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Einkaufs-Apps: Helfer oder Datendiebe?

reported by doelf, Montag der 11.12.2017, 22:45:48 Uhr

Im Auftrag des NDR-Verbrauchermagazins Markt haben Informatiker der Universität Hamburg die Programmierung und Funktionsweise dreier Einkaufs-Apps untersucht. Die Apps stammen von Edeka, Rossmann und der Hamburger Drogeriekette Budni. Wie in den jeweiligen Datenschutzerklärungen angedroht, übermitteln sie Daten an Google, Facebook und Marktforschungsunternehmen.

Die Untersuchungen der Informatiker zeigten, dass die App von Edeka bei jeder Nutzung die aktuellen Standortdaten erfasst. Laut Edeka sei dies notwendig, weil die App die aktuellen Angebote für den gewählten Lieblingsmarkt des Kunden präsentiert. Das macht allerdings keinen Sinn, da der Kunde eben diesen Markt selbst auswählt. Die Geodaten würden nur helfen, wenn Edeka die Angebote des nächstgelegenen Marktes anzeigen würde. Wie das Unternehmen betont, werden die Standortdaten nicht gespeichert und auch nicht für Bewegungsprofile genutzt. An Komfort bringt die App eine Rezept-Datenbank, eine virtuelle Einkaufsliste, Coupons und die Möglichkeit, sie als Ersatz für die EC-Karte zu verwenden.

Was die Daten der Nutzer betrifft, ist die Drogeriekette Rossmann nicht allzu zimperlich: Gleich nach der Registrierung werden der vollständige Name, das Alter sowie alle verfügbaren Nutzungsdaten an ein Marktforschungsunternehmen übermittelt. Der Nutzer kann dem nicht widersprechen, zumal ein entsprechender Hinweis in der Datenschutzerklärung fehlte. Erst nachdem Markt die Drogeriekette kontaktiert hatte, wurde die Datenschutzerklärung entsprechend angepasst. Weitergegeben werden die Daten aber auch weiterhin. Zum Nutzen der App: Durch das Festlegen von Kategorien kann der Benutzer die Angebote eingrenzen, dazu gibt es Produkt- und Rabatt-Coupons sowie Mengenrabatte.

Budni, eine regionale Drogeriekette, schickt den App-Nutzern täglich zehn individuelle Angebote aufs Smartphone, die nach Ansicht der Tester allerdings nicht sonderlich individuell sind. Die App kann immerhin die Kundenkarte ersetzen und zum Sammeln von Bonuspunkten genutzt werden. Damit dies funktioniert, müssen natürlich auch hier die Kundendaten erfasst werden.

Es bleibt das generelle Problem, dass die App-Anbieter mehr Daten erfassen, als für die reine Nutzung der Apps notwendig wäre. Und dass generell Daten per Nutzerkennung an Facebook und Google fließen. Und dass die Nutzer die Datenschutzerklärungen immer ungelesen abnicken. Es bleibt zu hoffen, dass darin nicht irgendwann ein teuflisches Genie die Seele des Erstgeborenen einfordert...

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