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AMD Radeon RX 6700 XT: RDNA2 für unter 500 Euro?

Meldung von doelf, Donnerstag der 18.03.2021, 11:11:54 Uhr

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Mit der Radeon RX 6700 XT baut AMD seine RDNA2-Baureihe weiter nach unten aus. Bisher markierte die Radeon RX 6800 mit einer offiziellen Preisempfehlung in Höhe von 579 Euro den Einstieg und die neue Radeon RX 6700 XT ist genau 100 Euro günstiger. Zumindest in der Theorie. In der Praxis kann man derzeit keine Grafikkarten aus diesen beiden Modellreihen in Deutschland oder Österreich kaufen, da sie nirgendwo auf Lager sind. Und wer eine Radeon RX 6800 mit unbekannter Lieferzeit bestellt, muss dafür rund 1.500 Euro auf den Tisch legen.

Kleinerer Chip mit großem Stromhunger
Bei der neuen Radeon RX 6700 XT ist momentan nicht einmal eine Vorbestellung möglich. Das lässt uns reichlich Zeit, um ganz in Ruhe auf die Unterschiede zwischen diesen beiden Modellen einzugehen: Bei den Grafikkarten der Baureihe Radeon RX 6700 XT debütiert der Grafikprozessor Navi 22, dessen Die-Fläche mit 335 mm2 um 37,5 Prozent kleiner ausfällt als beim Navi 21 (536 mm2), der auf der Radeon RX 6800 zu finden ist. Zugleich fällt die Wärmeverlustleistung nur um zwanzig Watt bzw. acht Prozent auf 230 Watt, was die Kühlung des neuen Chips etwas aufwändiger gestaltet. Statt zwei zusätzlicher Stromanschlüsse mit acht Kontakten wird nur einer mit acht und ein zweiter mit sechs Kontakten benötigt, doch die Netzteilempfehlung verbleibt bei einer Leistung von 650 Watt oder besser.

MSI Radeon RX 6700 XT MECH 2X 12G OC

Die geringere Chipfläche erklärt sich mit der Reduzierung der Rechen- und Ray-Tracing-Einheiten um ein Drittel von 60 auf 40. Analog hierzu schrumpft die Zahl der Stream-Prozessoren von 3.840 auf 2.560, der Textur-Einheiten von 240 auf 160 und der ROPs (Raster Operators) von 96 auf 64. Rein von der Chiparchitektur betrachtet, müsste somit auch die Rechenleistung der Radeon RX 6700 XT um ein Drittel niedriger ausfallen, doch sie erreicht bei einfacher Genauigkeit 13,21 TFLOPs, was nur ein Minus von 18,31 Prozent bedeutet. AMD hat nämlich an der Taktschraube gedreht und die typische Taktrate beim Spielen um 33,55 Prozent auf 2.424 MHz angehoben. Zugleich liegt der Boost-Takt um 22,61 Prozent über dem der Radeon RX 6800. Dies erklärt neben dem geringeren Rückstand dann auch den vergleichsweise hohen Stromverbrauch.

Speichergröße und Anbindung um ein Viertel reduziert
Für Spiele sind neben der reinen Rechenleistung insbesondere der Speicherdurchsatz und die Speichergröße wichtig und auch hier wurde die Radeon RX 6700 XT ordentlich zurechtgestutzt: AMD hat die Speicheranbindung um 25 Prozent auf eine Breite von 192 Bit reduziert und die Speicherbestückung entsprechend von 16 auf 12 GiB gekappt. Gleiches gilt für den Zwischenspeicher namens Infinity Cache, der statt 128 nur 96 MiB fasst. 12 GiB sind dennoch mehr als ausreichend für aktuelle Spiele und dank GDDR6 kann sich auch die maximale Speicherbandbreite von 384 GB/s sehen lassen. Und ja, im Vergleich zu den 512 GB/s der Radeon RX 6800 fehlt auch hier ein Viertel. Insgesamt passt die Reduzierung des Speicherdurchsatzes zur geringeren Rechenleistung.

MSI Radeon RX 6700 XT MECH 2X 12G OC: Anschlüsse

Fazit
In der Regel dürften die Resultate der Radeon RX 6700 XT zwischen 20 und 25 Prozent unter denen einer Radeon RX 6800 liegen, während man beim Kauf nur gut 17 Prozent sparen würde. Würde! Denn, wie eingangs erwähnt, sind derzeit keine Karten dieser beiden Modellreihen in Deutschland oder Österreich auf Lager und die Straßenpreise haben rein gar nichts mit den offiziellen Preisempfehlungen zu tun. Abgesehen davon würden wir zur Radeon RX 6800 greifen: Deren größere Chipfläche lässt sich leichter kühlen, ihr Stromverbrauch ist kaum höher und bei den Abmessungen (267 mm lang, zwei Steckplätze hoch) liegen die beiden Modelle gleich auf. Aber das bleibt alles graue Theorie, solange die Versorgungslage an DDR-Zeiten erinnert.

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