stets behauptet, die Vergewaltigungsvorwürfe würden von den Schweden vorgeschoben, damit man ihn nach seiner Verhaftung an die USA ausliefern könne. Diese Befürchtung scheint sich nun zu bewahrheiten, denn dass sich der Australier einst durch seine Flucht in die Botschaft der britischen Gerichtsbarkeit entzogen hatte, scheint plötzlich niemanden mehr zu interessieren. Stattdessen geht es offenbar nur noch um das Auslieferungsersuchen von jenseits des Atlantiks.

Dass Ecuador seinen Dauergast loswerden wollte, scheint mit der Veröffentlichung der INA Papers zusammenzuhängen. Diese Dokumente, welche anonyme Quellen dem oppositionellen Politiker Ronny Aleaga zugespielt hatten, bringen derzeit Ecuadors Präsidenten Lenin Moreno in Bedrängnis. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass Präsident Moreno und dessen Familie Bestechungsgelder über ein Netz aus Briefkastenfirmen in Panama und eine Offshore-Firma namens "INA Investment" in Belize gewaschen haben sollen. Beispielsweise sollen rund 18 Millionen US-Dollar von der chinesischen Firma Sinohydro, die das Wasserkraftwerk "Coca Codo Sinclair" in Ecuador gebaut hatte, geflossen sein. Zudem wird der Präsident des Meineides beschuldigt. Wikileaks hatte über die "INA Papers" berichtet, diese aber nicht selbst veröffentlicht.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]