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Intel meldet Rekordumsatz und hebt Prognose an

reported by doelf, Freitag der 27.07.2018, 15:09:00 Uhr

Noch nie zuvor hatte Intel in einem zweiten Quartal einen höheren Umsatz erzielt und so schickt sich der Chipriese an, ein drittes Rekordjahr in Folge abzuliefern. Den Jahresausblick hat Intel jedenfalls schon einmal angehoben. Wobei sich die Frage stellt, ob Intel trotz oder gerade wegen der Sicherheitslücken in seinen Prozessoren derzeit so gut verdient. Allerdings wurde der 10-nm-Umstieg abermals verschoben.

Die Server-Sparte treibt Intel an
Das zweite Quartal 2018 glänzt jedenfalls mit einem Rekordumsatz in Höhe von 16,962 Milliarden US-Dollar, welcher den Vorjahreszeitraum um 14,9 Prozent übertrifft. Das Endkundengeschäft (Client Computing Group) bleibt mit 8,728 Milliarden US-Dollar das wichtigste Geschäftsfeld, allerdings ist der Umsatz hier nur um 6,27 Prozent gestiegen. Anders sieht es bei der Serversparte (Data Center Group) aus, wo der Umsatz um 26,92 Prozent auf 5,549 Milliarden US-Dollar zulegen konnte. Der drittgrößte Bereich ist das Geschäft mit nicht-flüchtigem Speicher (Non-Volatile Memory Solutions Group), in dem Intel 1,079 Milliarden US-Dollar (+23,46%) erzielte. Es folgen die "Internet of Things Group" mit 880 Millionen US-Dollar (+22,22%) vor der "Programmable Solutions Group" (vormals Altera) mit 517 Millionen US-Dollar (+17,5%).

Der operative Gewinn (GAAP) belief sich im zweiten Quartal 2018 auf 5,273 Milliarden US-Dollar, was ein Wachstum um 37,25 Prozent bedeutet. 3,234 Milliarden US-Dollar (+6,91%) stammen von der "Client Computing Group" und weitere 2,737 Milliarden US-Dollar (+64,78%) von der "Data Center Group". Der Druck durch immer neue Spectre-Varianten und die anhaltend große Nachfrage im Cloud-Bereich scheinen Intels Absatz zu beflügeln. Mit bescheidenen 243 Millionen US-Dollar (+74,82%) bleibt das Internet der Dinge ein Nebenschauplatz, während der nicht-flüchtige Speicher wieder einmal für einen operativen Verlust sorgte. Mit 65 Millionen US-Dollar fiel dieser aber zumindest geringer aus als im Vorjahreszeitraum, wo Intel noch 110 Millionen in den Sand gesetzt hatte. Bleibt noch die "Programmable Solutions Group" mit 101 Millionen US-Dollar (+4,12%).

Trumps Steuerreform lässt Nettogewinn anschwellen
Der von 38,6 auf 9,5 Prozent gesunkene Steuersatz beschert Intel einen Nettogewinn (GAAP) in Höhe von 5,006 Milliarden US-Dollar. Da man diesmal trotz des gestiegenen Einkommens nur 523 Millionen US-Dollar statt 1,764 Milliarden US-Dollar an den Fiskus abführen musste, ist der Nettogewinn um 78,28 Prozent in die Höhe geschossen. Der Gewinn je Aktie (GAAP) ist sogar um 81,03 Prozent auf 1,05 US-Dollar geschnellt. Aufgrund dieser guten Zahlen hat Intel seine Umsatzprognose für 2018 um 2,0 Milliarden angehoben und erwartet nun 68,5 Milliarden bis 70,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Den Gewinn je Aktie sieht man nun bei 4,10 statt 3,79 US-Dollar (+/-5%). Also alles super im Hause Intel, oder?

10-nm-Chips bleiben Vapoware
Nicht ganz: Intels Interim-Chef Bob Swan - Brian Krzanich musste unlängst wegen einer betriebsinternen Affäre seinen Hut nehmen - erklärte während der Telefonkonferenz zur Veröffentlichung der Quartalszahlen, dass sich der Wechsel zu 10-nm-Strukturen nochmals verschieben wird. Endkundenchips sollen nun zum Jahresende 2019 ("2019 holiday season") in den Handel kommen und die Server-Varianten kurz danach ("shortly after"). Im April hatte Intel erklärt, die Einführung von Ende 2018 auf 2019 zu verlegen, ohne dabei einen konkreten Zeitraum zu benennen. In einer Roadmap von 2011 hatte Intel 10-nm-Chips für 2015 in Aussicht gestellt, doch tatsächlich schaffte Intel in jenem Jahr nur den Wechsel von 22 auf 14 nm. Seither hängt Intel auf 14 nm fest und beschränkt sich auf kleinere Optimierungen - Broadwell (2015), Skylake (2015), Kaby Lake (2016) und Coffee Lake (2016).

Die nicht abschätzbaren Dauerprobleme bei der 10-nm-Fertigung sowie zu hohe Erwartungen an das Servergeschäft sorgten bei den Anlegern für Unmut. Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen rutschte Intels Aktie nachbörslich trotz Rekordumsatz um 6,46 Prozent auf 41,94 US-Dollar ab.

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