RTX - Beeindruckend real

Neue Labor-Versionen für FRITZ!Box 7590 und 7490

Meldung von doelf, Dienstag der 10.12.2019, 19:15:26 Uhr

Mit der kommenden Version 07.20 wird FRITZ!OS, das Betriebssystem der weit verbreiteten Router des deutschen Herstellers AVM, endlich SMB3-Unterstützung bekommen - ein Vorhaben, das zuletzt im Frühjahr kläglich gescheitert war. Zur Absicherung von WLAN-Verbindungen wird zudem der Verschlüsselungsstandard WPA3 geboten. Beides kann man bereits anhand der heute frisch aktualisierten Labor-Version 07.19 ausprobieren.

SMB3: Stabil aber langsam
Beim Test der SMB3-Funktionalität des FRITZ!NAS konnten wir diesmal keine groben Schnitzer wie die im Frühjahr von uns dokumentierten DoS-Lücke entdecken, dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Aktuell hängt am USB-3.0-Anschluss unserer FRITZ!Box 7490 ein USB-3.0-Stick mit Leseraten von um die 80 MiB/s. Mit dem stabilen FRITZ!OS 07.12 und SMB1 benötigen wir 2:25 Minuten, um unsere 1,76 GiB Testdaten zu kopieren, was einer Datenrate von 12,43 MiB/s entspricht. Nach dem Aufspielen von FRITZ!OS 07.19 (Labor) und dem Wechsel zu SMB3 verlängert sich die Datenübertragung um 38 Sekunden auf 3:03 Minuten und die Datenrate bricht auf 9,85 MiB/s ein. Die ohnehin sehr geringe Geschwindigkeit ist somit nochmals um über zwanzig Prozent gefallen, obwohl SMB3 Potential für Leistungsgewinne bietet. Doch zumindest verspricht das Update mehr Sicherheit und stabilere Verbindungen.

WPA3: Mehr Sicherheit im WLAN
Die meisten Besitzer lassen die NAS-Funktionalität ihrer FRITZ!Box eh links liegen und hoffen stattdessen auf Verbesserungen in den Bereichen WLAN und Mesh. Hier bietet die Labor-Version 07.19 den Verschlüsselungsstandard WPA3, der das seit 2017 als angreifbar geltende WPA2 ablösen soll. WPA3 wird in der Konfiguration der FRITZ!Box unter "WLAN", "Sicherheit", "WPA-Modus" über die Auswahl "WPA2 + WPA3" aktiviert. Somit läuft WPA3 nicht exklusiv, sondern im Tandem mit WPA2, was eine praxisnahe Lösung darstellt. Zu WPA3 kompatible Geräte und Treiber sind nämlich noch selten anzutreffen und nicht einmal AVM hat solche im Programm. Stattdessen verweisen die Berliner auf Intels AX200. Als kompatible Betriebssysteme nennt AVM nur Windows 10 ab der Version 1903, doch auch aktuelle Linux-Distributionen wie Ubuntu 19.10 bieten bereits WPA3.

Erweitertes Mesh-Steering
Beim sogenannten Mesh-Steering greift FRITZ!OS aktiv ein, damit sich WLAN-Geräte wie Smartphones und Tablets mit dem bestgelegenen WLAN-Zugangspunkt (Access-Point Steering) verbinden bzw. bei Bedarf zwischen den 2,4 und 5 GHz Bändern (Band Steering) wechseln. Damit dies funktioniert, müssen alle Zugangspunkte für alle Frequenzbänder die selbe Netzkennung (SSID) verwenden, was bei den FRITZ!Boxen inzwischen die Standardeinstellung ist. Darüber hinaus müssen die WLAN-Geräte Mesh-Steering beherrschen, was nicht immer der Fall ist. Die Neuerung beim Mesh-Steering besteht nun darin, dass AVM bei der Labor-Version 07.19 aggressiver eingreift und auch bei guten Verbindungen prüft, ob es doch noch eine bessere Alternative gibt. Gleichzeitig wurden Verbesserungen eingepflegt, die das Zusammenspiel mit Geräten, welche Mesh-Steering nicht oder nur unvollständig beherrschen, verbessern.

Weitere Verbesserungen
AVM hat das Telefonbuch seiner FRITZ!Fons smart gemacht, so dass bei der Eingabe von Telefonnummern dazu passende Vorschläge aus den Telefonbüchern unterbreitet werden. Die FRITZ!Boxen haben zudem die verschlüsselte Auflösung von Domain-Namen per "DNS over TLS" gelernt und die Benutzeroberfläche von FRITZ!OS wurde einmal mehr aufgeräumt und optimiert, ohne sich dabei grundlegend zu verändern.

Neu in FRITZ!OS 7.19-74082/74093
Die heute veröffentlichten Labor-Versionen umfassen einige Fehlerbehebungen, beispielsweise wird als Detailansicht von Geräten am LAN-Gastzugang keine leere Seite mehr angezeigt und MESH-Repeater können wieder auf den Mesh-Master zugreifen, nachdem dessen Verschlüsselung von WPA2 auf WPA2+3 gewechselt wurde. Die Funktionsdiagnose verzichtet auf die fälschliche Meldung von Verbindungsfehlern und der Zugriff auf Netzlaufwerke mit NTFS-Partitionen über Windows funktioniert nun zuverlässiger. AVM verspricht zudem eine höhere Stabilität der Firmware.

Die Funktionsdiagnose für das Internet wurde optimiert und die Darstellung gesperrter Geräte in den Details wurde verbessert. Neu hinzugekommen ist Unterstützung für verschlüsselte Telefonie (TLS und SRTP) für Telekom, Easybell und dus.net. Die Laborbegrüßungsseite zeigt neuerdings Hinweise und Neuigkeiten an, zudem wurde eine Sprach- und Landesauswahl hinzugefügt. Praktisch: Der WAN-Port lässt sich als 5. LAN-Port nutzen. Sollte die FRITZ!Box nicht aus dem Internet erreichbar sein, wird beim Erzeugen neuer NAS-Freigabelinks auf dieses Problem hingewiesen.

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