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Apples Neuerfindung als Medienkonzern und Dienstleister

Meldung von doelf, Dienstag der 26.03.2019, 11:15:18 Uhr

Apple tv+, Apple News+, Apple Arcade und Apple Card: Der Apfel-Konzern stellt sich neu auf und verbreitert seine Wertschöpfungskette. Die Käufer von Apple-Geräten sollen damit exklusive, von Apple geschaffene Inhalte konsumieren, welche sie mit von Apple bereitgestellten Zahlungsmitteln bezahlen. So schließt sich der Kreis, während man zugleich auf Fremdgeräte vordringt.

Von seinen Geräten konnte Apple lange Zeit sehr gut leben, doch schon seit der Einführung der ersten iPods setzt das Unternehmen auch auf Dienste und digitale Inhalte. Dieser Sektor hatte im letzten Quartal (Oktober bis Dezember 2018) 10,875 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert und war damit das zweitwichtigste Geschäftsfeld hinter den iPhones (51,982 Milliarden US-Dollar). Neben dem Verkauf von Medieninhalten über iTunes und dem für Apple-Geräte obligatorischen App-Store fließen hier auch Apples Musik-Streaming-Dienst sowie das Zahlungssystem Apple Pay mit ein. Andere kostenpflichtige Angebote sind direkt auf Apples Hardware ausgerichtet, beispielsweise zusätzlicher Speicherplatz in der iCloud. Doch auch wenn Apple sein Medien- und Dienstangebot seit Jahren stetig ausbaut, stellen die gestern vorgestellten Angebote einen Richtungswechsel dar.

Apple tv+ kommt auf Smart-TVs und Fire-TV-Sticks
Das Aushängeschild dieser Neuausrichtung ist der Video-Streaming-Dienst Apple tv+, welcher im Herbst 2019 als Herausforderer gegen Netflix und Amazon Prime Video antreten wird. Wie seine Mitbewerber setzt auch Apple tv+ auf exklusive Inhalte und produziert seit Monaten eigene Filme, Serien und Dokumentationen. Namen wie Steven Spielberg, M. Night Shyamalan ("Sixth Sense"), Ronald D. Moore ("Battle Star Galactica") und Jennifer Aniston ("Friends") sollen dabei als Zugpferde dienen. Apple integriert den neuen Streaming-Dienst in seine TV-App, über die man die zahlungspflichtigen Inhalte und Kanäle von Apple und Drittanbietern einfach hinzubuchen können wird.

Um auch Kunden außerhalb des Apple-Universums zu erreichen, wird Apples TV-App auch in Smart-TVs der Hersteller LG, Samsung, Sony und Vizio integriert. Selbst Amazons Fire-TV-Sticks sollen Apple-TV integrieren. Neben Apple tv+, Amazon Video Prime, Netflix und diversen Pay-TV-Sendern steht allerdings noch ein ganz großer Name in den Startlöchern: Die Vorbereitungen für Disney+ laufen auf Hochtouren und mit "Disney", "Star Wars" und "Marvel" ist dieser für Ende 2019 geplante Mitbewerber keineswegs zu unterschätzen. Im kommenden Jahr wird es sich dann zeigen, ob die Konsumenten gleich mehrere Abonnements abschließen oder sich der Markt konsolidieren muss.

Apple News+, eine Flatrate für Printmedien
Die Idee einer Flatrate für Printmedien ist alles andere als neu, denn schon seit dem Jahr 2014 können Nutzer aus Deutschland Readly abonnieren und damit derzeit über 3.000 Magazine für 9,99 Euro pro Monat lesen. Apple News+ wird es da schwer haben, denn der Dienst startet zunächst nur in Nordamerika und umfasst auch nur 300 Magazine, darunter "TIME", "Vogue", "ELLE", "People" und "National Geographic". Bei den Tageszeitungen sind "Los Angeles Times" und "Wall Street Journal" mit an Bord, nicht aber "Boston Globe", "New York Times" oder "Washington Post". Von "leading newspapers" zu sprechen, erscheint uns daher ziemlich gewagt.

Abseits der Printmedien wird Apple News+ auch zahlungspflichtige Inhalte einiger Online-Publikationen umfassen, namentlich werden aber nur "Vox", "theSkimm", "The Cut" und "Vulture" genannt. Interessant ist allerdings der Punkt Datenschutz: Apple verspricht, seinen Kunden beim Lesen nicht über die Schulter zu schauen und auch kein Tracking durch Werbeanzeigen zu erlauben. In Nordamerika kann man Apple News+ ab sofort für einen Monat kostenlos ausprobieren, danach werden 9,99 US-Dollar pro Monat fällig. Eine Familienfreigabe der Inhalte ist bei iPhones und iPads möglich. Nach Europa soll der Dienst im Herbst 2019 kommen, zumindest nach Großbritannien.

Apple Arcade, das Gaming-Abo
Auch bei seinem Abonnement für Spieler setzt Apple auf Datenschutz und Kostenkontrolle: Apple Arcade soll rund 100 Spiele umfassen, die ohne Werbung oder In-App-Käufe auskommen. Laut Apple werden die Spiele exklusiv für seinen Dienst entwickelt, es wird sich daher eher nicht um große Blockbuster handeln. Mit Cartoon Network, Konami, LEGO und SEGA finden sich dennoch vier bekannte Namen unter den Indie-Studios. Neben den iOS-Geräten wird Apple Arcade auch auf Apple TV sowie auf Macs zur Verfügung stehen. Im Herbst soll Apple Arcade in 150 Ländern starten. Offen bleibt derweil die Frage nach dem Preis.

Apple Card mit Cash Back
Nach dem digitalen Zahlungssystem Apple Pay folgt nun die Apple Card, eine Kreditkarte in Zusammenarbeit mit Mastercard und dem Bankhaus Goldman Sachs. Viele Firmen bieten eigene Kreditkarten an, doch warum sollte man eine solche bei Apple bestellen? Apple lockt mit dem Verzicht auf die übliche Jahresgebühr und will keinen Aufschlag für den Auslandseinsatz berechnen. Stattdessen winkt bei Zahlungen ein Cash Back im Bereich von ein bis drei Prozent. Offenbar handelt es sich um eine richtige Kreditkarte, bei der die Ausgaben in Raten beglichen werden. Apple verspricht hier besonders niedrige Zinsen, veranschlagt aber abhängig von der "Kreditwürdigkeit" 13,24 bis 24,24 Prozent!

Neben der physischen Karte existiert diese auch virtuell im Wallet des iOS-Gerätes. Nur hier finden sich die Kartennummer und der CVV-Code, nicht aber auf der Plastikkarte. Apple will auf diese Weise den visuellen Datenabgriff erschweren. Im Wallet werden die Ausgaben der Kreditkarte protokolliert und grafisch aufbereitet. An Apple sollen keine Informationen über die Einkäufe fließen und auch seine Finanzpartner will Apple an die Leine legen: Weder Mastercard noch Goldman Sachs sollen die per Apple Card gewonnenen Daten für Marketing- oder Werbezwecke nutzen dürfen. Apples Kreditkarte wird es ab Sommer erst einmal nur in den USA geben.

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