Neu von MSI

Windows 10 for ever (oder bis die Treiber euch scheiden)

reported by doelf, Freitag der 21.07.2017, 10:50:32 Uhr

Microsoft hatte sein Geschäftsmodell mit Windows 10 umgestellt und das Betriebssystem zum Service erklärt. Statt alle paar Jahre neue Hauptversionen in den Handel zu bringen, werden nun zweimal pro Jahr frische Feature-Updates veröffentlicht. Nur wer immer zum neuesten Feature-Update wechselt, bekommt dauerhaft Sicherheitsflicken. Dumm nur, wenn hierfür Treiber-Updates benötigt werden, der Hersteller der Hardware den Support aber schon eingestellt hat. Wie im Falle von Intels "Clover Trail".

Die Lage bei "Clover Trail"
"Clover Trail" bezeichnet eine CPU-Plattform für Smartphones und Tablets, welche Intel in den Jahren 2012 und 2013 eingeführt hatte. Sie umfasst vier unterschiedliche Cloverview-SoCs (Atom Z2760, Z2580, Z2560 und Z2520), in die Intel eine Grafiklösung (PowerVR SGX 545 oder PowerVR SGX 544MP2) der Firma Imagination Technologies (vormals VideoLogic) integriert hat. Diese Serie-5-Grafikkerne sind auf einen geringen Stromverbrauch optimiert und entsprechend bescheiden war der Anspruch an die Direct3D-Funktionsebene (geboten wird das Featureset 9_3). Leider sind auch die Treiber von Imagination traditionell eher bescheiden und sorgen beim Windows 10 Creators Update für Grafikfehler und Instabilitäten. Eine Lösung ist nicht in Sicht, denn Intel hat seinen Support für "Clover Trail" bereits beendet. Und selbst wenn Intel einen überarbeiteten Treiber liefern wollte, müsste dieser erst bei Imagination eingekauft werden. Aufgrund der bekannten Probleme verhindert Microsoft auf betroffenen Geräten das Einspielen des "Creators Updates" (Version 1703), so dass die Benutzer auf dem letztjährigen "Anniversary Update" (Version 1607) festhängen. Dieses wird aber nur noch bis zum März 2018 mit Sicherheits-Updates versorgt.

Obsoleszenz durch veraltete Treiber
Hatten Betriebssysteme von Microsoft früher zunächst fünf Jahre Mainstream Support (funktionale und sicherheitsrelevante Updates) und im Anschluss dann weitere fünf Jahre Extended Support (sicherheitsrelevante Updates) erhalten, sind es in Zeiten von "Windows as a Service" nur noch wenige Monate. Auch für das "Creators Update" tickt schon die Uhr, hier wird Microsoft im September 2018 den Support-Stecker ziehen. Wer bei Windows 10 auf ewige Updates gehofft hatte, sieht sich nun mit den Realitäten des Hardware-Supports konfrontiert. Seit Jahren sorgen die viel zu kurzen Support-Zeiträume der Hardware-Hersteller für eine vorzeitige Obsoleszenz unzähliger Geräte wie Smartphones, Tablets, Router oder NAS-Festplatten, da schwerwiegende Fehler und kritische Sicherheitslücken einfach nicht mehr beseitigt werden. Oftmals werden Auslaufmodelle noch vom Handel als Neuware verkauft, obwohl der Support des Herstellers bereits eingestellt wurde. Dass diese Entwicklung nun auch auf Windows-Geräte überschwappt, ist höchst unerfreulich und dürfte auch in Unternehmen wenig Begeisterung hervorrufen. Das ist Microsoft durchaus bewusst und daher sucht das Unternehmen nach neuen Lösungen.

Ein Support-Workaround für "Clover Trail"
Als kurzfristige Lösung für die Nutzer von "Clover Trail"-Geräten wird Microsoft das Windows 10 Anniversary Update bis Januar 2023 mit Sicherheits-Updates versorgen. Dieses Datum erscheint auf den ersten Blick willkürlich gewählt, doch ursprünglich wurde die "Clover Trail"-Plattform in Verbindung mit Windows 8.1 ausgeliefert und dessen Extended Support endet ebenfalls im Januar 2023. Betroffene Kunden müssen somit nicht zu Windows 8.1 zurückkehren, um bis zum Ende des ursprünglich eingeräumten Support-Zeitraums mit Sicherheitsflicken versorgt zu werden. In einer Mitteilung, welche Microsoft diesbezüglich verbreitet, kündigt das Unternehmen zudem an, aktiv an einem besseren Support-Pfad für ältere Hardware zu arbeiten. Dies ist auch dringend erforderlich, denn die nächsten Probleme aufgrund nicht weiter gepflegter Treiber sind schon abzusehen.

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