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Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Per App und Online herrscht Chaos

Meldung von doelf, Dienstag der 23.06.2020, 11:55:10 Uhr

Kunden und Leser aus der Ärzteschaft haben ein massives Problem mit den Apps der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (APO Bank) an uns herangetragen. Seit einer umfassenden IT-Umstellung nebst App-Aktualisierung Anfang Juni 2020 funktioniert das Online-Banking der APO Bank für viele Kunden nicht mehr bzw. nur noch in Ausnahmefällen. Der Kundendienst ist nicht erreichbar oder ratlos, Filialmitarbeiter verweisen seit Wochen auf bekannte technische Probleme.

apoBanking+ bereitet seit 19 Tagen Ärger
Mobile-Banking - immer und überall verspricht die Banking-App der APO Bank. Nach Meinung unserer Leser würde nie und nirgendwo die aktuelle Situation besser beschreiben. Seit einem Update am 4. Juni 2020 hat die App in Googles PlayStore 458 Wertungen erhalten und kommt auf eine katastrophale Durchschnittsnote von 1,2 - weniger als 1,0 können die Rezensenten nicht vergeben. Selbst völlig nutzlose Apps, die zudem mit Werbung überfrachtet sind, schneiden da besser ab.

Dass die Banking-App unglaublich umständlich zu bedienen ist, gehört zu den geringsten Beanstandungen. Bei vielen Nutzern startet die App erst gar nicht oder nur sporadisch. Mal meldet sie, dass es keine Verbindung zum Server gebe, mal schließt sie sich sofort wieder. Wenn sie dann mal startet, dauert das oft sehr lange. Nutzer, die es bis zum Anmeldefenster geschafft haben, bleiben häufig an dieser Hürde hängen. Seit Tagen bis mittlerweile Wochen lässt sich der Zugang für dies neue App nicht registrieren bzw. funktioniert das Log-In nicht., beklagt der Nutzer Matthias Wiest und unsere Leser bestätigen das.

Ist die App geladen, führen die Schnellzugriffe nicht mehr zu den eigenen Produkten, sondern zur Erteilung neuer Aufträge. Der Zugriff auf Kredite und Depots fehlt, zuvor vorhandene Statistikdaten, beispielsweise die Kurven für Saldo- und Kontostand, gibt es nicht mehr und bei der beworbenen Fotoüberweisung läuft der Speicher voll. Exotische Anliegen wie Überweisungen oder Kontoauszüge wurden offenbar noch gar nicht integriert bzw. sind ohne erkennbare Funktion. Eventuell liegt das aber auch daran, dass die App immer wieder die Verbindung zum Server verliert.

Unter iOS sieht das nicht besser aus: Der Schnitt aus 1.748 Bewertungen kommt auf 1,2 Punkte für apoBanking+. Die Mehrzahl der Kritiken trägt Überschriften wie Katastrophe, Unterirdische Verschlimmbesserung, Apobanking+ Schrott, Absoluter Reinfall oder Schwer enttäuscht. Nur wenige Kunden meinen, irgendein Konzept erkennen zu können. Doch auch wenn es eine handvoll Sterne gibt, herrscht allgemein Frustration und Unverständnis.

apoTAN+ stürzt seit dem 25. Mai ab
Damit man die Banking-App überhaupt nutzen kann, wird zusätzlich die App apoTAN+ benötigt, die aktuell auf eine Wertung von 1,3 bei 550 Rezensionen kommt. Mit 1,6 Punkten aus 644 Bewertungen schneidet die iOS-Varinate nur geringfügig besser ab. Diese zweite App unterstützt die Verfahren pushTAN und photoTAN und soll die Anmeldung sowie die Aufträge durch eine TAN-Bestätigung absichern. Das Problem dabei: Auf vielen Geräten startet die App erst gar nicht oder kann keine Verbindung aufbauen. Die TAN-App befindet sich sogar schon seit dem 25. Mai 2020 in diesem desolaten Zustand. Auch wer zum Online-Banking auf den PC ausweicht, muss die TAN-App für die Zwei-Faktoren-Authentifizierung verwenden.

Weitere Katastrophen-Apps aus dem Hause APO Bank
apoSign+ soll Zugriff auf EBICS-Aufträge ermöglichen, doch seit dem 3. Juni 2020 gibt es auch hier Probleme. Eine Bewertung, ein Stern im PlayStore. Zwei Bewertungen, drei Sterne in Apples App-Store. apoSecure+ verspricht ein sicheres TAN-Verfahren für Kreditkartenzahlungen und wurde laut PlayStore zuletzt am 15. April 2019 aktualisiert. Die Rezensenten weisen allerdings darauf hin, dass die bisherige App apoSecure durch eine neue mit einem nachfolgenden Pluszeichen ersetzt wurde und seither nichts mehr geht. Alle Wertungen seit Juni 2020 lauten daher 1 Stern und dem Nutzer Meinolf Kuester wurden sogar die Auszüge eines Kollegen statt seiner eigenen angezeigt. So macht online bezahlen keinen Spaß! lautet derweil eine Bewertung für die iOS-Variante.

Kundeninformationen der APO Bank
Auf ihrer Webseite hat die APO Bank eine Rubrik Informationen und Austausch zur IT-Umstellung eingerichtet. Hier erfährt man beispielsweise, dass alle bisherigen Nutzer der apoTAN-App ohne + einen Aktivierungsbrief benötigen. Viele Kunden erhielten diese Briefe aber erst auf Nachfrage. Zudem ist ein Aktivierungsbrief immer nur für ein Gerät gültig. Wer TANs über mehrere Geräte abrufen möchte oder auf ein neues Smartphone wechselt, benötigt einen weiteren Aktivierungsbrief. Ebenso wie die Apps scheinen auch die Informationen mit heißer Nadel gestrickt zu sein:

"Kunden, die bereits vor Juni das PushTAN-Verfahren mitt apoTAN-App genutzt haben benötigen einen Aktivierungsbrief um auf die neue apoTAN+App zu wechseln. Um den Wechsel vornehmen zu können benötigen Sie einen Login auf unserem Banking auf unserer Homepage Ihre PIN."

Hinsichtlich der App apoBanking+ gesteht die APO Bank Probleme beim Zugriff auf die Kontostände ein und verweist bezüglich der fehlenden Integration von Darlehen und Krediten auf ihre Kundenberater.

Genervten Kunden können wir derzeit nur raten, das Online-Banking am PC in Verbindung mit dem mTAN-Verfahren zu verwenden. Dieses wird von der APO Bank zwar nicht mehr beworben, soll aber weiterhin zur Verfügung stehen. Bei der "mobile TAN" verschickt die Bank den TAN-Code per SMS an das Telefon des Kunden. Diese SMS-Mitteilungen sind zwar in der Regel kostenpflichtig (auch hierzu konnten wir keine Informationen finden), doch zumindest kann man auf diese Weise die unausgereiften Apps umschiffen.

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