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Intel kauft Mobileye für 15,3 Milliarden US-Dollar

reported by doelf, Dienstag der 14.03.2017, 12:50:39 Uhr

Intel will sich im Bereich der autonomen Mobilität verstärken und hat über eine Tochtergesellschaft 15,3 Milliarden US-Dollar (63,54 US-Dollar je Aktie) für Mobileye N.V. geboten. Das israelische Unternehmen mit Sitz in Jerusalem wurde im Jahr 1999 gegründet und ist auf die visuelle Erfassung von Verkehrssituationen spezialisiert. Für die israelische IT-Industrie ist dies die bisher größte Übernahme und für Intel der zweitteuerste Zukauf der Unternehmensgeschichte nach Altera.

Die Produkte von Mobileye
Bereits 1999 verfolgte Amnon Shashua mit der Gründung von Mobileye das Ziel, einen Autopiloten auf Basis von Bildinformationen zu entwickeln. Dabei kombiniert das Unternehmen Kameras mit einem selbst entwickelten Prozessor (EyeQ) und seiner eigenen proprietären Software. Die erste Chipgeneration war 2004 fertig, sie wurde laut Wikipedia ab 2007 in Serienfahrzeugen von BMW (5er und 6er), Volvo (S80, XC90, XC70, XC60 und V70) und General Motors (Cadillac STS und DTS) verbaut. Zu den Funktionen des EyeQ-Chips gehören ein Bremsassistent sowie ein Abstandsregeltempomat. 2008 folgte der verbesserte EyeQ2-Chip und seit 2010 gibt es das Kollisionswarnsystem C2-270, das Fahrzeuge, Zweiräder und Fußgänger erkennen kann. Ebenfalls seit 2010 nutzen der Hyundai i40 und der Kia Optima Spurhalte-Assistenzsysteme von Mobileye und seit 2011 verbaut Opel die Kollisionswarner der Firma in seinen Modellen Zafira und Insignia.

Tödlicher Unfall bei Tesla
Im August 2015 hatte Tesla Motors verkündet, die Kamerasysteme von Mobileye für seinen Autopiloten zu verwenden. Ein Jahr später kam es mit einem Tesla Model S zu einem tödlichen Unfall, da der Autopilot einen querenden LKW für eine Schilderbrücke gehalten hatte. Das Fahrzeug geriet beim Passieren der vermeintlichen Schilderbrücke unter den Auflieger und der Fahrer verstarb. Tesla erklärte daraufhin, der Autopilot sei derzeit noch als reines Assistenzsystem gedacht und der Fahrer müsse letztendlich immer zum Eingriff bereit sein. Laut Mobileye ist die Software noch nicht in der Lage, querende oder wendende Fahrzeuge zuverlässig zu erkennen. Diese Funktion werde voraussichtlich im Jahr 2018 ausgereift und alltagstauglich sein. Tesla kündigte daraufhin seine Zusammenarbeit mit Mobileye auf.

Autonome Fahrzeuge bis 2021 serienreif
Anlässlich der diesjährigen CES in Las Vegas hatten BMW, Intel und Mobileye bereits eine intensive Zusammenarbeit im Bereich des autonomen Fahrens angekündigt. Ab dem zweiten Halbjahr 2017 soll eine Flotte aus 40 BMW-Fahrzeugen, in denen Entwicklungsversionen des EyeQ5-Chip zum Einsatz kommen, im Alltagsverkehr getestet werden. Intels Autopilot GO sowie zusätzliche Rechenkraft aus Prozessoren der Baureihen Xeon und Xeon Phi runden das Paket ab. Zudem will Intel seine Erfahrungen im Bereich der künstlichen Intelligenz einbringen. Bis zum Jahr 2021 sollen die autonomen Fahrzeuge Serienreife erlangen und in Form des BMW iNEXT in den Handel kommen. Laut Intel wird das jährliche Marktvolumen für Fahrzeugsysteme und die damit verbundenen Daten und Dienste bis 2030 auf 70 Milliarden US-Dollar anwachsen.

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