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Toshiba verklagt Western Digital

reported by doelf, Mittwoch der 28.06.2017, 13:36:21 Uhr

Die Toshiba Corporation und die zum 1. April 2017 von dieser abgespaltene Toshiba Memory Corporation haben heute bei einem Bezirksgericht in Tokyo Klage gegen die Western Digital Corporation und deren Tochter Western Digital Technologies eingereicht. Die Japaner werfen Western Digital wettbewerbswidriges Verhalten vor und fordern 120 Milliarden Yen (ca. 952,8 Millionen Euro) Schadensersatz.

Eigentlich sind Toshiba und Western Digital (WD) enge Partner, die drei gemeinsame Joint-Ventures im Bereich Flash-Speicher betreiben. Doch Toshiba droht die Pleite, weshalb die Japaner ihre Speichersparte zu Geld machen wollen. Nun umfasst Toshibas Speichersparte neben dem DRAM-Geschäft auch alle Flash- und SSD-Aktivitäten und somit auch die Joint-Ventures mit WD. WD hatte Toshiba ein Kaufangebot für deren Speichersparte unterbreitet, doch die Japaner präferieren das Gebot eines Zusammenschlusses aus "Innovation Network Corporation of Japan", "Bain Capital Private Equity LP" und der "Development Bank of Japan". WD liest aus seinen Verträgen mit Toshiba allerdings ein Mitspracherecht für den Fall eines Verkaufs heraus und hatte Toshiba nach ergebnislosen Gesprächen schon Mitte Juni auf Unterlassung verklagt.

Die Schuld an Toshibas Finanznot trägt die zahlungsunfähige US-Atom-Tochter "Westinghouse Electric Company", welche das Unternehmen zu astronomischen Abschreibungen gezwungen hatte. Es folgten massive Bilanzprobleme, welche wiederum zu verspäteten Börsenmeldungen und Schadensersatzklagen von Investoren führten. Inzwischen summieren sich alleine die Schadensersatzforderungen auf 108,4 Milliarden Yen (ca. 873,162 Millionen Euro). Da Toshibas Eigenkapital am 31. März 2017 ins Negative abgerutscht ist, die Verbindlichkeiten sind also höher als die verbliebenen Vermögenswerte, wird das Unternehmen zum 1. August 2017 aus dem japanischen Leitindex fliegen und von den beiden großen japanischen Börsen Tokyo Stock Exchange (TSE) und Nagoya Stock Exchange (NSE) nur noch als zweitklassig geführt werden. Darüber hinaus droht Toshiba ein Delisting, also der komplette Rauswurf. Eine eingeräumte Gnadenfrist endet am 31. März 2018.

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