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Flickr schränkt Gratis-Konten ein

reported by doelf, Samstag der 03.11.2018, 16:28:09 Uhr

Nach dem Verkauf von Flickr im Frühjahr 2018 stellt der neue Eigentümer SmugMug die Weichen für die Fotoplattform um: Priorisiert werden zukünftig die kostenpflichtige Profikonten, im Gegenzug werden die Funktionen der kostenlosen Konten beschnitten. Hierdurch soll Flickr unabhängiger von Werbeeinnahmen werden.

Zahlende Kunden statt Abhängigkeit von der Werbung
Der kalifornische Bild-Hosting-Dienst SmugMug erklärt hierzu, dass Flickr nicht an die Wünsche der Werbetreibenden angepasst, sondern für die Bedürfnisse der Fotografen optimiert werden soll. Diesen will man einen Mehrwert in Form eine lebendigen Community mit einem regen Austausch bieten. Um dies finanzieren zu können, müssen mehr Nutzer als bisher zum kostenpflichtigen Pro-Konto wechseln. Schon jetzt profitieren Pro-Mitglieder von einer werbefreien Plattform und erweiterten Statistiken. Unbegrenzten Speicherplatz gab es indes für alle Nutzerkonten, auch für die kostenlosen. Damit ist am 8. Januar 2019 allerdings Schluss: Ab diesem Tag können nur noch zahlende Mitglieder beliebig viele Fotos und Videos hochladen, während die kostenlosen Konten auf 1.000 Fotos begrenzt werden. Der Jahresbeitrag für ein Pro-Konto beläuft sich auf rund 44 Euro, aktuell kann man aber schon für 31 Euro im ersten Jahr wechseln.

1.000 Bilder als Obergrenze
Statt das Datenvolumen zu limitieren, hat SmugMug die Grenze bei 1.000 Bildern gezogen. Man halte diese Beschränkung für intuitiver und wolle die Nutzer nicht dazu drängen, die Qualität ihrer Bilder für eine bessere Ausnutzung des Speicherplatzes zu opfern. Zudem habe man dieses Limit nicht aus der Luft gegriffen: Die große Mehrheit der zahlenden Nutzer hätten bereits jetzt mehr als 1.000 Fotos und Videos gespeichert, während über 97 Prozent der Nutzer kostenloser Konten weniger als 1.000 Bilder anbiete. Dennoch müssen knapp drei Prozent der Mitglieder ihren Datenbestand vor dem 8. Januar 2019 reduzieren, um die neue Grenze einzuhalten. Oder aber sie wechseln zum kostenpflichtigen Zugang. Für beide Kontentypen wurde zudem eine zweite Änderung angekündigt: Zukünftig kann man sich mit einer beliebigen E-Mail-Adresse registrieren, so dass der Zwang zu einem Yahoo-Konto wegfällt.

Flickrs Geschichte
Flickr wurde einst von der kanadischen Firma Ludicorp gegründet und diente zunächst als Bild-Upload für das Online-Spiel "Game Neverending". Da die Nutzer die Foto-Funktion liebten, das Spiel aber nicht, fand "Game Neverending" im Jahr 2004 ein abruptes Ende und nur Flickr blieb übrig. Die aufstrebende Plattform erweckte 2005 das Interesse von Yahoo, denn der Internetpionier suchte händeringend nach irgendwelchen sozialen Netzwerken, um Staub ab- und sich ein jüngeres Publikum zuzulegen. Im März 2005 kaufte Yahoo Ludicorp nebst Flickr für einen Betrag zwischen 22 Millionen und 25 Millionen US-Dollar und machte das Yahoo-Konto für Flickr-Nutzer zur Pflicht. Damit staubte Yahoo auf Flickr ab, statt sich selbst zu verjüngen. Mitte 2017 wurde Yahoo von der US-Telekommunikationsfirma Verizon geschluckt und mit dem im Jahr 2015 übernommenen Internetdinosaurier AOL im neuen Unternehmen Oath Inc. zusammengelegt. Dabei schien Flickr zunächst auf der Strecke zu bleiben, bis SmugMug im April 2018 die Übernahme verkündete.

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