HDMI 2.1: Chipfehler verhindert hochauflösende Bildausgabe mit 4K120 und 8K60

Meldung von doelf, Montag der 26.10.2020, 14:54:06 Uhr

Bisher bieten mit Denon, Marantz und Yamaha drei bekannte Marken AV-Receiver mit HDMI-2.1-Anschluss an, welche eine Bildwiederholrate von 120 Herz für die 4K-Wiedergabe (4K120) sowie 60 Herz für 8K-Inhalte (8K60) versprechen - inklusive erweitertem Farbbereich und erhöhtem Kontrastumfang. Der verwendete Chipsatz von Panasonic Solutions scheint allerdings einen Fehler aufzuweisen, der genau dies verhindert.

c't entdeckt Inkompatibilität
Das Problem wurde vom Computermagazin c't entdeckt, als dort zwei der ersten HDMI-2.1-Quellen im Zusammenspiel mit den betroffenen AV-Receivern getestet wurden: Weder NVIDIAs GeForce RTX 3080 (finale Version) noch Microsofts Xbox Series X (Vorserie mit finaler Hardware) konnte ein 4K120- oder 8K60-Signal auf einen geeigneten Fernseher zaubern. Stattdessen gab es nur ein schwarzes Bild. Wurden die Quellen direkt mit den TV-Geräten verbunden, konnten die hohen Auflösungen genutzt werden. Wurde die Bildwiederholrate auf 60 Herz reduziert, reichten auch die AV-Receiver das Bild klaglos weiter.

Der HDMI-Chipsatz ist schuld
Aus gut unterrichteten Quellen hat die c't erfahren, dass das Problem im HDMI-2.1-Chipsatz steckt. Offenbar hat Panasonic Solutions die Übertragungsvariante Fixed Rate Link (FRL) fehlerhaft implementiert und dieses Problem lässt sich auch nicht nachträglich per Software-Update lösen. Nuvoton Technology, der neue Eigentümer von Panasonic Solutions, hat sich noch nicht offiziell geäußert. Seitens der US-Firma Sound United, unter deren Dach die Marken Denon, Polk, Marantz, Definitive Technology, Boston Acoustics und Classe zu finden sind (der Zukauf von Onkyo, Pioneer, Pioneer Elite und Integra ist noch nicht abgeschlossen), gab es derweil eine Bestätigung.

Fehler für Denon und Marantz bestätigt
Wie Sound United erklärt, existiert eine Inkompatibilität zwischen den 8K-AV-Receivern von Denon und Marantz sowie bestimmten Quellen wie NVIDIAs Ampere-Grafikkarten und der Xbox Series X. Durch den Fehler im HDMI-Chipsatz der Receiver werden 4K120-Signale nicht weitergereicht, weshalb man die Bildwiederholrate auf 60 Herz limitieren muss. Alternativ sei die Quelle direkt mit dem Anzeigegerät zu verbinden und das Audiosignal per ARC bzw. eARC an den Receiver auszuleiten. Man bemühe sich um eine endgültige Lösung, könne hierfür aber noch keinen Zeitrahmen nennen. Auf 8K60 geht die Stellungnahme nicht ein.

8K-AV-Receiver erst seit Sommer 2020 im Handel
Denon hatte im Mai 2020 die weltweit ersten 8K-AV-Receiver angekündigt. Die beiden Top-Modelle AVR-X6700H und AVR-X4700H gingen am 15. Juni 2020 in den Handel, einen Monat später folgte der preiswertere AVR-X3700H. Seit dem 15. August 2020 ist mit dem AVR-X2700H eine weitere Variante erhältlich. Im Juli 2020 kam zudem das Einstiegsmodell AVR-S960H auf den Markt. Marantz folgte am 15. Juli 2020 mit dem SR7015 und am 15. August 2020 mit seinem Flaggschiff SR8015. Ebenfalls im August wurde der flacher bauende und preiswertere Marantz NR1711 eingeführt. Die günstigeren Varianten SR6015 und SR5015 gibt es erst seit dem 15. September 2020.

Yamaha startet mit Hintertür
Yamahas RX-V4A (= TSR-400) wurde für September 2020 angekündigt und der RX-V6A (= TSR-700) folgte in diesem Monat. Auch Yamaha soll den fehlerhaften Chipsatz von Panasonic Solutions verwenden, doch eine Stellungnahme seitens des Herstellers steht noch aus. Im Gegensatz zu Denon und Marantz hat sich Yamaha allerdings ein Hintertürchen offengelassen: Studiert man die technischen Daten der beiden Receiver, sollen der HDMI-Pass-through in den Auflösungen 8K60 und 4K120, HDR 10+ sowie weitere Funktionen wie VRR, ALLM, QMS und QFT erst zu einem späteren Zeitpunkt in Form eines Updates nachgereicht werden. Ob damit ein Software- oder ein Hardware-Update gemeint ist, lassen die Japaner offen.

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