MSI Z390 Steam-Aktion

In der EU: Google ändert Spielregeln für Android

reported by doelf, Mittwoch der 17.10.2018, 20:29:22 Uhr

Mitte Juli 2018 hatte die Europäische Kommission eine Kartellstrafe in Höhe von 4.342.865.000 Euro gegen Google verhängt, da Google LLC bzw. die verantwortliche Dachgesellschaft Alphabet Inc. die marktbeherrschende Stellung von Android in wettbewerbswidriger Weise ausnutze. Google reagiert nun mit neuen Lizenzbedingungen für die Europäische Union.

Die Europäische Kommission hatte drei illegale Verhaltensweisen angemahnt, die Google binnen 90 Tagen zu unterlassen habe:

  • Telefonhersteller, die auf ihren Geräten Android installieren, bekommen Googles Apps ausschließlich als Komplettpaket.
  • Die Installation alternativer Such-Apps hatte Google bis ins Jahr 2014 durch Zahlungen an marktführende Hersteller und Mobilfunkbetreiber unterbunden.
  • Herstellern, die Geräte mit alternativen Android-Varianten anbieten wollten, drohte Google mit einem generellen Lizenzentzug für seine Apps.

Nachdem der Internetriese die Frist vollständig ausgekostet hatte, legte er gestern neue Lizenzbedingungen für Android-Geräte, welche für die Europäische Union produziert werden, fest:

  • Google spaltet seine "Google Mobile Application Suite" auf: PlayStore, Google-Suche und Chrome lassen sich jetzt getrennt installieren, wenn der Gerätehersteller dies wünscht. Da Google die Android-Entwicklung nach eigenen Angaben über die Einnahmen seiner Dienste gegenfinanziert, werde man allerdings Lizenzgebühren für EU-Geräte verlangen. Und weil Android selbst quelloffen und kostenlos bleiben soll, werden diese Lizenzgebühren kurioserweise auf die unfreien Google-Apps erhoben. Demnach müssten Android-Geräten ohne Google-Apps diese Zusatzkosten erspart bleiben.
  • Da es getrennte Lizenzen für die Google-Suche und Chrome geben wird, können Hersteller ihre Geräte auch mit alternativen Such-Apps und Browsern ausliefern. Den Herstellern wird es auch weiterhin möglich sein, verschiedene Such- und Browser-Apps parallel zu denen von Google zu installieren.
  • Herstellern ist es von nun an erlaubt, Geräte mit Android-Forks anzubieten, ohne dass Google dieses Verhalten mit einem Lizenzentzug für seine Apps bestraft. Solche Geräte dürfen allerdings nur innerhalb der EU verkauft werden.

Die Änderungen sollen am 29. Oktober 2018 in Kraft treten. Allerdings zeigen Google Zusagen auch, dass man die Forderungen der Europäische Kommission nur widerwillig umsetzt. Nach wie vor setzt Google alles daran, Geräte mit vorinstallierten Android-Forks klein zu halten. Die große Verbreitung von Android ist der wichtigste Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Googles Diensten und diese Geld- und Datenquelle soll auch zukünftig sprudeln.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]