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NVIDIA Titan V: SLI ist tot

reported by doelf, Montag der 11.12.2017, 15:58:33 Uhr

Als NVIDIA im April dieses Jahres die Gaming-Grafikkarte Titan Xp (Pascal-Architektur) für 1.299,- Euro auf den Markt gebracht hatte, waren viele von der Technologie begeistert, kritisierten den Preis aber als unverschämt. Nun gibt es mit der Titan V einen wesentlich leistungsstärkeren Nachfolger, dessen Technologie noch viel beeindruckender und dessen Preis noch viel unverschämter ist: 3.100,- Euro!

Game Over für SLI
Damit sich interessierte Gamer nicht allzu hoch verschulden, hat NVIDIA die Bestellmenge auf zwei Karten je Kunde beschränkt und übernimmt zudem die Versandkosten. Und es gibt sogar noch mehr Grund zum Jubeln, denn eigentlich reicht eine Titan V völlig aus, da diese Grafikkarte kein SLI unterstützt. Richtig gelesen: NVIDIAs neues Flaggschiff kann mit dem Tandem-Betrieb nichts anfangen und dürfte dessen Ende einläuten. Und das ist durchaus eine gute Nachricht, denn wenn man sich die Fehlerlisten zu den Grafiktreibern der letzten Jahre so ansieht, sind Zweidrittel der Probleme auf den SLI-Betrieb beschränkt, obwohl die große Mehrheit der Spieler nur eine einzelne Grafikkarte verwendet.

NVIDIA Titan V

21,1 Milliarden Transistoren
Im Gegensatz zur Titan Xp basiert die Titan V nicht mehr auf der Pascal-Architektur, sondern ist der erste Vertreter der Generation Volta. Genauer gesagt handelt es sich um den Grafikprozessor Volta-100, dessen 21,1 Milliarden Transistoren im 12-nm-Prozess von TSMC gefertigt werden. Das sind fast doppelt so viele Schaltungen wie bei der Titan Xp, deren mit 16-nm-Strukturen gefertigter GP102 "nur" 12 Milliarden Transistoren beheimatet. Die Titan V protzt mit 80 Streaming-Multiprozessoren, die aus insgesamt 5.120 CUDA-Recheneinheiten bestehen. Im Vergleich zu den 3.840 CUDA-Kernen der Titan Xp bedeutet dies eine Steigerung um ein Drittel. Allerdings sinkt der Boost-Takt von 1.582 auf 1.455 MHz und der Basistakt beläuft sich nur auf 1.200 statt 1.404 MHz.

High Bandwidth Memory 2
Wie bei der Titan Xp verfügt auch die Titan V über 12 GiB Grafikspeicher, doch statt GDDR5X mit einer 384 Bit breiten Schnittstelle kommt diesmal HBM2 mit einer 3.072 Bit breiten Anbindung zum Einsatz. Während die Anbindung massiv ausgebaut wurde, musste die Taktrate für die HBM2-Chips auf 850 MHz reduziert werden. Die Speicherdatenrate sinkt daher von 11,4 auf 1,7 Gbit/s, weshalb die maximale Speicherbandbreite lediglich von 547,7 auf 652,8 GB/s angewachsen ist - ein Plus von 19,19 Prozent. Seine Premiere feierte HBM2 im Sommer auf AMDs Radeon RX Vega 64 (12,5 Milliarden Transistoren, 14 nm), deren 8 GiB Grafikspeicher mit 945 MHz - also 95 MHz schneller - laufen.

Stromverbrauch
Bei AMDs Radeon RX Vega 64 wurde die neue Speichertechnik als Stromfresser angesehen, der für den hohen Verbrauch (TDP mit Luftkühlung: 295 Watt; TDP mit Flüssigkeitskühlung: 345 Watt) zumindest mitverantwortlich ist. Doch NVIDIA nennt für seine gewaltige Titan V lediglich eine TDP von 250 Watt, was angesichts der Eckdaten wirklich moderat ist. Die Karte kann somit als Ersatz für die "lahme" Titan Xp genutzt werden, welche die gleiche TDP aufweist. Ein passendes Netzteil sollte 600 Watt leisten und einen sechs- sowie einen achtpoligen Stromanschluss für Grafikkarten bieten. Obwohl AMD High Bandwidth Memory zusammen mit dem Speicherhersteller SK Hynix entwickelt hatte, scheint NVIDIA diese Technologie weit besser im Griff zu haben.

Verfügbarkeit und erste Benchmarks
NVIDIAs Titan V belegt zwei Steckplätze und bietet vier Bildschirmausgänge (3 x DisplayPort plus 1 x HDMI). Obwohl sich NVIDIA nicht genauer äußert, gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt von DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0b aus. Auch wer sofort vorbestellt, wird seine Karte nur mit sehr viel Glück noch in diesem Jahr in seinen Händen halten können, denn NVIDIA nennt als voraussichtliches Versanddatum den 30. Dezember 2017. Ein Blick auf erste Benchmarks lässt die Kauflaune sowieso schnell abkühlen: Obwohl die Titan V das Zepter erst einmal übernehmen wird, stehen Preis und Leistung in einem ausgesprochen dürftigen Verhältnis.

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