Arbeitsspeicher: Der Preisverfall setzt sich fort

Meldung von doelf, Donnerstag der 07.07.2022, 15:01:16 Uhr

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Im März 2022 waren die Kurse für Arbeitsspeicher am Spot-Markt in Taiwan zunächst angezogen, denn Russlands Überfall auf die Ukraine hatte die Rohstoffpreise explodieren lassen, während China aufgrund neuer COVID-Ausbrüche eine Millionenmetropole nach der anderen abgeriegelt hatte. Krieg und Abriegelungen sind auch weiterhin trauriger Alltag, doch seit April lässt das frostige Konsumklima die DRAM-Kurse wieder fallen. Dieser Trend hatte sich im Juni zwar abgeschwächt, doch der Preisverfall setzt sich fort.

DRAM-Kurse

Seit August 2021 befindet sich der Speichertyp DDR4-2666 16Gb 2Gx8, der heute für durchschnittlich 6,539 US-Dollar gehandelt wurde, auf unserer Beobachtungsliste. Diese Variante ist im Monatsverlauf um 0,89 Prozent billiger geworden, nachdem wir bereits von April bis Juni Abschläge von 8,81, 5,74 und 1,60 Prozent gesehen hatten. Für Dezember bis März 2022 hatten wir Aufschläge von 0,38, 2,26, 1,99 und 2,38 Prozent notiert, doch auch zwischen September und November 2021 war der Kurs stetig gefallen (-5,13%; -1,51%; -7,90%). Tatsächlich markiert der aktuelle Preis einen neuen Tiefstand. Zwei gleich schnelle 8Gb-Chips sind mit 6,502 US-Dollar etwas günstiger. Als eTT-Variante (funktionsgetestet, aber ohne konkrete Taktangabe) sind 16Gb-Chips (2Gx8) schon für 4,310 US-Dollar (-4,29%) zu haben.

Die Variante DDR4-2666 8Gb 1Gx8 hatte im Sommer 2021 ihren DDR4-2400-Vorgänger beerbt, sie notierte heute mit 3,251 US-Dollar und damit um glatt fünf Prozent niedriger als Mitte Juni. Zwischen April und Juni hatte dieser Kurs um 5,45, 6,90 und 0,15 Prozent nachgegeben. Im ersten Quartal 2021 waren die Kurse Monat für Monat kräftig angestiegen (+19,72%; +7,95%; +19,81%), bis Juli folgte dann ein Auf und Ab (-3,35%; +7,10%; -3,93%; +3,03%) und von August bis November sahen wir eine klare Abwärtsbewegung (-3,14%; -15,42%, -3,19%; -10,04%). Ab Dezember stieg der Kurs dann wieder (+1,68%; +11,64%; +1,32%; +3,48%). Die aktuellen Preise liegen um 29,09 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, hier ist der Kurs im Monatsvergleich um 2,85 Prozent auf 2,284 US-Dollar gefallen. Wie bei den DDR4-Chips war auch hier der Preisverfall im April (-4,83%) und Mai (-9,66%) höher gewesen, im Juni bewegte er sich auf einem ähnlichen Niveau (-2,93%). Die Preise der DDR3-Chips waren von Januar bis Mai 2021 gestiegen (+12,38%; +41,98%; +11,11%; +12,88%; +1,32%), danach ging es uneinheitlich weiter (-4,06%; +0,34%; -5,57%; -12,10%; -4,41%; +0,81%; -0,58%; +5,92%; +2,05%; +0,9%). Ziehen wir den Vorjahreskurs zum Vergleich heran, sehen wir einen Abschlag um 29,68 Prozent.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Gestern war ein Euro zum Handelsschluss 1,0177 US-Dollar wert und notierte damit um 3,56 Prozent schwächer als Mitte Juni. Zieht man den Vorjahreskurs zu Rate, hat der Euro sogar 14,03 Prozent eingebüßt, denn der Krieg in der Ukraine und die Zinserhöhungen in den USA setzen die europäischen Währungen weiterhin unter Druck. Auch auf die weitere Preisentwicklung wird dieser sinnlose Feldzug Wladimir Putins einen wesentlichen Einfluss haben. Wirtschaftssanktionen und explodierende Rohstoffpreise heizen die Inflation an, zugleich verschlechtert sich das Konsumklima durch steigende Zinsen, weshalb die Hersteller nicht beliebig an der Preisschraube drehen können. Am Ende ist Brot wichtiger als ein neuer PC oder ein Smartphone und da ein Brot keine DRAM-Chips benötigt, wird deren Überangebot weiter anwachsen, was fallende Preise bedeutet.

Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass hier von einzelnen Chips und keinesfalls von bestückten Modulen die Rede ist. Da diese Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Preisänderungen auch hierzulande bemerkbar machen.

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