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Chip-Strukturen am Limit: Globalfoundries verzichtet auf 7 nm

reported by doelf, Mittwoch der 29.08.2018, 17:26:33 Uhr

Globalfoundries, der weltweit zweitgrößte Auftragsfertiger für Chips, legt seine 7-nm-Fertigungstechnologie "für unbestimmte Zeit auf Eis". Die Verkleinerung der Strukturgröße von 12 auf 7 nm sollte Leistungsvorteile von 40 Prozent bringen und noch in diesem Jahr in die Massenfertigung gehen. Als nächster Schritt waren 5 nm geplant.

Doch auch daraus wird nichts, denn Globalfoundries setzt nun auf eine Diversifizierung seiner 14- und 12-nm-Fertigung. Die Nachfrage für speziell angepasste Designs für Funklösungen, eingebetteten Speicher und niedrigen Energieverbrauch sei hoch und verspreche zudem ein großes Wachstumspotential. Bei den meisten Kunden läge die Priorität nicht mehr auf möglichst feinen Strukturen, sondern auf geringen Kosten (RF, IoT) oder sehr langlebigen Chips (Industrie, Automotive). Daher ziehe sich Globalfoundries aus dem kostenintensiven Wettlauf um die feinsten Strukturen zurück.

Darüber hinaus gründet Globalfoundries einen unabhängigen Ableger, der "Application-Specific Integrated Circuits" (ASICs) nach Kundenwunsch entwerfen soll. Diese Firma soll dann auch Kunden bedienen können, für deren Bedürfnisse Globalfoundries keine ausreichenden Kapazitäten oder keine passende Strukturgröße bieten kann. Das wären dann der Marktführer "Taiwan Semiconductor Manufacturing Company" (TSMC) und Samsung, denn Intel nutzt seine Chipfertigung ausschließlich für die eigenen Produkte.

Zudem hat Intel seit Jahren an der 10-nm-Hürde zu knabbern: In einer Roadmap von 2011 hatte Intel 10-nm-Chips für 2015 in Aussicht gestellt, doch stattdessen markierte dieses Jahr nur den Wechsel von 22 auf 14 nm. Seither hängt Intel auf 14 nm fest und beschränkt sich auf kleinere Optimierungen - Broadwell (2015), Skylake (2015), Kaby Lake (2016), Coffee Lake (2017), Whiskey Lake (2018) und Amber Lake (2018). Zuletzt versprach Intel erste 10-nm-Chips für den Jahreswechsel 2019/2020.

Der Rückzug von Globalfoundries aus dem Rennen um die feinsten Strukturen dürfte in erster Linie TSMC nutzen. AMD und NVIDIA können ihre Grafikchips eigentlich nur noch dort fertigen lassen, gleiches gilt für AMDs Mikroprozessoren. Bei Problemen mit der Fertigung kann es dann noch schneller zu Engpässen kommen, wie wir sie in der Vergangenheit bereits gesehen hatten.

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