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Facebook: Nutzerdaten auch mit chinesischen Firmen geteilt

reported by doelf, Mittwoch der 06.06.2018, 15:28:18 Uhr

Die New York Times hatte berichtet, dass Facebook die Daten von Nutzern, ihrer Facebook-Freunde und sogar von Freundesfreunden mit mindestens 60 Geräteherstellern teilt. Dieser Datenaustausch, welcher seit über zehn Jahren stattfindet, wurde von Facebook bestätigt. Als Beispiele nannte Facebook sechs bekannte Hersteller, nämlich Apple (USA), Amazon (USA), BlackBerry (Kanada), HTC (Taiwan), Microsoft (USA) und Samsung (Südkorea). Pikanterweise stammt keiner von diesen aus China.

Erst auf Nachfrage der New York Times kam heraus, dass Facebook die Nutzerdaten auch an chinesische Unternehmen weitergibt. Es handelt sich um die vier Firmen Huawei, Lenovo, Oppo und TCL:

  • Huawei wurde seitens der USA immer wieder Nähe zur chinesischen Regierung vorgeworfen und staatliche Stellen betrachten die Produkte der Firma sogar als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. Tatsächlich war Huawei im Jahr 1987 der erste Telekommunikationsausrüster Chinas und damit für die chinesische Regierung schon immer von höchster Bedeutung.

  • Lenovo, gegründet im Jahr 1984, ist ein weltweit führender PC-Hersteller. 2004 kaufte Lenovo die PC-Sparte von IBM, 2011 folgten das PC-Geschäft von NEC und die deutsche Medion AG. Seit 2014 gehören auch Motorola Mobility und IBMs Server-Sparte den Chinesen und Ende 2017 wurde ein Joint Venture mit Fujitsu geschmiedet. Lenovos Hauptaktionär ist die Legend Holding, welche wiederum mehrheitlich der staatlichen Chinesischen Akademie der Wissenschaften gehört.

  • Oppo wurde im Jahr 2001 registriert, ging aber erst 2004 an den Start. Das auf Smartphones und Blu-ray-Spieler spezialisierte Unternehmen entwickelte sich zum Senkrechtstarter und war mit seinen Smartphones im Juni 2016 sogar Marktführer in China. Zu Oppo gehört Oneplus, dessen Betriebssystem OxygenOS im Oktober 2017 in die Kritik geriet, da es in großem Umfang nicht anonymisierte Nutzerdaten an chinesische Server übermittelt.

  • TCL wurde im Jahr 1981 als Staatsunternehmen gegründet und ist inzwischen eine Aktiengesellschaft. 2002 kaufte TCL den insolventen Elektrogerätehersteller Schneider und 2004 übernahm man die TV-Sparte von Thomson. Im selben Jahr wurde ein Joint-Venture mit dem französischen Telekommunikationsunternehmen Alcatel gestartet. Die Produkte der Marke "Alcatel One Touch" werden auch hierzulande verkauft.

Die Vereinbarungen zum Datenaustausch mit den vier chinesischen Herstellern sind laut Facebook weiterhin in Kraft. Offenbar soll die Weitergabe von Benutzerdaten an Huawei bis zum Ende dieser Woche heruntergefahren werden - hier scheint der Druck aufgrund des Misstrauens offizieller US-Stellen für Facebook zu groß zu sein. Am Datenaustausch mit Lenovo, Oppo und TCL will Facebook anscheinend festhalten.

Der Umfang der Datenweitergabe
Ein Reporter der New York Times stellte sein BlackBerry (Baujahr 2013) sowie sein Facebook-Konto für einen Test zur Verfügung, in dessen Verlauf die Datenübermittlung des Smartphones analysiert wurde. Direkt nach der Verknüpfung des Facebook-Kontos wurden seine Profildaten - Nutzerkennung und Name, Foto, die Daten aus der Rubrik "Über", Standortdaten, E-Mail-Adresse und Telefonnummer - über eine BlackBerry-App namens "The Hub" übertragen. Es folgten die privaten Mitteilungen des Journalisten sowie die Antworten, welche er auf diese empfangen hatte. Auch die Nutzerkennungen aller Personen, mit denen er bisher kommuniziert hatte, wurden abgerufen. Dann waren die Facebook-Freunde inklusive Nutzerkennung, Name, Geburtsdatum, Arbeitgeber, Bildung und Online-Status sowie die Freunde dieser Freunde dran. Am Ende waren Daten von knapp 295.000 Facebook-Nutzern an BlackBerry geflossen.

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