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Alternative zur GeForce RTX 2080: AMDs Radeon VII ist da

Meldung von doelf, Freitag der 08.02.2019, 16:27:39 Uhr

AMD hat sein neues Grafikflaggschiff Radeon VII mit dem 7-nm-Chip Vega20 und satten 16 GiB HBM2-Speicher auf den Markt gebracht. Die neue Grafikkarte positioniert sich als Herausforderer für NVIDIAs GeForce RTX 2080 und setzt dabei auf extrem schnellen Speicher und brachiale Rechenkraft.

Die Radeon VII tritt mit 60 Compute-Einheiten, 3.840 Stream-Prozessoren und einer Taktrate von bis zu 1.800 MHz (Peak) an. Dies entspricht den Spezifikationen der Radeon Instinct MI50, die allerdings auf maximal 1.746 MHz beschränkt ist. Weiterhin nennt AMD einen Boost-Takt von 1.750 MHz, der Basistakt liegt bei 1.400 MHz. Bei Berechnungen mit einfacher Genauigkeit zieht die Radeon VII dank ihres höheren Chiptakts mit 13,8 TFLOPs an der Radeon Instinct MI50 (13,4 TFLOPs) vorbei, doch bei doppelter Genauigkeit zieht AMD bei der Gamerkarte die Handbremse an: Statt 6,7 TFLOPs werden nur 3,46 TFLOPs geboten.

MSI Radeon-VII Verpackung

Und es gibt weitere Einschränkungen: Im Gegensatz zur Radeon Instinct MI50 muss die Radeon VII auf eine xGMI-Anbindung, auch als "Infinity Fabric Link" bekannt, verzichten. xGMI ermöglicht eine direkte Kommunikation zwischen mehreren GPUs, wobei pro Anbindung Datenraten von bis zu 100 GB/s möglich sind. Überraschend wurde zudem die PCIe-4.0-Unterstützung gestrichen, welche die dritte Generation der Ryzen-CPUs bieten wird. PCIe 4.0 verdoppelt die theoretische Bandbreite auf 2 GB/s pro Lane und Richtung, so dass ein mit 16 Lanes angebundener Steckplatz in der Spitze auf 64 GB/s kommt.

MSI Radeon-VII Karte

Hinsichtlich des Grafikspeichers zieht die Radeon VII mit der Profi-Karte gleich: Satte 16 GiB HBM2-Speicher sind über ein 4.096 Bit breites Interface angebunden. Die Speicherstapel takten mit 1.000 MHz, woraus sich eine maximale Speicherbandbreite von 1.024 GB/s ergibt. Auch AMDs bisheriges Topmodell Radeon RX Vega 64 nutzt bereits HBM2, allerdings nur 8 GiB. Mit einer Taktrate von 945 MHz und einer halb so breiten Anbindung (2.048 Bit) bewegt diese Karte aber nur 483,8 GB/s. NVIDIAs Konkurrent, die GeForce RTX 2080, setzt auf 8 GiB GDDR6-Speicher, der einen Durchsatz von maximal 448 GB/s schafft.

MSI Radeon-VII Anschlüsse

In Hinblick auf Speicherausbau und Bandbreite ist die Radeon VII somit klar im Vorteil, bietet aber keine speziellen Recheneinheiten für das Raytracing. Und obwohl AMD dieses Monster bereits mit Strukturgrößen von 7 nm fertigt, liegt die typische Leistungsaufnahme der Grafikkarte mit 300 Watt weit über den 215 bis 225 Watt, welche NVIDIA für die GeForce RTX 2080 spezifiziert. Bei Spielen positioniert sich die Radeon VII auf Augenhöhe mit der GeForce RTX 2080 und bei Anwendungen greift sie sogar die GeForce RTX 2080 Ti an. Hierfür verbrät die Karte aber reichlich Strom und muss entsprechend lautstark gekühlt werden.

Als Preis veranschlagt AMD für die Radeon VII 729 Euro. NVIDIA hatte für die GeForce RTX 2080 "Founders Edition" stolze 849 Euro verlangt, im Handel findet man Partnerkarten auf Basis des GeForce RTX 2080 allerdings schon für rund 650 Euro. Und diese sind im Gegensatz zur Radeon VII gut verfügbar, was den Preis für lieferbare Exemplare derzeit deutlich über 800 Euro treibt. Da heißt es abwarten, wie sich der Markt in den kommenden Wochen entwickeln wird. Sobald die Radeon VII unter 700 Euro rutscht, stellt sie eine interessante Alternative zu NVIDIAs Platzhirsch dar. Zumal AMD gleich drei aktuelle Spiele - "Tom Clancy's The Division 2", "Resident Evil 2" und "Devil May Cry 5" - beilegt (wobei zwei der Spiele erst im März veröffentlicht werden).

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