Intel 300 Series

AMD Ryzen 2000 (Pinnacle Ridge): Fit für Spiele

reported by doelf, Donnerstag der 19.04.2018, 17:36:03 Uhr

AMD hat die zweite Ryzen-Generation (Codename: Pinnacle Ridge) am heutigen Donnerstag mit vier Modellen zwischen 199 und 329 US-Dollar in den Handel geschickt. Wie erste Tests zeigen, kann die verbesserten Zen-Architektur (Zen+) insbesondere bei Spielen punkten. Selbst das neue Einstiegsmodell Ryzen 5 2600 kann dort das bisherige Topmodell Ryzen 7 1800X (Listenpreis: 349 US-Dollar) schlagen.

Die Prozessoren der Generation "Pinnacle Ridge" werden von GlobalFoundries mit Strukturgrößen von 12 nm (Fertigungsprozess: 12LP FinFET) produziert. AMD nutzt den DIE-Shrink von 14 auf 12 nm allerdings nicht, um Strom zu sparen, sondern dreht stattdessen an der Taktschraube. Hierdurch überholt das neue Flaggschiff Ryzen 7 2700X den Ryzen 7 1800X um 100 bis 300 MHz, weist mit 105 Watt aber auch eine um 10 Watt höhere Abwärme auf. Auf einen Ryzen 7 2800X hat AMD verzichtet, eventuell will man ein solches Modell später noch nachschieben. Die übrigen Modelle bleiben im gewohnten TDP-Bereich von 95 (Ryzen 5 2600X) bzw. 65 Watt (Ryzen 7 2700, Ryzen 5 2600). Beim Ryzen 7 gibt es acht Kerne und 16 Threads, beim Ryzen 5 sechs Kerne und 12 Threads. Die 7er-Modelle verfügen über 4 MiB L2- und 16 GiB L3-Cache, bei den 5er-CPUs gibt es nur 3 MiB L2-Cache.

Die vier neuen Modelle und ihre Vorgänger:

  • Ryzen 7 1800X (8 Kerne/16 Threads; 3,6 - 4,0 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 349 US-Dollar / Straßenpreis: 283 Euro
  • Ryzen 7 2700X (8 Kerne/16 Threads; 3,7 - 4,3 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 105 W TDP) - Listenpreis: 329 US-Dollar / Straßenpreis: 319 Euro
  • Ryzen 7 1700X (8 Kerne/16 Threads; 3,4 - 3,8 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 309 US-Dollar / Straßenpreis: 255 Euro
  • Ryzen 7 2700 (8 Kerne/16 Threads; 3,2 - 4,1 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 299 US-Dollar / Straßenpreis: 289 Euro
  • Ryzen 7 1700 (8 Kerne/16 Threads; 3,0 - 3,7 GHz; 20 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 299 US-Dollar / Straßenpreis: 236 Euro
  • Ryzen 5 2600X (6 Kerne/12 Threads; 3,6 - 4,2 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 229 US-Dollar / Straßenpreis: 225 Euro
  • Ryzen 5 1600X (6 Kerne/12 Threads; 3,6 - 4,0 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 95 W TDP) - Listenpreis: 219 US-Dollar / Straßenpreis: 168 Euro
  • Ryzen 5 2600 (6 Kerne/12 Threads; 3,4 - 3,9 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 199 US-Dollar / Straßenpreis: 195 Euro
  • Ryzen 5 1600 (6 Kerne/12 Threads; 3,2 - 3,6 GHz; 19 MiB L2/L3-Cache; 65 W TDP) - Listenpreis: 189 US-Dollar / Straßenpreis: 147 Euro

Mehr Takt...
Einen Grafikkern gibt es nicht, diesen bieten nur die APUs der Baureihe "Raven Ridge" (siehe: Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G). Diese APUs werden allerdings noch im 14-nm-Prozess gefertigt. AMD hat die Basistaktraten im Vergleich zur Vorgängergeneration um bis zu 300 MHz angehoben, die Turbotaktraten steigen um maximal 500 MHz. Beim Ryzen 5 2600X fällt der Zugewinn mit 0 MHz beim Basistakt und 200 MHz beim Turbotakt äußerst bescheiden aus, während das Aushängeschild Ryzen 7 2700X seinen Vorgänger um 300 und 500 MHz übertrifft. Mit "Precision Boost 2" hat "Pinnacle Ridge" zudem einen feiner abgestuften Turbo bekommen. Der zusätzliche Taktschub über XFR 2 (Extended Frequency Range) greift bei ausreichender Kühlung auch dann, wenn mehr als drei Kerne belastet werden. Um wieviel MHz es geht, sagt AMD jedoch nicht.

...weniger Latenzen
Eine Schwachstelle der ersten Ryzen-Generation waren die Cache- und Speicher-Latenzen, welche die Leistung in vielen Spiele-Wertungen drückten. Hier hat AMD massiv nachgebessert: Die L1-Latenz sinkt laut AMD um 13 Prozent, die der zweiten Cache-Ebene um 34 Prozent und die der dritten um 16 Prozent. Auch die Latenz des Arbeitsspeichers konnte AMD bei gleicher Taktrate um elf Prozent reduzieren. Zusätzlich unterstützt der zweikanalige Speicher-Controller nun DDR4-2933 (PC4-23466U), womit die Speicherbandbreite von 42,7 auf 46,9 GB/s wächst. Hinsichtlich des maximalen Speicherausbaus bleibt es bei 64 GiB. Auch die PCIe-Ausstattung - 24 Lanes der dritten Generation, davon 16 für die Grafikkarte - bleibt unverändert. "Pinnacle Ridge" nutzt den Sockel AM4 und läuft nach einem UEFI-Update auch auf Motherboards mit den AMD-Chipsätzen X370, B350 und A320. Von Hause aus geeignet sind Hauptplatinen mit den neuen Chipsätzen X470 und B450.

Straßenpreis und erste Tests
In AMDs Preisliste fallen die Aufschläge mit maximal 20 US-Dollar recht bescheiden aus, doch bei der ersten Ryzen-Generation liegen Listen- und Straßenpreise so weit auseinander, dass man für die neuen CPUs derzeit zwischen 48 und 64 Euro mehr zahlen muss. Allerdings zeigen erste Tests, dass diese Preisunterschiede durchaus gerechtfertigt sind: