Die Regeln haben sich geändert

Microsoft Surface Laptop 3: Nicht mehr unreparierbar

Meldung von doelf, Montag der 11.11.2019, 20:21:30 Uhr

Damit Notebooks leicht und flach sein können, müssen Flash- und Arbeitsspeicher verlötet und die Akkuzellen verklebt werden - das behaupten jedenfalls die meisten PC-Hersteller. Microsofts Surface Laptop 3 wiegt in der 15-Zoll-Version nur 1,542 kg und ist lediglich 14,69 mm dick. Doch im Gegensatz zu seinen unreparierbaren Vorgängern macht die Neuauflage laut iFixit vieles richtig.

Gehäuse öffnen leicht gemacht
Die erste Überraschung entdeckten die Demonteure von iFixit unter den Gummifüßen auf der Unterseite des Notebooks: Unter jedem der vier Füße versteckte sich eine Schraube mit Torx-Plus-Kopf. Sobald diese entfernt waren, ließ sich das Gehäuse des Labtops ganz leicht aufhebeln, da - Überraschung Nummer 2 - Microsoft auf Kleber verzichtet hat. Nachdem frühere Generationen dem Surface Laptop den Beinamen "unreparierbarstes Laptop aller Zeiten" eingebracht hatten, ist diese Kehrtwende seitens Microsoft erstaunlich. Noch erstaunlicher ist indes, dass iFixit bei der 14,5 mm schlanken und 1,265 kg leichten 13,5-Zoll-Variante das gleiche Schraubkonzept vorfand.

Du sollst das SSD nicht tauschen (aber Du kannst)
Die gelöste Abdeckung mit Tastatur und Touchpad lässt sich nun nach oben klappen und offenbart ein einziges Flachbandkabel, das zudem viel Spielraum aufweist. Und es kommt noch besser: Statt eines fummeligen Steckers hat Microsoft eine Magnethalterung für dieses Kabel verbaut. Das SSD steckt in einem M.2-Steckplatz und wird von einer weiteren Torx-Plus-Schraube gehalten. Ein Upgrade lässt sich somit leicht vornehmen, doch das recht seltene 2230-Format schränkt die Auswahl an Laufwerken deutlich ein. Zudem mag es Microsoft nicht, wenn sich der Käufer am eigenen Gerät zu schaffen macht und schreibt hierzu auf der Produktseite:

"Die Festplatte darf nicht vom Benutzer gewechselt werden. Die Festplatte darf nur von einem qualifizierten Techniker nach den von Microsoft bereitgestellten Anweisungen gewechselt werden."

Patzer bei Display, RAM und Akku
Bei der weiteren Demontage ließen sich Display (nicht modular) und Motherboard ausbauen, ohne Beschädigungen zu verursachen. Der Blick auf die Hauptplatine erfreut mit einem leistungsstarken AMD Ryzen 5 3580U, doch unweit davon findet sich ein erster Kritikpunkt: Die 8 GiB DDR4-Speicher sind auf der Platine verlötet und lassen sich damit werden austauschen noch aufrüsten. Schade! Auch die Wi-Fi/Bluetooth-Lösung, ein Qualcomm QCA6174A, wurde nicht gesteckt sondern verlötet. Erinnerungen an die miserabel zu wartenden Vorgänger weckt dann der Akku, der praktisch unverändert geblieben ist und beinahe unlösbar am Gehäuse klebt. Hier sind Nervenstärke und Geduld gefordert!

Auf grauenhaft folgt mittelprächtig
Was überaus positiv begann, endet bei iFixit leider nur mit 5 von 10 möglichen Punkten. Kritisiert werden der komplexe Aufbau und die nicht modulare Display-Einheit, die sich nur im Ganzen austauschen lässt. Zu einer deutlichen Abwertung führt jedoch der stark verklebte Akku, der beim Ausbau "unweigerlich kaputt gehen wird". Warten wir also auf das Surface Laptop 4: Sofern Microsoft den eingeschlagenen Weg weiter beschreitet, winken 10 Punkte - schließlich wurde die erste Generation des Surface Laptops noch mit 0 Punkten nach Hause geschickt!

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]