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Der Wiener Türklingelschildbürgerstreich

reported by doelf, Donnerstag der 18.10.2018, 19:11:19 Uhr

Die soziale Wohnungsbaugesellschaft "Wiener Wohnen" wird bis zum Jahresende die Namensschilder an den Türklingeln und Gegensprechanlagen von rund 220.000 Gemeindewohnungen entfernen. An die Stelle der Namen rücken dann neutrale Zahlenkombinationen. Grund für diesen Unfug sind Datenschutzbedenken in der Magistratsabteilung der Stadt Wien.

Laut "Wiener Wohnen" hatten sich Mieterinnen und Mieter immer wieder über die unerwünschte Publikation ihrer Namen auf Türklingeln, Gegensprechanlagen und Hauswegweisern beklagt. Offenbar hatte man diese Klagen zur Kenntnis genommen und dann geflissentlich ignoriert, bis ein Mieter eine offizielle Beschwerde im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einreichte. Da bei tausendfachen Verstößen gegen die DSGVO hohe Strafen drohen, bat die Wohnungsbaugesellschaft die Magistratsabteilung der Stadt Wien um eine Rechtseinschätzung. Diese teilte die Bedenken des Mieters und so werden die von "Wiener Wohnen" verwalteten Wohnungen nun anonymisiert.

Das ganze ist ziemlicher Unsinn, denn die Datenschutz-Grundverordnung gilt zwar für die automatisierte (= computergestützte) Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Mitarbeiter der Wohnungsbaugesellschaft "Wiener Wohnen", nicht aber für die Beschriftung von Türklingeln, Gegensprechanlagen und Hauswegweisern. Zum einen gibt es gute Gründe für die Beschriftungen (Post, Besucher), zum anderen berechtigt das Mietverhältnis die "Wiener Wohnen" zur Verarbeitung der personenbezogenen Daten. Eine Weitergabe der Türklingelschildbeschriftungen an Dritte darf als ausgesprochen umständlich bewertet werden und auch Hackerangriffe darf man getrost ausschließen.

Mieterinnen und Mieter, die kein Problem mit der Veröffentlichung ihres Namens haben, dürfen diesen selbst wieder anbringen. Allerdings müssen sie darauf achten, dabei ihre Zahlenkombination nicht zu überdecken. Also dann: Pfiat Di, 034-0215!

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