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LibreELEC 8.1.1 Beta stopft kritische Broadcom-Lücke

reported by doelf, Mittwoch der 06.09.2017, 11:08:22 Uhr

Das Medien-Center-Betriebssystem LibreELEC, welches insbesondere von Fans des Raspberry Pi geschätzt wird, liegt in der Beta-Version 8.1.1 zum Download bereit. Bei der Entwicklungsschiene 8.1 handelt es sich um die Beta-Phase der kommenden Version 8.2. Ein Update ist dennoch anzuraten, da LibreELEC 8.1.1 SMB-Probleme mit Windows 10 behebt und zugleich Sicherheitslücken schließt.

Die Änderungen seit LibreELEC 8.1 Beta
LibreELEC 8.1.1 Beta umfasst die finale Version 17.4 der Medien-Center-Software Kodi 17.4, NVIDIAs Grafiktreiber 384.69 sowie Samba 4.6.7. Der Linux-Kernel für den Raspberry Pi wurde auf die Version 4.9.43 aktualisiert und eine neue WiFi-Firmware von Broadcom beseitigt die kritische Sicherheitslücke CVE-2017-9417. Die Einstellungen enthalten weitere Konfigurationsmöglichkeiten für Samba und der USB-TV-Tuner (DVB-C/T/T2) der Xbox One wird jetzt unterstützt. Bei Hauppauges DualHD-Tuner funktionierte der Dual-Betrieb nicht, weshalb vorerst nur einer der Tuner genutzt werden kann. Das OVF-Template für VMware wurde repariert, die Endung .img gestrichen und der Installationsmodus erzwungen.

Die SMB-Problematik
Das veraltete Netzwerkprotokoll SMB 1.0 (Server Message Block), welches unter Windows für Datei- und Druckerfreigaben verwendet wird, wurde im Windows 10 "Creators Update" für Neuinstallationen deaktiviert. Angedacht wurde diese Maßnahme seitens Microsoft schon öfters, doch im Frühjahr hatte der Erpressungs-Trojaner WannaCry eine Sicherheitslücke in SMB 1.0 ausgenutzt und damit das Fass zum überlaufen gebracht. Für das heimische Netzwerk hatte diese Änderung weitreichende Folgen, denn viele Geräte setzten aus Kompatibilitätsgründen bis zuletzt auf SMB 1.0. Dies gilt insbesondere für Geräte auf Basis von Linux, bei denen Samba für die SMB-Kommunikation verantwortlich ist.

Neben Routern wie der Fritz!Box und zahlreichen NAS-Festplatten gehörte hierzu die Medien-Center-Software Kodi. Erst Kodi 17.4 erweiterte die SMB-Unterstützung auf die Versionen 2 und 3, während alle stabilen Version bis hin zu Kodi 17.3 auf SMB 1.0 limitiert sind. Von LibreELEC v8.1.1 Beta, welches Kodi 17.4 umfasst, wird SMB 2 oder höher als Standard genutzt. Unter "Einstellungen", "Dienste" wurde ein neuer Eintrag namens "SMB-Client" angelegt, welcher die manuelle Begrenzung der Protokollversion - 1, 2 und 3 - ermöglicht (siehe Bildschirmfoto). Von den höheren Versionen profitieren Sicherheit und Geschwindigkeit.

LibreELEC v8.1.0 Beta SMB

Die Konfiguration des internen SMB-Klienten von Kodi befindet sich unter "/storage/.kodi/.smb/smb.conf" und persönliche Änderungen lassen sich über "/storage/.kodi/.smb/user.conf" einbringen. Den Browser-Dienst für das "Windows-Netzwerk (SMB)" gibt es nur bei SMB 1.0. Bei höheren Versionen muss der korrekte Pfad (Server/Share) eingegeben werden. Der Samba-Server wird normalerweise über die Datei "/etc/samba/smb.conf" konfiguriert, welche allerdings mit einer eigenen Konfiguration unter "/storage/.config/samba.conf" ersetzt werden kann. Wer letztere verwendet, muss diese gegebenenfalls für Samba 4.6.7, welches mit LibreELEC 8.1.1 Beta ausgeliefert wird, anpassen.

Änderungen bei Lirc
Seit LibreELEC 8.1.0 Beta ist lirc 0.9.4d enthalten. Im Gegensatz zu LibreELEC 8.0 ist der Lirc-Dienst bei Neuinstallationen standardmäßig deaktiviert. Beim Update bestehender Installationen kann es aufgrund einer breiteren Treiber-Unterstützung zu doppelten Eingaben kommen, welche sich in den Einstellungen über die Rubrik Dienste beheben lassen. Zur Konfiguration werden nun, wie auch bei anderen Linux-Distributionen, zwei Dateien - "/storage/.config/lirc_options.conf" und "/storage/.config/lircd.conf" - verwendet. Anleitungen für andere Distributionen lassen sich somit leichter auf LibreELEC übertragen.

Diese Neuerungen brachte LibreELEC 8.1.0 Beta
Für x86-Architekturen ist der Kernel 4.11.8 enthalten, zugleich wurden diverse Firmware-Pakete aktualisiert. LibreELEC wechselt von LibreSSL zu OpenSSL und entfernt das Add-on "Tvheadend 4.0 Server", dessen Nachfolger auf den Namen Tvh 4.2 hört. Änderungen am Build-System sollen das Erstellen von Backports erleichtern und es wurde ein Problem bei der NAND-Installation auf WeTeks Hub/Play 2 behoben, welches nach bestimmten Updates für Android Marshmallow auftritt. Das automatische Einspielen von Updates ist nun die Standardeinstellung, um Sicherheits-Updates schneller zu verbreiten.

Die Neuerungen in Kodi 17.4
Unter der Haube von Kodi 17.4 wurde FFmpeg auf die Version 3.1.9 aktualisiert, andere Versionen als 3.1.x werden nicht mehr akzeptiert. Sollte eine Linux-Distribution eine eigene Version von FFmpeg verwenden, führt die Wiedergabe von 10-Bit H.265-Videos nicht mehr zu einem schwarzen Bildschirm. Bei Verwendung eines Reverse Proxy lassen sich Websockets nun wieder weiterreichen und beim Scraping von Musik-Informationen sorgt eine Drossel dafür, dass der Anbieter der Daten nicht über Gebühr belastet wird. Das Zusammenführung von Scraping- und Tag-Daten wurde verbessert und wenn man beim Betrachten einer Aufnahme vor oder zurück springt, hängt sich Kodi nicht mehr auf. Wenn der Benutzer die Skin-Einstellungen ändert, werden diese nun sofort gespeichert. Bisher wurden solche Änderungen erst beim Herunterfahren übernommen.

Die Entwickler haben auch sechs Absturzursachen behoben, von denen drei ausschließlich Windows betreffen. Die Ursachen sind ein Problem mit Python, ein Fehler beim Aktivieren der Option Zeroconf sowie ein Bug beim Installieren oder Aktualisieren von Add-ons. Unter Linux wurde ein Crash bei Verwendung der "Advanced Linux Sound Architecture" (ALSA) behoben. Bei Android wurde ein Absturz aufgrund bestimmter Tastenbelegungen korrigiert und Android Oreo fliegt nicht mehr beim Laden bestimmter App-Icons ab. Zudem zeigt Oreo das Kodi-Logo während des Starts an und die Erkennung der Video-Codecs VP6 und VP8 wurde ebenfalls repariert. Unter iOS 11 wurden Probleme mit der nativen Tastatur behoben.

Download: LibreELEC v8.1.1 Beta

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