AM4-Aktion

Microcode-Updates für Windows 10 Version 1803, Sandy Bridge und Ivy Bridge

reported by doelf, Mittwoch der 23.05.2018, 10:34:49 Uhr

Seit Anfang Januar 2018 sind die Meltdown- und Spectre-Angriffe auf Schwachstellen in CPU-Designs bekannt, dennoch gibt es kaum UEFI- bzw. BIOS-Updates für betroffene Computer. Und diese sind auch nicht notwendig, da die Betriebssysteme in der Lage sind, die notwendigen Microcode-Updates nachzuladen. Microsoft reicht diese Möglichkeit nun für Windows 10 Version 1803 nach und weitet zugleich sein Microcode-Angebot auf Intels CPU-Generationen Sandy Bridge und Ivy Bridge aus.

Seit dem 28. Februar 2018 bietet Microsoft optionale Microcode-Updates für die Core-i-Prozessoren von Intel an. Anfangs wurden nur die Prozessoren der Skylake-Familie (ab 2015) unterstützt, Mitte März folgten dann auch Microcode-Updates für die Baureihen "Kaby Lake" (ab 2016) und "Coffee Lake" (ab 2017). Mit der dritten Überarbeitung des Updates wurden Ende April 2018 die CPU-Familien Broadwell (ab 2014) und Haswell (ab 2013) eingepflegt. In der neuesten Ausgabe, welche erstmals auch für Windows 10 Version 1803 angeboten wird, sind jetzt auch Microcode-Updates für "Ivy Bridge" (2012) und "Sandy Bridge" (2011) enthalten.

Microsofts Entscheidung, Windows 10 Version 1803 ohne Microcode-Updates auszuliefern, sowie der Umstand, dass für die neueste Ausgabe von Windows 10 nicht einmal ein optionales Update verfügbar war, stieß auf viel Unverständnis. Schließlich sind die Microcode-Updates der einzige wirksame Schutz vor Angriffen auf die zweite Spectre-Variante (CVE 2017-5715). Doch auch mit dem nun veröffentlichten Update bleibt Raum für Kritik, denn nicht alle Versionen von Windows 10 decken auch alle genannten Prozessoren ab:

Microcode-Updates für Intels Core-i-Baureihen Lynnfield (ab 2009, Nehalem Micro-Architektur), Arrandale und Clarkdale (ab 2010, beide Westmere Micro-Architektur) sind über Microsoft noch nicht verfügbar, ebenso fehlen Microcode-Updates für Prozessoren von AMD. Die bisher verteilten Microcode-Updates kümmern sich ausschließlich um Spectre Variante 2 (CVE 2017-5715). Neue Versionen, welche auch Schutz vor den neuen Spectre-Varianten 3a (CVE-2018-3640) und 4 (CVE-2018-3639) bieten, sind über Microsoft noch nicht erhältlich.

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