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Kolumne: Nach dem Karneval regiert der Irrsinn

Meldung von doelf, Donnerstag der 07.03.2019, 16:01:19 Uhr

Während der Papst hart durchgreift, ohne die Missetäter im eigenen Hause an den Pranger zu stellen (oder bei weltlichen Teufeln anzuschwärzen), verbannt Steam ein Vergewaltigungsspiel aufgrund der finanziellen Risiken. Die CDU-Vorsitzende erklärt am Aschermittwoch, sie wolle das humordefizitäre deutsche Volk entkrampfen. Geht es noch bekloppter?

BildDie saarländische Obernärrin Annemarie Krampf-Knabenhauer (oder so ähnlich, auf jeden Fall etwas mit AKK), hat den politischen Aschermittwoch genutzt, um konservative Schmalbanddenker auf ihre Seite zu ziehen. In ihrer Büttenrede hatte sie platt und dumm über die Forderung nach Toiletten für ein drittes Geschlecht gewitzelt, da sie nicht zwischen Männern mit Urinal-Phobie und Menschen mit genetischen Besonderheiten oder Problemen mit ihrer Geschlechtsidentität unterscheiden kann oder will. Nun gehören platte und dumme Witze genauso zum Karneval wie das Kotzen und das Begrapschen, doch das macht die Sache nicht besser. Insbesondere wenn frau als Vorsitzende die größte Volkspartei des Landes anführt. Ein klarer Fall zum Fremdschämen, aber nicht unbedingt ein Thema für unsere Kolumne.

Das dachte ich jedenfalls bis gestern, denn am politischen Aschermittwoch ließ AKK die Kritik nicht nur an sich abperlen, sondern griff ihre Gegner auch noch an. Diese hätten sich "künstlich aufgeregt" und wir seien das "verkrampfteste Volk, das überhaupt auf der Welt rumläuft". Und das könne so nicht weitergehen! Ist das nun einfach nur dumm und dreist oder gar eine Drohung? Kommt bald das "Besserer-Humor-Gesetz", welches politische Korrektheit untersagt und Witze über Minderheiten rehabilitiert? Wie will eine solch perfekte Verkörperung der konservativen Verkrampftheit den völkischen Lachstock im Arsch der Deutschen lösen? AKK als humoristisches Abführmittel? Probieren wir es aus: Was ist der Unterschied zwischen AKK, FKK und KKK? Der erste Buchstabe! TATA! Nein, das funktioniert nicht.

Arrogant wie die Katholische Kirche, was uns zum Papst bringt. Der Pontifex denkt zwar immer noch, dass man Homosexualität mit dem richtigen Medikament heilen kann, doch zumindest will er mit harter Hand gegen sexuellen Missbrauch vorgehen. Vorbei sind die Zeiten, als Pfarrer, Bischöfe und Kardinäle beim versehentlichen Stolpern eine Erektion bekamen und mit dem Penis voraus in Messdiener, Nonnen oder Nutztiere stolperten. Nein, heutzutage nennt selbst der Papst den sexuellen Missbrauch beim Namen und erklärt ihn zu einem Werk des Teufels. Wie auch die Kritik an der katholischen Kirche. Insbesondere wenn diese von Leuten kommt, die immer wieder diese alten Kamelle vom sexuellen Missbrauch hervorholen. Schließlich ist der so weit verbreitet, dass man ihn schon für normal halten könnte.

Also warum nicht mal Vergewaltigung spielen, statt immer nur virtuelle Menschen zu töten? Das kann man dann ja auch nach der Vergewaltigung noch tun. "Rape Day" nennt sich der geschmacklose Schwachsinn, dessen Entwickler als Ausrede für den Missbrauch und die Ermordung virtueller Frauen eine Zombie-Apokalypse anführt. Klar, wenn alle anderen Männer wie besoffene Idioten herumstolpern, muss nicht immer Karneval sein. Und eigentlich tut man den Frauen doch einen Gefallen, wenn man sie noch einmal kräftig durchnudelt, bevor die Zombies ihre Gehirne fressen. Gegen die Richtlinien von Valves Vertriebsplattform Steam verstößt menschenverachtender Mist wie "Rape Day" nicht, dennoch wurde das Spiel aufgrund "unbekannter Kosten und Risiken" von der Plattform verbannt. Die richtige Entscheidung, Steam, aber der falsche Grund und nicht ein Ei in der Hose!

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