MSI RTX 2060 Serie

Praxistipp: Kingston SSD A400 - Aussetzer beheben

Meldung von doelf, Montag der 18.02.2019, 10:36:22 Uhr

Kingstons SSD-Baureihe A400 gehört zu den günstigsten am Markt. 480 GB kosten weniger als 60 Euro und 960 GB gibt es schon für rund 110 Euro. Mit einer sequentiellen Leserate von bis zu 500 MB/s und einer Schreibrate von 450 MB/s liefern die Datenträger alltagstaugliche Werte, doch leider gönnen sie sich zwischendurch immer mal wieder eine Pause.

Preiswerte Bauteile mit kleinen Macken
Um den Preis so niedrig zu halten, setzt Kingston auf TLC-NAND-Chips (Triple-Level Cell), welche 3 Bits pro Zelle speichern. Soll eines dieser Bits geändert werden, müssen immer alle drei gelöscht und neu geschrieben werden, was TLC-Chips bei Schreibzugriffen deutlich langsamer als MLC (2 Bit pro Zelle) oder SLC (1 Bit pro Zelle) macht. Auch der Controller vom Typ Phison PS3111-S11 ist mit nur zwei Kanälen kein Überflieger. Damit so ein SSD im Alltag flüssig arbeitet, muss seine Firmware die Nachteile gut ausbalancieren, doch das ist im Auslieferungszustand der Laufwerke leider nicht der Fall. Regelmäßig nimmt sich das SSD eine Auszeit und der Rechner friert praktisch ein. Ein paar Sekunden später geht dann wieder alles gewohnt flott voran.

Unzureichende Dokumentation seitens Kingston
Leider dokumentiert Kingston dieses Verhalten, das etliche Käufer beklagen, nicht im Rahmen der FAQs. Schlimmer noch: Bei Kingston gibt es nicht einmal eine Übersicht der verfügbaren Firmware-Updates und der darin enthaltenen Änderungen. Solche Updates nebst der dazugehörigen Hinweise gibt es nur über die Windows-Software Kingston SSD Manager, was Nutzern abseits von Windows erst einmal gar nichts nutzt. Aber auch unter Windows erweist sich das Programm als wenig hilfreich, da es die SSD A400 nicht erkennt und somit auch keine Updates anbieten kann. Laut Kingston benötigen wir lediglich ein Kingston-SSD im AHCI-Betrieb (erfüllt), Windows 10, 8.x oder 7 (erfüllt) sowie administrative Rechte (erfüllt).

Letzter Ausweg: Kundendienst
Kingstons Kundendienst empfiehlt uns glatt, einfach die neue Firmware aufzuspielen. Das würden wir gerne, doch das SSD wird ja nicht gefunden! Dann wird das Laufwerk als Systemdatenträger verwendet, vermutet der Support-Mitarbeiter. Wird es, schließlich steckt das SSD A400 als einziges Laufwerk in einem Notebook. Das geht nicht, werden wir aufgeklärt, denn beim Firmware-Update kann es zu Datenverlusten kommen. Somit muss das SSD als sekundäres Laufwerk aktualisiert werden. Das macht für uns nur bedingt Sinn, schließlich sind die Daten in beiden Fällen weg, aber wir probieren es aus. Und siehe da: Als sekundäres Laufwerk in einer unserer Workstations erkennt der Kingston SSD Manager nicht nur das SSD A400, sondern bietet auch noch ein Update an.

Ein Fazit
Seit dem Aufspielen des Updates hatte das SSD A400 keine Aussetzer mehr, das Problem ist somit bekannt und behoben. Davon werden viele Käufer allerdings nie etwas erfahren, da Kingston diese Korrektur nirgendwo dokumentiert und der Kingston SSD Manager auf ihren Rechnern einen völlig nutzlosen Eindruck hinterlassen wird. SSDs spielen ihre Vorteile nun einmal primär als Systemlaufwerk aus, doch bei einem solchen Einsatz werden sie von Kingstons Software einfach ignoriert. Warum meldet das Programm nicht, dass es einen kompatiblen Datenträger gefunden hat, diesen aber nicht aktualisieren kann, da er als Systemlaufwerk genutzt wird? Und warum findet sich kein entsprechender Hinweis in der Beschreibung des Programms? Letztendlich schadet sich Kingston mit seiner ungenügenden Informationspolitik selbst, denn im Auslieferungszustand provoziert das SSD A400 zu Recht erboste Kundenrezensionen.

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