Die europäische Satellitennavigation Galileo funktioniert wieder
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Die europäische Satellitennavigation Galileo funktioniert wieder

Meldung von doelf, Donnerstag der 18.07.2019, 19:41:20 Uhr

Die europäische Satellitennavigation Galileo befindet sich seit dem 17. Juli 2019 um 20:52 Uhr UTC (22:52 Uhr mitteleuropäischer Zeit) wieder im Testbetrieb, wobei es weiterhin zu Instabilitäten kommen kann. Die entsprechende Meldung erfolgte allerdings mit 11 Stunden und 28 Minuten Verspätung, womit sich Statusmeldungen und Problembehebung auf einem ähnlich lahmen Niveau bewegen.

Aus dem Trauerspiel...
Seit dem 11. Juli 2019 um 1:00 Uhr UTC (3:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit) hatte Galileo mit massiven Problemen zu kämpfen und am 12. Juli 2019 um 1:50 Uhr UTC (3:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit) kam es zu einem vollständigen Dienstausfall. 5 Tage 19 Stunden und 2 Minuten konnte das europäische Vorzeigeprojekt nicht genutzt werden, was auch für einen Testbetrieb, der immerhin schon seit dem 15. Dezember 2016 läuft, überaus blamabel ist. Zudem hält die verantwortliche GNSS-Agentur (Global Navigation Satellite Systems Agency) in Prag weitere Stabilitätsprobleme für möglich.

...will man Lehren ziehen
In einer längeren Stellungnahme erklärt die GNSS-Agentur, dass es bei den Bodenstationen zu einem "Fehlverhalten von Ausrüstung" gekommen sei. Diese Fehlfunktion hätte "verschiedene Elemente" der Bodenstationen beeinflusst und die Berechnung von Zeit und Flugbahn unmöglich gemacht, so dass keine Positionsdaten bestimmt werden konnten. Aktuell beobachte man die Qualität der vom System generierten Navigationsnachrichten, um eine Rückkehr zur normalen Dienstqualität sicherzustellen. Ein unabhängiger Untersuchungsausschuss soll den Vorfall unter die Lupe nehmen, die Ursachen des Ausfalls klären und Lehren für den zukünftigen Produktivbetrieb (voraussichtlich ab 2021) ziehen.

Ein paar Eckdaten zu Galileo
Galileo besteht aus 30 Satelliten, von denen sich bisher allerdings nur 26 in einem Erdorbit befinden. Für die vollständige Abdeckung werden 27 Satelliten benötigt, die übrigen drei dienen als Reserve. Die ersten Satelliten wurden am 21. Oktober 2011 in ihre Umlaufbahn geschlossen, die letzten sollen im Jahr 2021 gestartet werden. Seit dem 15. Dezember 2016 befindet sich das System in einem öffentlichen Testbetrieb und kann von jedermann genutzt werden. Mit Galileo will die Europäische Union unabhängiger von NAVSTAR-GPS (USA) werden, mit GLONASS und Beidou verfolgen Russland und China ähnliche Strategien. Obwohl derzeit noch Satelliten im globalen Netz fehlen, ist Galileo schon funktionsfähig. Die Unterstützung seitens der Industrie fällt allerdings noch sehr bescheiden aus.

Dass es zu einem derartigen Zusammenbruch kommen konnte, ist verwunderlich, denn Galileo verfügt über zwei gleichberechtigte Kontrollzentren - eines im deutschen Oberpfaffenhofen und ein zweites im italienischen Fucino. Nicht betroffen war einzig der Dienst "Galileo Search and Rescue" (SAR), der insbesondere für die See- und Bergrettung verwendet wird. Bisher hatte es zwar keine derart massive Störung gegeben, Probleme gab es bei Galileo dennoch: Anfang 2017 waren die Atomuhren in mehreren Satelliten ausgefallen, was sich allerdings dank der installierten Reserveuhren schnell kompensieren ließ.

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