Neu von MSI

Kim Dotcom darf ausgeliefert werden

reported by doelf, Montag der 20.02.2017, 13:11:18 Uhr

Der neuseeländische High Court hat entschieden: Kim Schmitz alias "Kimble" alias "Kim Dotcom" alias "Kim Tim Jim Vestor" darf an die USA ausgeliefert werden, wo ihm ein lebenslanges Gastspiel in einer Strafanstalt droht. Kurioserweise sieht sich Dotcom dennoch als Sieger, denn er soll nicht aufgrund von Urheberrechtsverletzungen, sondern als Betrüger an die USA überstellt werden.

Bild Nach fünfmonatiger Beratung hat Richter Murray Gilbert vom neuseeländischen High Court am heutigen Montag die Entscheidung eines Distriktgerichts von Dezember 2015 bestätigt: Kim Dotcom und seine ehemaligen Mitarbeiter Mathias Ortmann, Bram van der Kolk und Finn Batato dürfen an die USA ausgeliefert werden. Jedoch nicht aufgrund massenhafter Urheberrechtsverletzungen, welche die US-Seite geltend gemacht hatte, sondern als Betrüger. Urheberrechtsverletzungen sind nach neuseeländischem Recht nämlich kein Vergehen, das eine Auslieferung rechtfertigen würde. Damit folgte der Richter zwar der Rechtsauffassung von Dotcoms Anwälten, an der bevorstehenden Auslieferung der Beschuldigten ändert das aber nichts. Kim Schmitz spricht deshalb einmal mehr von einem politischen Verfahren.

Ein Rückblick
Schon in den 90er-Jahren widmete sich DotSchmitz als Betreiber von Mailboxen dem nicht immer legalen Datentausch. In der Fernsehsendung Monitor machte er dann als Hacker von sich reden, als er das kostenlose Telefonieren mittels Blue Boxing demonstrierte. 1998 erfolgte eine erste Verurteilung wegen Betrugs, Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln (2 Jahre Jugendstrafe auf Bewährung), 2002 folgte eine weitere Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten wegen Insiderhandels. Zusätzlich musste Kimble eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro zahlen. In der Folgezeit kündigte Schmitz immer wieder kuriose Projekte an, doch die meisten waren nur von kurzer Dauer und bestanden zum Großteil aus heißer Luft. Der Durchbruch gelang Kim Tim Jim mit dem Sharehoster Megaupload. Dank millionenschwerer Werbeeinnahmen leistete sich Schmitz luxuriöse Autos, Hubschrauber, exotische Tiere und die teuerste Privatimmobilie seiner Wahlheimat Neuseeland: Das Chrisco Mansion in Coatesville.

Doch über Megaupload wurden auch massenhaft Raubkopien von Filmen, Musik und Software verbreitet, wodurch DotKimble den Zorn der USA auf sich zog. Am 20. Januar 2012 fiel die US-amerikanische Bundespolizei FBI zusammen mit lokalen Ermittlern in seine Luxusvilla ein und machten Megaupload dicht. Im Januar 2013 versuchte Mister Vestor als Geschäftsführer des Cloud-Strorage-Dienstes MEGA sein Comeback, doch schon im September des selben Jahres gab er diesen Posten wieder auf. Zwischendurch war Dotcom als Sänger und Politiker aufgetreten, doch diesen beiden Karrierepfade endeten sang und klanglos mit der Pleite des Internet-Entrepreneurs. Kurz vor Weihnachten 2015 entschied das Bezirksgericht von Auckland, dass DotCom aufgrund der erdrückenden Beweislast an die USA ausgeliefert werden darf.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]