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Übernahme: HP lehnt dankend ab

Meldung von doelf, Dienstag der 19.11.2019, 20:26:48 Uhr

Am 5. November 2019 flatterte dem Aufsichtsrat von HP Inc. ein Brief der Xerox Holdings Corporation auf den Tisch. Darin bot der Spezialist für Kopierer und Dokumentenverwaltung an, das PC-Urgestein für 33,5 Milliarden US-Dollar zu kaufen. HPs Aktionäre wurden mit einem Aufschlag von 29 Prozent auf den Durchschnittskurs der vorausgegangenen 30 Handelstage (17,00 US-Dollar) gelockt. Dennoch lehnte HP das ungefragte Angebot nun ab.

Das Angebot
Xerox wollte für jede HP-Aktie 17,00 US-Dollar, also den errechneten Durchschnittskurs, zahlen und 0,137 eigene Anteile im Wert von 5,00 US-Dollar dazulegen. Der hieraus resultierende Wert von 22,00 US-Dollar je HP-Anteil ergibt ein Gesamtvolumen von rund 33,5 Milliarden US-Dollar. Am Ende hätten HPs Aktionäre etwa 48 Prozent am resultierenden Gesamtunternehmen Xerox-HP gehalten. Doch daraus wird erst einmal nichts, denn das umworbene Unternehmen ziert sich.

Die Begründung der Ablehnung
HPs Aufsichtsrat hat den Vorschlag einstimmig abgelehnt und erklärt, dass der vorgeschlagene Kaufpreis deutlich unter HPs Wert liege und somit nicht im Interesse der Anteilseigner sei. Das Angebot würde zudem unter erheblichen Vorbehalten unterbreitet und sei mit großen Unsicherheiten behaftet. Es bestünde insbesondere die Gefahr, dass das kombinierte Unternehmen mit übergroßen Schuldenständen zu kämpfen habe, was den Börsenwert drücken kann.

HP Inc. setzt auf seine Eigenständigkeit
Überhaupt habe man großes Vertrauen in die eigene Geschäftsstrategie, welche den Wert HPs nachhaltig steigern soll. Konkret geht es dabei um die Streichung von 7.000 bis 9.000 Arbeitsplätzen sowie die Ausschüttung von mindestens 75 Prozent des Free Cash-Flow - nach aktuellen Schätzungen ca. drei Milliarden US-Dollar - an HPs Investoren. Hierzu werden die Dividenden um zehn Prozent angehoben und der Restbetrag in weitere Aktienrückkäufe gesteckt.

Die Probleme von HP und Xerox
HP Inc., die PC- und Druckersparte des ehemals größten PC-Herstellers der Welt, steht eigentlich nicht schlecht da, fühlt sich seit der Abspaltung von Hewlett-Packard Enterprise im Jahr 2015 aber chronisch unterbewertet und will mit allen Mitteln ihren Aktienkurs steigern. Xerox leidet derweil unter den Nachwehen der Ende Januar 2018 angekündigten Übernahme durch Fujifilm, die bereits im Mai des selben Jahres wieder abgeblasen wurde. In der Folge mussten bei Xerox der CEO und fünf Mitglieder des Aufsichtsrates gehen.

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