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Intel hat Lieferengpässe bei CPUs und Chipsätzen

reported by doelf, Samstag der 15.09.2018, 16:48:42 Uhr

Ende August 2018 hatte Intel seine neuen SoCs der Baureihen Whiskey Lake und Amber Lake vorgestellt, welche sich an energieeffiziente Mobilcomputer richten. Abermals handelte es sich um 14-nm-Prozessoren und das ist für Intel ein großes Problem. Der Chipriese befindet sich nämlich seit Jahren in der Umstellung zur 10-nm-Fertigung und nun gehen ihm die 14-nm-Kapazitäten aus.

Noch keine 10-nm-CPUs in Sicht
Seit Broadwell (2015) nutzt Intel für seine Prozessoren einen 14-nm-Fertigungsprozess, der bei den Nachfolgern Skylake (2015), Kaby Lake (2016), Kaby Lake Refresh (2017) und Coffee Lake (2017) nur wenig verbessert wurde. Amber Lake (2018) setzt dabei wie Kaby Lake und Kaby Lake Refresh auf 14+, während Coffee Lake und Whiskey Lake (2018) die neueste Ausbaustufe 14++ verwenden. Ursprünglich hatte Intel den Wechsel zu 10 nm für 2015 in Aussicht gestellt und dann immer wieder verschoben. Im Rahmen seiner letzten Quartalsmeldung von Ende Juli erklärte Intel, mit ersten 10-nm-Prozessoren sei erst zum Jahreswechsel 2019/2020 zu rechnen.

Hausgemachtes Problem: Die Chipsätze
Obwohl die 14-nm-Fertigung bereits ausgelastet war und die Massenfertigung für 10-nm-Chips noch in weiter Ferne liegt, hatte Intel im April vier neue Chipsätze namens H370, H310, Q370 und B360 vorgestellt. Das Problem: Während ihre Vorgänger mit 22-nm-Strukturen vom Band liefen, setzen die neuen Chipsätze wie Intels Prozessoren auf 14 nm. Auch der integrierte Chipsatz der "Whiskey Lake"-SoCs wurde von 22 auf 14 nm geschrumpft. Dabei hatte Intel bereits im Mai die Produktion des H310 auf Eis legen müssen, da es an Kapazitäten fehlte.

Hausgemachtes Problem 2: Das LTE-Modem XMM 7560
Die Produktionslinien für CPUs sind am Limit, mit den Chipsätzen kommt man gar nicht mehr nach und dann bekommt man auch noch den Zuschlag für das LTE-Modem in den neuen iPhones XR, XS und XS Max. Dummerweise wird dieses LTE-Modem namens XMM 7560 ebenfalls im 14-nm-Prozess gefertigt und Apple ist ein ungeduldiger Kunde mit gewaltigen Stückzahlen. Man darf davon ausgehen, dass Apples Bestellungen bei Intel Vorfahrt bekommen, was die Verknappung von Prozessoren und Chipsätzen weiter anheizen dürfte.

Von Auftragsfertigern und Mitbewerbern
Anfang dieser Woche meldete das taiwanische Branchenportal DigiTimes, dass Intel einen Teil seiner Chipproduktion zum Auftragsfertiger "Taiwan Semiconductor Manufacturing Company" (TSMC) auslagern werde. Namentlich wurde der aufgrund seiner geringen Marge wenig attraktive Einstiegs-Chipsatz H310 genannt, doch auch weitere Chipsätze könnten laut DigiTimes demnächst bei TSMC vom Band laufen. Da TSMC bereits Baseband-Chips für Intel herstellt, wäre allerdings auch die Auslagerung des XMM 7560 denkbar. Desktop-PC- und Notebook-Hersteller warnen bereits vor Lieferengpässen zum Jahresende und HPE verweist seine Server-Kunden auf die besser verfügbaren Modelle auf Basis von AMDs EPYC. Schön, dass es wieder eine Alternative gibt! Und da die PC-Hersteller nun weniger Arbeitsspeicher bestellen, dürften die RAM-Preise zum Jahresende weiter fallen.

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