NVIDIA verschiebt den Start der GeForce RTX 3070

Meldung von doelf, Freitag der 02.10.2020, 16:02:21 Uhr

NVIDIA hat die Markteinführung von Grafikkarten der Baureihe GeForce RTX 3070 auf den 29. Oktober 2020 verschoben. Eigentlich sollten die vorerst preiswertesten Ampere-Ableger schon ab dem 15. Oktober 2020 verkauft werden, doch nun wird NVIDIA seinem Mitbewerber AMD samt dessen Big Navi den Vortritt lassen. Ganz freiwillig dürfte dies nicht geschehen.

Laut NVIDIA soll die GeForce RTX 3070 für 499 US-Dollar zu haben sein und dennoch die Leistung einer über 1.000 US-Dollar teuren GeForce RTX 2080 Ti erreichen. Statt 11 GiB GDDR6-Speicher wird es allerdings nur 8 GiB geben und auch die Anbindung der Speicherchips fällt mit 256 Bit schmaler aus als bei der Turing-Karte, die es auf 352 Bit bringt. Dafür bringt es die GeForce RTX 3070 auf 5.888 CUDA-Kerne, während das ältere Modell nur auf 4.352 Recheneinheiten kommt, und auch PCI-Express 4.0 ist mit an Bord. In der Summe ergibt dies ein bezahlbares Kraftpaket mit einem moderaten Preisschild.

Doch so leistungsstark die Ampere-Karten auch auftreten, verläuft ihre Markteinführung alles andere als ideal. Einerseits haben die neuen Grafikkarten mit Stabilitätsproblemen bei hohen Taktraten zu kämpfen, andererseits war der Markt schon nach wenigen Minuten leergefegt. Wer eine GeForce RTX 3080 oder RTX 3090 kaufen möchte, wird weder im Online-Handel noch bei NVIDIA selbst fündig, sondern muss auf eBay gesalzene Aufschläge berappen. Und genau aus diesem Grund wurde die GeForce RTX 3070 um zwei Wochen verschoben.

NVIDIA will bei der GeForce RTX 3070 kein weiteres Ausverkauft-Debakel erleben und zugleich verhindern, dass ein tatsächlich verfügbares Mittelklassemodell bei den nicht erhältlichen Oberklasse-Karten wildert. Hinzu kommen zwei weitere Vorteile: NVIDIA kann eventuelle Probleme noch vor dem Verkaufsstart ausmerzen und zugleich abwarten, in welcher Leistungsklasse AMDs Big Navi antreten wird. Dies ermöglicht eine Anpassung von Taktraten und Preisen in letzter Sekunde, um dem Mitbewerber den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Andererseits muss man sich fragen, ob NVIDIA bei seinem neuen Fertigungspartner auf das richtige Pferd gesetzt hat. Während NVIDIAs Turing-Generation mit Strukturgrößen von 12 nm von TSMC gefertigt wurde, kommt für Ampere erstmals Samsungs 8-nm-Prozess zum Einsatz. AMD vertraut derweil weiterhin auf TSMC und lässt seine neuen Grafikchips dort mit Strukturgrößen von 7 nm produzieren. Man darf also gespannt sein, wer am Ende die bessere Ausbeute und die zuverlässigeren Chips liefern wird.

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